Erfolgreich Netzwerken auf Europäisch: EEN-Unternehmerreise zur BioFach 2012


Nürnberg (22.02.2012) - Die Tatsache, dass Messen DIE Kooperationsbörse für neue internationale Geschäftskontakte weltweit sind, hat sich in der vergangenen Woche erneut bestätigt. Im Rahmen einer Delegationsreise tschechischer Unternehmer, die vom tschechischen Business Innovation Centre Pilsen (BIC) und Bayern Handwerk International (BHI) organisiert worden ist, wurden auf der diesjährigen Weltleitmesse für Bioprodukte BioFach Kontakte geknüpft, Interessenten geworben und Geschäfte angebahnt. Die gemeinsam organisierte Reise kam vor dem Hintergrund des Enterprise Europe Network (EEN) zu Stande: Das tschechische BIC und Bayern Handwerk International sind beide Kooperationspartner in großen EU-Beratungsnetzwerks EEN.

Stanislav Stadler von Mercacultura, einem Zulieferbetrieb für gastronomische Betriebe in Budweis, ist auf der Suche nach neuen Produkten und Händlern aus der Biobranche: „ Der Markt für Biolebensmittel bzw. das Interesse der Konsumenten ist noch relativ klein und unterentwickelt“, sagt Stadler. „Aber innerhalb der nächsten 20 bis 30 Jahre wird es in Tschechien ein enormes Wachstum geben“, so seine Prognose. Gerade in den größeren Städten gebe es eine immer größer werdende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln. In Tschechien gibt es kleine Einzelhändler, die Bioprodukte im Laden verkaufen, aber auch immer mehr Drogerien und Supermärkte, die Ökolebensmittel – oder Kosmetik vertreiben. Auch sein Branchenkollege Pavel Toman von Byliny Mikeš aus Čičenice, dem größten Heilkräuterverarbeiter und –vertrieb Tschechiens, ist auf der Suche nach neuen Importeuren und möchte sein Vertriebsnetzes ausbauen. Insgesamt haben an der Reise fünf Unternehmer teilgenommen.

Damit die tschechischen Gäste einen Überblick über den deutschen Bio-Marktes erhalten, referierte der BioFach-Mitbegründer Hubert Rottner-Defet über die aktuelle Situation. Neben dem derzeitigen Boom der Biobranche betonte Rottner-Defet besonders den Importbedarf in zahlreichen Lebensmittelbereichen. Er betonte die Notwendigkeit einer Kooperation mit dem Nachbarland Tschechien im Bereich des Handels und des Austauschs von Bioprodukten als äußerst wichtig, da durch die geringe geographische Distanz zwischen Bayern und Tschechien auch die in Verbindung mit Bioprodukten geforderte regionale Nähe gegeben sei. „Die direkte Nachbarschaft Tschechiens ist für den Freistaat ein riesiger Vorteil“, sagt auch Professor Dr. Richard Balling von der Marketingagentur des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums bei der Begrüßung der tschechischen Gäste. Die kurzen Wege ermöglichen gute Geschäftsmöglichkeiten zwischen Biohändlern hier wie dort und entsprächen auch den Interessen der Verbraucher, die auf Regionalität Wert legen würden.

Bogen von Ost nach West

Die EEN-Delegationsreise zur BioFach fand erstmalig statt und hat einen Bogen von Tschechien über Bayern bis zu den französischen Ausstellern geschlagen. Neben dem Besuch des Gemeinschaftsstands für Hersteller von bayerischen Bio-Lebensmitteln auf dem Bayernstand gehörten auch ein Treffen mit dem Vizepräsident der Inter Bio Bretagne Francois Le Lagadec und der Besuch des Pavillon France zum Programm. „Diese Premiere sollte in kleinem Rahmen stattfinden und eine Art Test sein. Mit der kleinen Auswahl von nur fünf Unternehmern wollten wir sehen, wie die BioFach bei den Teilnehmern ankommt. Der Versuch ist gelungen, die Kooperationsgespräche und Treffen waren ein voller Erfolg“, sagt Miroslava Skrziszowska vom BIC Pilsen: Nächstes Jahr wird die Reisegruppe garantiert größer.

Auch für den Gastgeber Bayern Handwerk International gab es die Möglichkeit des Austausches und der Kontaktpflege mit den Vertretern der Exportorganisation Südtirol (EOS). Firmen aus Südtirol, die sich wie Bayern Handwerk International jährlich auf der Messe „Klimahouse“ in Bozen präsentieren, waren vor Ort. So wurden beispielsweise mit der Firma soligno Kontakte geknüpft und ein Treffen auf der Klimahouse 2013 wurde in Aussicht gestellt. Die BioFach 2012 fand vergangene Woche im Messezentrum Nürnberg statt und ist die größte Messe der Welt für Bioprodukte. 2.420 Aussteller präsentierten sich den rund 40.000 Fachbesuchern aus 130 Ländern. Die Beteiligung des Freistaats Bayern an der BioFach, die seit 1993 besteht, stellt die stärkste Fachmesse-Beteiligung des Staatsministeriums dar. 19 bayerische Hersteller präsentieren auf einer Fläche von rund 370 Quadratmetern Biospezialitäten aus Bayerns Regionen. +++ Text und Fotos: Karoline Rübsam