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Fokus auf... Kuba

Am 24. Februar 2008 wurde Raúl Castro vom Parlament zum Staats- und Ministerpräsidenten gewählt. In seiner Antrittsrede sagte er, er wolle den Weg des Sozialismus fortsetzen, jedoch auch Reformen im Wirtschaftsbereich zulassen.

Ein großer politischer Umbruch wird nicht erwartet – die politische Lage auf Kuba ist stabil.

Auf ökonomischer Ebene hingegen geschieht Einiges, die Wirtschaft wächst, der Außenhandel boomt und ausländische Investitionen sind derzeit auf dem Karibikstaat in aller Munde. Kuba ist zwar nach wie vor die letzte sozialistische Volkswirtschaft der Welt, dieses System wird aber zunehmend von marktwirtschaftlichen Komponenten getragen und gestützt.

Marktwirtschaftliche Strukturen

Seit 1995 existiert auf dem Inselstaat das Gesetz über ausländische Investitionen. Dieses hält sich an die in Lateinamerika üblichen neoliberalen Strategien und sieht neben Gewinnbeteiligung, Gewinntransfers auch Steuervergünstigungen vor. Des Weiteren sind überwiegend im kleinbetrieblichen Bereich Kubas marktwirtschaftliche Strukturen entstanden.

Die Wirtschaft auf der Karibikinsel wächst seit einiger Zeit – seit 2005 sogar im zweistelligem Bereich (BIP-Wachstum in 2005 11,8 Prozent und 10 Prozent in 2006). Ferner erhöhte sich der Außenhandel (Volumen in 2006 ca. 13 Mrd. USD) bis einschließlich September 2006 um 27 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. In 2005 gingen die meisten Ausfuhren in die Niederlande, nach Kanada sowie Venezuela. Einfuhren kamen zumeist aus Venezuela, der VR China und aus Spanien. Deutschland ist weiter auf dem Vormarsch: In den letzten Jahren hat sich Deutschland als einer der wichtigsten Handelspartner Kubas entwickelt. Die Wareneinfuhren (Volumen: 294 Mio. Euro in 2005) aus Deutschland stiegen in 2005 um über 150 Prozent an. 

Drei gute Gründe für Kuba

Es gibt drei Hauptgründe für die positive wirtschaftliche Entwicklung Kubas: Venezuela, VR China und der Tourismus. Kuba erhält von Venezuela Erdöl zu einem fixen Preis von 27 USD pro Barrel. Dieser Preis lag Mitte 2006 etwa um 60 Prozent unter dem Weltmarktpreis. Im Gegenzug exportiert Kuba Dienstleistungen in Form von Experten – davon über 20 000 gut ausgebildete Ärzte – nach Venezuela. Der Wert dieser Fachdienstleistungen schlägt sich rechnerisch mit ca. 750 Mio. USD in 2005 zu Buche.

Weiterer Garant für den wirtschaftlichen Aufschwung ist die VR China. Diese sichert sich in ihrem ungebremsten Rohstoffhunger die großen Nickel- und Cobaltvorkommen auf der Insel und gewährt dem kubanischen Staat hierfür hohe Kredite zu Dumpingzinsen.

Überdies ist der Tourismussektor auf Kuba stark am expandieren. 2004 wurde die magische Zahl von 2 Mio. Touristen überschritten, um in 2005 auf über 2,3 Mio. anzuwachsen. Der Tourismusboom soll indes weiter anhalten  und ist stark von ausländischen – zumeist spanischer Gruppen – Investitionen abhängig.

Die marode Infrastruktur Kubas bietet hervorragende Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. So sind dringend Investitionen in das Strom- und Wassernetz, in neue Maschinen und Anlagen als auch im Telekommunikationsbereich erforderlich. Kuba stellt die finanziellen Mittel dazu kurz- und mittelfristig zur Verfügung. Deutsche Produkte genießen einen hohen Stellenwert.

Weitere Boombranchen sind die Pharma- und Medizintechnik sowie die Biotechnologie. Derzeit werden z. B. Krebspräparate von der Insel in den USA und Deutschland klinisch getestet.

Rund 25 deutsche Firmen haben Niederlassungen auf der Insel. Der Schwerpunkt des Engagements liegt im Pharma- und Medizintechnikbereich und im Maschinen und Anlagensektor. Zu den größten deutschen Investoren gehören Messer Griesheim – erstellt vor Ort Industriegase für Krankenhäuser und Industrieanlagen – und Mercedes-Benz. Der Konzern unterhält auf Kuba eine Generalvertretung und baut derzeit ein Servicecenter für Klein-LKWs.

Bayern - Kuba

Die Geschäfte laufen gut. Laut dem Kuba-Repräsentanten des Freistaates Bayern Dr. Wilhelm Boucsein haben in den vergangenen zwölf Monaten allein bayerische Unternehmen Langfrist-Aufträge mit einem Gesamtvolumen von über 500 Mio. Euro unterschrieben.                    

Langfristig hat Kuba das Zeug, sich zu einem Tigerstaat in der Karibik zu entwickeln. Dafür sprechen qualifizierte und sozial abgesicherte Arbeitskräfte, hohes technisches Know-how, eine niedrige Kriminalitätsrate sowie die günstige geografische Lage zwischen Nord- und Südamerika.

Infoveranstaltung:

Am 16. Mai 2007, zwischen 14:00 und 18:00 Uhr haben Sie die Möglichkeit, sich näher mit dem kubanischen Markt zu befassen. Die IHK für München und Oberbayern veranstaltet dann einen Wirtschaftstag Kuba. Die Veranstaltung findet im Kammersaal der IHK für München und Oberbayern in der Max-Joseph-Straße 2 statt. 

Weitere Informationen über Kuba erhalten Sie bei den Ansprechpartnern Ihrer IHKs und Handwerkskammern und unter:

Kontakte:

  • Bayern-Repräsentant für Kuba, Dr. Wilhelm Boucsein, State of Bavaria - Mexico Office, c/o German-Mexican Chamber of Commerce and Industry, Centro Aleman - German Centre, Av. Santa Fé 170, Piso 1, Oficina 4-10, Col. Lomas de Santa Fé, 01210 México D.F., México, Tel: ++.52.55.1500 5904, Fax: ++.52.55.1500 5910, E-Mail: bayern@ahkmexiko.com.mx, http://www.camexa.com.mx

 

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  • FIHAV, Internationale Industriemesse, November 2014, Havanna

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