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Länderrating: Viele MOE-Länder in der A-Liga

Mainz (22. Januar 2007) - Die mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) spielen nach Einschätzung des Kreditversicherers Coface Deutschland im Länderrating in der "ersten Liga".

Diese Länder werden zwischenzeitlich als 'marktfähig' eingestuft. Das bedeutet, dass für Exporte mit kurzfristigen Zahlungszielen in der Regel keine staatlich gedeckten Exportgarantien mehr greifen dürfen. Diese Märkte erschließen sich also für die privaten Kreditversicherer Schritt für Schritt. Zum anderen sind Länder wie Polen, Tschechische Republik, Slowenien, Ungarn oder die drei baltischen Staaten auch von der Risikoseite aus betrachtet interessant. Und Bulgarien und Rumänien haben schon vor dem 1. Januar vom EU-Beitritt profitiert. 

Die EU-Länder sind mit Bewertungen von A1 (Slowenien), A2 (Tschechien und Estland) und A3 (Polen, Ungarn, Slowakei, Lettland und Litauen) allesamt in der A-Gruppe, die von A1 bis A4 reicht und Investment Grades vergleichbar ist. Bulgarien und Rumänien haben im vergangenen Jahr den wichtigen Aufstieg von B in A geschafft und rangieren derzeit in A4. Ungarn hat zuletzt als einziges Land der MOE-Region von der Coface eine Abstufung im Rating erfahren - Mitte 2006 von A2 auf A3. Hauptgründe waren die Währungsprobleme und die gleichzeitige Auslandsverschuldung, die die Anfälligkeit Ungarns für ausländische Krisen erhöhten. Dagegen hat Slowenien gerade die beste Bewertung A1 bekommen. Riskantere Länder sind in B, C oder D eingestuft. Russland, zum Vergleich, sieht die Coface in B, die Ukraine in C.

Exporteure, die Waren in A-Länder liefern, oder Unternehmen, die dort Tochtergesellschaften haben und Inlandsgeschäft betreiben, haben nach Einschätzung des Kreditversicherers ein vergleichsweise geringes Ausfallrisiko. 'Allerdings bedeutet das nicht generell, dass in Ländern in guten Ratings keine Forderungsverluste drohen', sagt Benoît Claire. Der Vorstandsvorsitzende von Coface Deutschland verweist auf die Notwendigkeit, dass immer die konkreten Geschäftsbeziehungen mit Abnehmern – wie im Binnenhandel auch – betrachtet werden müssen, um zu einer exakten Risikobeurteilung zu kommen. 'Umgekehrt bedeutet ein schwächeres Rating für ein Land oder eine Branche nicht automatisch, dass dort keine Geschäfte möglich wären oder wir keinen Deckungsschutz übernähmen.'