Die BE(r)leuchtung kommt aus Oberbayern: Bergmeister-Leuchten bald in China und Amerika

Tegernau

Die BE(r)leuchtung kommt aus Oberbayern: Bergmeister-Leuchten bald in China und Amerika

Die Bronzeleuchten Marke Bergmeister werden in Tegernau, 50 Kilometer östlich von München, seit 25 Jahren produziert. Vor rund fünf Jahren erreichte der Binnenmarkt für hochwertige Leuchten bedenkliche Sättigungsquoten. Geschäftsführer Hans Lohmair erkannte die Zeichen der Zeit und investierte in Vertretungen in Italien und Frankreich und in entsprechendes Marketing. Der Erfolg gibt ihm Recht: Im Jahr 2002 kam erstmals mehr als die Hälfte des Umsatzes aus dem Export. Seit Jahren begleitet ihn auf den Weg in ausländische Märkte Bayern Handwerk International (BHI), die Exportförderungsgesellschaft des bayerischen Handwerks. BHI ist eine Einrichtung der sechs bayerischen Handwerkakmmern und des bayerischen Wirtschaftsministeriums und hat das Ziel, Handwerksbetriebe im Auslandsgeschäft in Form von individueller Exportberatung und Organsation von Gemeinschaftsständen auf Messen im In- und Ausland zu unterstützen. Bei BHI hat Lohmair kompetente und erfahrene Berater gefunden.

Was bringt italienische, französische, litauische, schwedische oder russische Kommunalpolitiker dazu, die gute Stube ihres Dorfes, ihrer Stadt oder einen Platz am Moskauer Flughafen mit Bronzeleuchten aus Oberbayern zu bestücken? Lohmair nennt zwei Gründe. Erstens: Seine Leuchtenfirma orientiert sich konsequent an dem, was ihre Kunden brauchen. Ohne die Grundsätze des eigenen Handwerks zu verleugnen oder an der Qualität Abstriche zu machen. Mit den traditionellen Leuchtentypen der Anfangszeit macht die Firma heute nur noch 20 Prozent ihres Umsatzes. Und so heißt das zweite Geheimnis, das Lohmair verrät: „Ich entwerfe seither jede einzelne neue Leuchte selbst und setze dabei immer auf ein Design, das auf der Höhe der Zeit ist.“

Wenn demnächst Bergmeister-Leuchten in amerikanischen Kommunen das Straßenbild bereichern oder einen Platz an der Ostküste Chinas erhellen, werden das ebenfalls dem lokalen Bedarf angepasste Typen sein. Der Prototyp für die Leuchte „Qingdao“ (so buchstabiert sich die ehemalige deutsche Kolonialstadt Tsingtau am Pazifik heute) ist schon fertig.

Damit bei den immensen Investitionen für Neuentwicklungen der Firma nicht die Luft ausgeht, müssen weitere Faktoren hinzukommen. Schließlich sind, was Lohnnebenkosten und Kündigungsschutz angeht, die Bedingungen für ein Unternehmen in Tegernau nicht günstiger als in anderen Teilen Bayerns oder Deutschlands. Das Erfolgsrezept: So viel wie möglich selbst machen, Zulieferer-Anteile begrenzen, die Wertschöpfungskette weitgehend selbst kontrollieren.