Erfolgsgeschichte des Monats

Aus der Bierstadt für die Brauereien der Welt


Das Bamberger Unternehmen Kaspar Schulz wird bereits in der 10. Generation als Familienunternehmen geführt. Der Sprung in das Auslandsgeschäft 1985 hat sich absolut gelohnt, heute hat Kaspar Schulz eine Exportquote von 80 Prozent.

Dass in Krisen auch große Chancen stecken, dafür ist das Bamberger Unternehmen Kaspar Schulz ein glänzendes Beispiel und kann als Vorbild für mittelständische Unternehmen gelten. Mitten im deutschen Brauereisterben wagte der fränkische Brauereimaschinenhersteller Mitte der 1980er Jahre den Schritt ins Exportgeschäft. Ob Afrika, Australien oder Nord- und Südamerika, heute ist das Familienunternehmen in der ganzen Welt tätig und das Auslandsgeschäft trägt mit einer Quote von rund 80 Prozent wesentlich zum Erfolg von Kaspar Schulz bei.

Regionalisierung und Craft-Biere

Nicht nur ist das Brauereisterben mittlerweile auch in Deutschland beendet, sondern weltweit sind sogar zwei Trends zu beobachten: der Wunsch nach regionalen Brauereien und die sogenannten Craft-Biere, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen und die auch zahlenmäßig stetig wachsen. Darüber freut man sich bei Kaspar Schulz, denn „das ist genau unsere Kunden-Klientel“, erläutert Inhaber Johannes Schulz-Hess, der sich mit seinem Unternehmen auf klein- und mittelständische Brauereien spezialisiert hat und dabei alle Kundenwünsche berücksichtigt. Die Anlagen sind stets Einzelanfertigungen, ganz nach den Bedürfnissen der jeweiligen Brauereien. Nicht nur komplett automatisierte Anlagen in Edelstahl gehören zum Portfolio des Unternehmens, sondern auch kupferne Kühlschiffe oder direkt befeuerte Kupferpfannen realisiert Kaspar Schulz wieder, wenn der Kunde wie anno dazumal brauen möchte.

Messen als Türöffner

Der älteste Brauereimaschinenhersteller der Welt wird mittlerweile in der 10. Generation noch immer als Familienunternehmen geführt. 1677 wurde die Firma als Kupferschmiede in Bamberg gegründet. Heute beschäftigt Kaspar Schulz 142 Mitarbeiter. Neben dem Engineering findet auch die gesamte Produktion hier statt. Das Exportgeschäft ist heute für das Unternehmen überlebenswichtig, beim Start hatte einst auch die Industrie- und Handelskammer geholfen. Es sei sinnvoll gewesen, eine gewisse Sicherheit zu haben, erklärt Schulz-Hess. Heute liefert Kaspar Schulz in mehr als 60 Länder. Als hilfreich für das Exportgeschäft hat sich unter anderem die Beteiligung an Messen erwiesen, etwa in Brasilien, Südafrika, Polen und den USA. Unternehmen, die sich ebenfalls überlegen in das Auslandsgeschäft einzusteigen, rät Schulz-Hess, sich zuvor unbedingt über den bürokratischen Mehraufwand in den verschiedenen Ländern und Regionen zu informieren.

Neue Märkte im Visier

Künftig will das Unternehmen Kaspar Schulz weiter neue Märkte erschließen und strebt eine wirtschaftliche Unabhängigkeit von eingeschränkten Märkten und Regionen an, wie derzeit etwa Russland. Zu den neuesten Innovationen gehört das SCHULZ Mälzungssystem, mit dem Brauereien nun ihr eigenes, individuelles Malz in kleinen Chargen herstellen können. Auch dies unterstützt den Trend zur Regionalisierung und Biervielfalt. Demnach wundert es nicht, dass die Zukunftsaussichten von Kaspar Schulz genauso glänzend sind wie seine Anlagen.