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Fokus auf... Kroatien

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Fokus auf... Kroatien

Kroatien hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, 2009 Mitglied der Europäischen Union zu werden. Seit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen im Oktober 2005 ist Bewegung in den Reformprozess gekommen.

Die Stimmung im Land ist optimistisch. In einer Anfang 2006 durchgeführten Umfrage der Deutsch-Kroatischen Auslandshandelskammer unter ihren Mitgliedern schätzten 50% die gegenwärtige Geschäftslage als gut bis sehr gut ein. Kroatien ist mit 4,5 Mio. Einwohnern ein kleiner, aber konsumstarker Markt. Direktinvestitionen lassen jedoch noch zu wünschen übrig. Dies liegt u.a. an den langwierigen Genehmigungsverfahren und einem wenig transparenten Steuersystem.

An der Beseitigung dieser Mängel wird gearbeitet. Noch im Februar 2006 will Kroatien landesweit Anlaufstellen für Investoren eröffnen. Diese sogenannten „Hitro-Zentren“ (hitro = schnell) stehen ausländischen Investoren und einheimischen Existenzgründern zur Verfügung. Eine GmbH soll über diese Zentren innerhalb von fünf Tagen eröffnet werden können. Erste Informationen dazu bietet das Internetportal www.hitro.hr in englischer Sprache. Weitere Schritte zur Verbesserung der Direktinvestitionen sind die Digitalisierung der Grundbuchämter und eine Reform des Steuersystems. Dies dürfte den Platz Kroatiens im internationalen Standort-Ranking verbessern. Derzeit liegt das Land weltweit auf Platz 62. In Südosteuropa nimmt es damit zwar den zweiten Platz hinter Bulgarien ein, bleibt jedoch noch hinter den neuen EU-Mitgliedstaaten zurück.

Deutschland gehört seit Jahren zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Kroatiens. Mit einem Gesamthandelsvolumen von 2,7 Milliarden Euro (Jan. – Nov. 2005) bleibt es hinter Italien der zweitwichtigste Handelspartner. Eine wachsende Rolle spielen dabei mittelständische Unternehmen. Bei den Direktinvestitionen liegt Deutschland ebenfalls an zweiter Stelle hinter dem führenden Österreich. Kroatiens größte Pluspunkte sind die geographische und kulturelle Nähe sowie gut ausgebildete, motivierte, sprachkundige Arbeitskräfte. In Südosteuropa zählt Kroatien allerdings eher zu den Hochlohnländern. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen liegt bei 720 Euro, der Mindestlohn bei 240 Euro im Monat.

Gute Geschäftsmöglichkeiten bestehen in Kroatien derzeit bei Projekten im Straßen-, Hafen- und Eisenbahnbau, im Energiesektor und im Tourismus, der in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll. Eine große Nachfrage besteht auch im IT- und Kommunikationsbereich. Beim Umweltschutz sieht Brüssel den dringendsten Handlungsbedarf. Hier ergeben sich gute Lieferchancen vor allem für kommunale Nutzfahrzeuge, Abwasser- und Abfalltechnik. Durch eine neue Recycling-Verordnung für Verpackungsmittel eröffnen sich weitere Geschäftsfelder im Umweltbereich.

Bayerische Firmen sind in Kroatien gut vertreten. Innerhalb Südosteuropas rangiert das Land als Abnehmer bayerischer Produkte auf Platz 2 hinter dem wesentlich größeren Rumänien und weit vor Bulgarien. 17% der deutschen Ausfuhren kommen aus Bayern. 2002 wurde das 30-jährige Bestehen der bilateralen Kommission Bayern-Kroatien in Zagreb gefeiert. Hier treffen sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen und Problemlösungen zu erarbeiten. Bayerische Wirtschaftsdelegationen reisen regelmäßig nach Kroatien; die nächste Reise findet vom 26. bis 27. April 2006 statt.

Die Außenwirtschaftsförderung des Freistaats reagierte auf den wachsenden Umweltmarkt Kroatiens mit einem Gemeinschaftsstand auf der internationalen Umweltmesse EMAT im September 2005. Die Bundesrepublik Deutschland fördert außerdem seit Jahren die Zagreber Herbstmesse.

Weitere Informationen über Kroatien erhalten Sie bei Ihrer IHK und Handwerkskammer oder unter:

(Text: Andrea Franz, ihk für München und Oberbayern)

 

Kontakte:

  • Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer, Zamenhoffova 2, 10 000 Zagreb, Kroatien, Tel/Fax: +385 1 6311 6 00/ +385 1 6311 6 30, http://www.ahk.hr 
  • Generalkonsulat der Republik Kroatien, Oberföhringer Straße 6, 81679 München, Tel: (0 89) 98 25 21/22, Fax: (0 89) 2 60 87 51, Mail: gkrh.muenchen@t-online.de, Öffnungszeiten: Mo - Fr: 8.00 - 13.00 Uhr, jeden 1. Sa im Monat 9.00 – 12.00 Uhr


Messetermine in Kroatien finden Sie bei AUMA.