So war´s: Rumänien - attraktiver Wachstumsmarkt für das bayerische Handwerk"

Passau - Eine Unternehmergruppe aus Ostbayern und Franken reiste jetzt ins die rumänischen Städte Sibiu (Hermannstadt), Brasov (Kronstadt) und Klausenburg (Cluj). Inhaltliche Ziele:

So war´s: Rumänien - attraktiver Wachstumsmarkt für das bayerische Handwerk'

Sich durch persönliche Gespräche vor Ort mit Entscheidungsträgern austauschen, Kooperationspartner finden, Export- und Zuliefermöglichkeiten sondieren und neue Felder der Wirtschaftsbeziehungen erschließen. Die Unternehmerfahrt fand unter Leitung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Zusammenarbeit mit Bayern Handwerk International und der IHK für Niederbayern Passau statt.

Ein attraktiver Markt von zirka 21 Millionen Einwohnern und einem Wirtschaftswachstum von über sechs Prozent bietet auch für bayerische Handwerks- und Industriebetriebe hervorragende Chancen. Seinem neuen Mitglied Rumänien wird die EU von 2007 bis 2013 über 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, d.h. 9 Millionen Euro am Tag, damit das Land sich den anderen Staaten angleichen kann. Das ist eine Chance und Herausforderung.

Die Unternehmerreise konnte mit Mitteln des ETP Programms der Bayerischen Staatsregierung für die Grenzregionen zur Anpassung von Unternehmen an die Herausforderungen der EU-Erweiterung durchgeführt werden.

Die Besuchsreise der 31-köpfigen Unternehmergruppe führte zunächst nach Sibiu, wo die Besichtigung der Fa. Marquart Schaltsysteme bereits in den frühen Morgenstunden auf dem Programm stand. Anschließend führte der Weg zum Deutschen Generalkonsulat, wo Generalkonsul Thomas Gerlach die bayerische Gruppe in Empfang nahm und aufschlussreiche Informationen über die Möglichkeiten eines Engagements in der Region gab. Er wies darauf hin, sich zuvor möglichst umfassend zu informieren. Als Vorsitzender des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (www.dws.ro) ist ihm die Pflege der Wirtschafts- und Kulturbeziehungen zwischen Rumänien und Deutschland wichtig. Er wies auch auf das neuerdings auftretende Problem, den Mangel an Facharbeitskräften, hin.

Das allerdings wurde vom Bürgermeister der Stadt am Zibin, Klaus Johannis, nicht bestätigt. Er bezeichnete dies als Gerücht, das von den bereits ansässigen Investoren gestreut werde, um zu verhindern, dass neue Investoren in die Region kommen. Es laufen bereits Projekte hinsichtlich Berufsausbildung, die Stadt arbeitet hier eng mit den staatlichen Schulen zusammen. Johannis, ein Spitzenpolitiker, der bereits weit über die Grenzen seines Heimatlandes bekannt geworden ist, weiß Investoren in seine Region zu bringen. Er betont die Wichtigkeit der Präsenz vor Ort und rät, vor allem den Betrieben aus dem Bereich Hoch- und Tiefbau, eine Niederlassung in Rumänien zu gründen, da in diesem Bereich sehr viele Ausschreibungen vorhanden sind und die Aufträge nur an ortsansässige Betriebe vergeben werden können.

Auf dem Programm stand die Weiterreise nach Kronstadt mit einem Besuch des Deutschen Forums besucht, der politischen Vertretung der Deutschen Minderheit in Rumänien. Ein anschließender Workshop bei der Saxonia-Stiftung in Rosenau zu Rechtsfragen, Finanzen und Fördermöglichkeiten bot den Unternehmern wichtige Informationen. Gastgeber Arthur Ehrmann, Geschäftsführer der Saxonia-Stiftung, berichtete über seine Erfahrungen. Die Stiftung fördert vor allem kleine Handwerksbetriebe.

Ein abendlicher Empfang auf Einladung der Kammer brachte die bayerischen Unternehmer mit maßgebenden Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Kultur, Kirche, sowie Unternehmern unterschiedlicher Branchen zusammen.

Weitere Reisestopps waren die Deutschen Wirtschaftsklubs in Kronstadt (www.dwk.ro) und Nordsiebenbürgen (www.dwn.ro), der Automobilzulieferer Dräxlmaier, Teppichhersteller RMC – Manufacturing in Reps (Rupea) sowie die Transilvania Bank.

Als Resümee sind einige Aspekte hervorzuheben:

  • Rumänien ist ein bedeutender europäischer Wachstumsmarkt, ein attraktiver Absatzmarkt mit steigender Kaufkraft und hohem Nachholbedarf mit qualifizierten Arbeitskräften bei noch niedrigem Lohnniveau (Monatslohn ca. 180-300 €)
  •  politische Stabilität – dadurch Investitionssicherheit
  • Zollfreiheit durch EU-Beitritt
  • viele EU und rumänische Förderprogramme. Dadurch ergeben sich eine günstige Materialbeschaffung bei Zukauf und günstiger Leistung, somit ein Beitrag zur besseren Mischkalkulation und Sicherung heimischer Arbeitsplätze. Das Absatzvolumen lässt sich steigern durch Export. Es ergeben sich nützliche Kooperationen mit rumänischen Unternehmern, die bilateral wiederum Nutzen bringen und Marktanteile erhöhen.
  • Gut ausgebildete Fachkräfte unterstützen die Maßnahmen. Ein diesjähriges Wirtschaftswachstum von mehr als sechs Prozent verspricht die Fortsetzung einer Erfolgsstory.
  • Die Unternehmerreise trug dazu bei, dass hiesige Kammermitglieder ihre positiven Möglichkeiten in Rumänien bestätigt finden.
  • Mentalitätsunterschiede sind zu beachten, z.B. muss man dort auch mal mit der Aussage „Asta este“ (das ist es) zurecht kommen
  • Rumänische Geschäftsleute wollen rasche Entscheidungen, wer lange überlegt kommt möglicherweise zu spät

Nähere Auskünfte erteilt:

Ansprechpartner: Ingrid Schneider, Tel. 0941 7965-218, Fax 0941 7965-169, E-Mail: ingrid.schneider@hwkno.de

(Bild: Die Gruppe bei der Besichtigung der Fa. Marquart Schaltsysteme)