Hart arbeiten und genießen - Creaton AG

Wertingen

Hart arbeiten und genießen - Creaton AG

Von Alfons Hörmann*

Die Bayern, sagt man, verstehen es einerseits, hart zu arbeiten, nach getaner Arbeit können sie andererseits aber auch genießen. Was kann man sich als Unternehmer also Besseres wünschen als einen Firmensitz im Freistaat? In der Tat hat Bayern als Wirtschaftsraum viel zu bieten: Das mit über 70.000 qkm Fläche größte und mit 12,4 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig zweitgrößte deutsche Bundesland zählt zu den produktivsten Regionen in ganz Europa und liegt in Sachen Exportorientierung sowie bei der Erwerbstätigen- und Selbstständigenquote ganz vorne.

Wer sich für den Standort Bayern entscheidet, wählt darüber hinaus einen Platz im Zentrum Europas, mit guter Infrastruktur und räumlicher Nähe zu den neuen Märkten in der erweiterten EU. Dazu kommen der anerkannt hohe Aus- und Berufsbildungsstandard und die vielfältige Unternehmenslandschaft, die von einer breiten Mittelstandsschicht getragen wird. Und schließlich findet man in Bayern ein interessantes Kultur- und Freizeitangebot, was den Freistaat nicht nur zu Deutschlands beliebtestem Ferienziel, sondern außerdem zu einer attraktiven Region für Arbeitskräfte macht.

Rohstoffe als Standortfaktor Nummer 1 für CREATON

Von all diesen Faktoren profitieren natürlich auch wir als Unternehmen der Baustoffindustrie. Entscheidend für die Standortwahl in unserer Branche ist jedoch häufig das Vorhandensein guter und ausreichender Rohstoffe. Auch für die Gründer von CREATON, die Familien Berchtold und Ott, waren vor allem die hervorragenden und umfangreichen Ton- und Lehmvorkommen in Bayerisch-Schwaben entscheidend, als sie Ende des 19. bzw. Mitte des 20. Jahrhunderts ihre Tondachziegelfabriken in Wertingen bei Augsburg und Autenried bei Günzburg errichteten. Noch heute versorgen diese wertvollen Vorkommen die insgesamt fünf bayerischen CREATON-Werke mit hochwertigen Rohstoffen. (Das Bild zeigt die Vertriebsmannschaft der Creaton-AG)

Günstiges Umfeld für bundesweite Expansion

Als typisch bayerische, innovative und kooperationsfähige Unternehmer entschlossen sich die beiden CREATON-Gründerfamilien Anfang der 90er Jahre zur Fusion, um die Chancen der deutschen Wiedervereinigung und damit die jüngste Boomphase in der Bauindustrie besser nutzen zu können. Hierfür erwies sich der Freistaat mit seinen guten Verkehrswegen und der räumlichen Nähe zu den neuen Bundesländern ebenfalls als hervorragender Ausgangspunkt.

So konnten wir von Bayern aus ergänzende Standorte in den neuen Ländern schaffen. Zunächst baute CREATON in Thüringen Europas modernsten Tondachziegelstandort mit drei Werken auf und erwarb zwei weitere Produktionsstätten in Sachsen, unmittelbar an der polnischen Grenze. Das jüngste und somit elfte Werk der Gruppe, das auf keramische Spezialprodukte wie Fassadenelemente spezialisiert ist, wurde erst vor einem Jahr in Weroth/Rheinland-Pfalz in direkter Nachbarschaft zu den bekannt hervorragenden Tonrohstoffen des Westerwaldes erworben. Die damit ständig wachsende Firmenzentrale und die Stammwerke jedoch blieben in Bayern, nicht zuletzt, weil dort dank des hohen Ausbildungsniveaus und der leistungsorientierten Lebenseinstellung der Menschen ein qualifiziertes und motiviertes Mitarbeiterteam für die Steuerung des prosperierenden Unternehmens zur Verfügung steht.

'Made in Bavaria' als Erfolgsgarant

Natürlich waren die Wachstumschancen der Bauindustrie in Deutschland trotz der Wiedervereinigung nicht unbegrenzt. Umso wichtiger war und ist es gerade für traditionsbewusste und regional stark verankerte Unternehmen wie CREATON, sich frühzeitig über die Grenzen hinweg zu orientieren. Auch hierbei bietet der Standort Bayern enorme Vorteile: Durch seine insgesamt hohe Exportorientierung und sein ausgezeichnetes Image jenseits der Grenzen. Bayerische Produkte genießen weltweit hohes Ansehen: von der Hochtechnologie über den FC Bayern München bis hin zum Weißbier. 'Made in Bavaria' ist ein Gütesiegel, das die Markterschließung im Ausland wesentlich erleichtert. Exportorientierte Unternehmen wie CREATON (ca. 25 Prozent Exportanteil) spüren das in den europäischen Nachbarländern ebenso wie in Asien. Auf zahlreichen prominenten Gebäuden im Ausland liegen daher bayerische Tondachziegel von CREATON: Unter anderem auf dem Dom im italienischen Brixen, dem Dom im ungarischen Szeged, dem Hofbräuhaus in Las Vegas und vielen anderen mehr. Auch unsere Fassadensysteme finden sich überall auf der Welt. So erhielten wir kürzlich einen Großauftrag für ein Business-Center in Tokio.

Tor nach Mittel- und Osteuropa

Mit der EU-Erweiterung spielt ein weiterer bayerischer Standortvorteil eine wichtige Rolle: Die zentrale Lage in Europa und damit der gute Zugang zu neuen Märkten. Für die Baustoffbranche bieten sich vor allem in den neuen EU-Mitgliedsstaaten Ost- und Südosteuropas Wachstumschancen. Denn während in Westeuropa in den kommenden Jahren allenfalls mit einer leichten Verbesserung der Baukonjunktur zu rechnen ist, erwar-ten Marktforscher für Osteuropa deutliche Steigerungsraten.

Eines der vielversprechendsten Länder ist Ungarn. CREATON hat dies frühzeitig erkannt und die Region bereits Anfang des neuen Jahrtausends erschlossen. Derzeit errichten wir im ungarischen Lenti für ca. 17 Mio. Euro unser erstes Auslandswerk, das 2005 als dann zwölftes Werk der Gruppe in Betrieb gehen wird.

Chancen im heimischen Baumarkt

Trotz aller Auslandsorientierung ist CREATON nach wie vor gerade auch im heimischen Markt erfolgreich. Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, ist doch die bayerische ebenso wie die deutsche Baukonjunktur in den letzten Jahren durch jährlich sinkendes Volumen aufgefallen. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass der deutsche Markt auch nach zehn Jahren Rezession nach wie vor der größte in Europa ist. Derzeit entfallen nach An-gaben des Forschungsinstituts Euroconstruct fast 20 Prozent des europäischen Bauvolumens auf die Bundesrepublik.

Hinzu kommt, dass gerade der Wirtschaftsraum Bayern in den letzten Jahren weit weniger stark von der allgemeinen Schrumpfung des Bausektors betroffen war als die übrigen Bundesländer. Während die baugewerblichen Umsätze in Deutschland 2003 um 3,7 Prozent abnahmen, lag der Rückgang in Bayern nur bei etwa 1,9 Prozent.

Erfolg kommt nicht von alleine - regionales Engagement nötig

Dennoch ist klar, dass sich Erfolge im heimischen Markt derzeit nicht von selbst einstellen. Nötig sind attraktive, hochwertige Produkte und ein exzellenter Service, aber auch regionales Engagement. Dafür gibt es viele Ansatzpunkte: Von der partnerschaftlichen Unterstützung für die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierten bayerischen Bau- und Handwerksbetriebe über den aktiven Umweltschutz bis zum Einsatz für regionale Vereine oder heimische Sportevents. So macht sich CREATON beispielsweise für die bayerischen Dachdecker ebenso stark wie für bayerische Sportler – zuletzt bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf. Und mit vorbildlich umweltorientiertem Handeln sorgt CREATON dafür, dass seine Standorte im Einklang mit der Natur stehen. Dieses Geben und Nehmen bereitet den Boden für unsere unternehmerische Expansion auch in schwierigen Zeiten. Denn für erfolgreiches Wirtschaften am und vom Standort Bayern aus spielen eben nicht nur gute Zahlen eine Rolle, sondern auch der konstruktive Austausch mit den Menschen und Unternehmen in der Region.

  • Alfons Hörmann ist Vorsitzender des Vorstands der CREATON AG, Wertingen, ehrenamtlicher Präsident des Baye-rischen Skiverbandes und Vizepräsident des Organisationskomitees der Nordischen Skiweltmeisterschaften 2005 in Oberstdorf

(Quelle: Dieser Artikel erschien als Beitrag für die Sonderbeilage 'Wirtschaftsraum Bayern – Finanzplatz München' in der Börsen-Zeitung vom 5. März 2005)