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Thailand setzt auf die Integration der ASEAN

Bangkok (13.7.2015) - Thailand hat sich bereits in mehreren Branchen als bedeutender regionaler Standort profiliert und sollte dies ausbauen. Mit der ASEAN Economic Community dürften die ausländischen Direktinvestitionen weiterhin kräftig ansteigen.

Die wachsende Konnektivität mit den Nachbarländern über Infrastruktur, Stromverbund und Logistik verspricht bedeutende Chancen für Bangkok in der Funktion als Gateway. In diesem Rahmen weiten Japan und die VR China ihr Engagement konsequent weiter aus.Das Königreich Thailand ist Mitglied der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN). Dieser Staatenbund zählt als Region nach China und Indien mit seinen 625 Millionen Menschen und einem gemeinsamen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von über 2,4 Billionen US-Dollar als der drittgrößte Wirtschaftsraum in Asien. Zur Wirtschaftsgemeinschaft zählen neben Thailand die neun Länder Indonesien, Philippinen, Malaysia, Singapur, Kambodscha, Laos, Vietnam, Myanmar und Brunei Darussalam.

Die regionale Integration wird einen bedeutenden Schritt weiter getragen mit der Etablierung der ASEAN Economic Community (AEC) und dem Anspruch des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Kapital, Investitionen und Arbeitskräften. Der Termin für den offiziellen Start ist der 31.12.15 mit dem Ziel der vollen Integration in den drei Ebenen Wirtschaft, Sicherheit und Soziokultur im Jahr 2020. Das wirtschaftliche Ziel besteht in einem einzigen Markt mit einer Produktionsbasis, regionaler Wettbewerbsfähigkeit, der Angleichung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Integration in die globale Ökonomie.

"Der Weg ist das Ziel"

Die Einhaltung des Zeitplans gestaltet sich indes nicht einfach. Zu unterschiedlich sind die Länder, das regionale Gefälle in Wohlstand und Entwicklung ist enorm und der politische Wille korrespondiert oft nicht mit den Partikularinteressen nationaler Industrieverbände. Die Herausforderung ist gewaltig und in diesem Sinne ist die AEC nicht als ein Endzustand, sondern als ein fortlaufender Prozess der Annäherung einzuschätzen.

Einiges ist schon erreicht. Bereits heute können die meisten Waren in der ASEAN zollfrei gehandelt werden. Am Stichtag soll die Quote bei 100 Prozent liegen, wobei eine zusätzliche Frist von drei Jahren für die weniger entwickelten KLMV-Volkswirtschaften (Kambodscha, Laos, Myanmar, Vietnam) gilt. Für die ansässigen Produktionsunternehmen sind überdies die Freihandelsabkommen der ASEAN mit größeren Handelspartnern wie VR China, Japan, Indien, Korea (Rep.), Australien und Neuseeland recht gewichtig als ein weiterer Standortvorteil.

Die Krux liegt indes in den nichttarifären Barrierren (NTB) beziehungsweise der schwerfälligen Harmonisierung von nationalen Normen und Standards. Das ASEAN-Sekretariat listete 2014 insgesamt 3.900 Waren mit Handelshemmnissen auf, zumeist in den Zweigen Nahrungsmittel und Agrarprodukte und mit einigem Abstand Maschinen sowie Elektronik und Elektrotechnik.

Strategie auf Wachstum

Die überwiegende Meinung ist indes auch, dass die Etablierung der AEC ein starkes Signal der Bereitschaft zur Stärkung der Wirtschaftskraft einer gesamten Region und damit auch ihrer Mitgliedsstaaten in die Welt schickt. Eine Vielzahl ausländischer Unternehmen hat diesen Prozess bereits im Vorfeld antizipiert und ihre langfristigen Geschäftsstrategien entsprechend breiter ausgerichtet. Dies dokumentierte auch eine Blitzumfrage der Deutsch-Thailändischen Handelskammer unter etwa 150 Unternehmen im Rahmen eines Business Lunch in Bangkok: Gut zwei Drittel der anwesenden Unternehmen hatte ihr Engagement bereits auf die Region ausgeweitet oder dies in absehbarer Zukunft geplant.

Die regionale Diversifikation geht einher mit der gewachsenen Bedeutung von Thailand als Fertigungshub für gewichtige Industrieproduktionen. Dies gilt zuvorderst für den Automobilbau mit den zwei überaus erfolgreichen strategischen Ausrichtungen Pick-ups und Eco Cars.

Die Industrie für Elektronik und Elektrotechnik erzielt einen Jahresumsatz von 100 Milliarden US-Dollar mit einem Exportanteil von 55 Prozent. Nicht zuletzt hat sich auch die Nahrungsmittelbranche unter dem Marketingkonzept "Kitchen of the World" erfolgreich im Ausland positioniert. Auch einige Dienstleistungen haben eine starke Regionalwirkung entwickelt, allen voran die Logistik und der "Medical Tourism".

Gateway Bangkok

Bangkok dürfte seine Funktion als Gateway in die Nachbarländer Kambodscha, Laos, Vietnam und Myanmar weiter ausbauen - zusammen nennt man sie die "Mekong Five". Dies gilt vor allem für das dynamische Myanmar, wo Thailand bei den genehmigten FDI mit akkumulierten 10,3 Milliarden US-Dollar an zweiter Stelle hinter China mit 14,8 Millairden Dollar steht. Die meisten der 88 thailändischen Unternehmen stammen aus den Zweigen Energie und Erdgas, Nahrungsmittel und Getränke, Baustoffe und Warenproduktion.

Der Grundstein zur Interkonnektivität der so genannten Greater Mekong Subregion (GMS) wurde bereits vor über zwei Jahrzehnten durch die Asian Development Bank gelegt. Zur GMS zählen neben der "Mekong Five" auch auf chinesischer Seitte die Provinz Yunnan und die autonome Region Guangxi. Gegründet im Jahr 1992 wurden in den ersten zwei Jahrzehnten bis 2011 insgesamt 56 Projekte über 15 Milliarden Dollar in Energie und Transport realisiert. Der neue Zehnjahresplan mit Projekten über 51 Milliarden Dollar $ konzentriert sich auf den Ausbau der nationalen und intraregionalen Transportnetze entlang verschiedener Korridore von Nord nach Süd sowie Ost nach West.

Auch hier will Japan zukünftig stärker mitmischen und gewährte der "Mekong Five" Mitte 2015 eine Finanzhilfe in Höhe von gut 6,1 Millairden Dollar für die Infrastruktur. Das wohl spektakuärste Einzelprojekt bahnt sich aber in der Sonderwirtschaftszone Dawei in Myanmar in gleicher Beteiligung der drei Länder Myanmar, Thailand und Japan an. Einmal feriggestellt wird Dawei mit einem Investitionsumfang von rund 50 Millairden Dollar und einer Fläche von 200 Quadratkilometern die größte Sonderwirtschaftszone im ASEAN-Gebiet darstellen - und die Mekong-Region über einen neuen Tiefseehafen mit Indien, Afrika und und dem Mittleren Osten verbinden.

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Am 23. Juli findet in Nürnberg das Asien-Pazifik-Forum Bayern statt.

(Quelle: GTAI)