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Spanien: Neue Anforderungen zu Entsendemeldungen

Nürnberg (13.09.2017) - Wie viele andere Staaten der EU ergänzt nun auch Spanien per Königlichem Gesetzesdekret (Real Decreto-ley 9/2017) die Entsendemeldungen.

Damit wird für vorübergehende Dienstleistungen von Unternehmen aus dem EU-Ausland die Richtlinie 2014/67/EU (zur Einhaltung nationaler Arbeitsbedingungen in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten) umgesetzt.

Neuerungen

Bayern Handwerk International weist darauf hin, dass ab sofort von Entsendebetrieben zusätzlich u.a. folgende Auskünfte abgefragt werden:

  • Angaben zum Ansprechpartner für die spanischen Behörden (mit Sitz in Spanien)
  • Angaben zur Vertrauensperson der Firma (aus dem Kreis der entsandten Personen)
  • Eine genaue Auflistung notwendiger Lohnnachweise
  • Der Aufenthaltstitel von Drittstaatlern

Die Experten von Bayern Handwerk International schätzen, dass die neuen Vorgaben rasch in ganz Spanien umgesetzt werden dürften. Zum derzeitigen Stand hält allerdings noch jedes spanische "Bundesland" (Comunidad Autónoma) eigene Meldeformulare vor.

Angaben in Spanisch

Alle Angaben müssen in der Amtssprache Spanisch oder alternativ in einer der drei für die jeweiligen Regionen anerkannten Regionalsprachen gehalten sein. Gleiches gilt in der Regel auch für alle vorgeschriebenen Nachweise.

Der spanische Gesetzgeber will außerdem ein einheitliches Entsenderegister im Netz schaffen, das aber nur Meldungen mit einer in Spanien zugelassenen digitalen Signatur akzeptiert. Wir gehen aber davon aus, dass für eine Übergangszeit auch noch die Abgabe in Papierform Bestand haben wird.

Einhergehend mit der Gesetzesnovelle wurde auch der Bußgeldkatalog bei Verstößen gegen das spanische Entsendegesetz angepasst.

Bayern Handwerk hat im BHI-Merkblatt "Spanien Meldepflicht Entsendemeldung" weitere Informationen zusammengefasst. Interessierte erhalten außerdem über das BHI-Dienstleistungspaket "Spanien"  und im Dienstleistungskompass weitere Informationen.

Termintipp: Webinar zu "Bau und Montagearbeiten in Spanien und Frankreich" am 16.11.2017.

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