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Angriff auf Fernost?

München (03. April 2007) - Der fulminante Aufstieg der Mega-Märkte China und Indien lässt die entwickelte westliche Welt schwindelig und bange werden.

Der Ruf nach Handelsschranken wird immer lauter. „Doch wer genauer hinschaut, erkennt, dass dieser Aufholprozess auch zu unserem Vorteil ist“, stellt Dr. Manfred Gößl, Geschäftsführer IHK International GmbH, fest und ergänzt: „Wer mit gesundem Menschenverstand urteilt, erkennt, dass die eigentliche Bedrohung für uns nicht der Erfolg, sondern ein etwaiger Misserfolg der Wirtschaftsreformen in China und Indien ist.“

Mit der chinesisch-indischen Herausforderung hat sich der Außenwirtschaftsausschuss der IHK unter dem Vorsitz von Prof. Anton Kathrein in seiner Sitzung am 28. März in München intensiv auseinandergesetzt. Der Ausschuss kommt zu einem eindeutigen Schluss: „Bayern profitiert vom Boom in China und Indien.“ Die bayerischen Exporte nach China und Indien steigen regelmäßig zweistellig, alleine im letzten Jahr um rund 30 bzw. 45 Prozent. Als wachstumsstarke Absatzmärkte bieten die beiden Länder mit ihren zwei Milliarden Menschen erhebliche Potenziale. Im Jahr 2020 werden China und Indien aller Voraussicht nach die weltweit zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bilden.

Abschottung und Protektionismus, so der IHK-Ausschuss, ist definitiv der falsche Weg. Und trotzdem besteht dringender politischer Handlungsbedarf: Der Ausschuss fordert die verstärkte politische Flankierung der hiesigen Unternehmen. Sei es beim staatlich oktroyierten Technologietransfer, bei dem ausländische Firmen zu Joint Ventures oder Mindesthöhen bei lokaler Fertigung gezwungen werden, oder beim Schutz geistigen Eigentums, wo Asien durch die gemeinsame Anstrengung der EU und der USA als „Fälscherwerkstätte der Welt“ mit scharfen Sanktionen ausgehoben werden muss.