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Skandinavien: Haftung bei Seetransporten liegt beim Reeder

Kopenhagen/Helsinki/Stockholm (11.08.2015) Ohne eindeutige Vereinbarung zwischen Beförderer und Kunden, haftet in Skandinavien der Reeder für Schäden und Verluste von Gütern im Ablade- und Löschhafen.

Wie die Deutsche Verkehrs-Zeitung (DVZ) in ihrer Dezemberausgabe 2012 berichtete, gibt es besonders bei Seetransporten wesentliche Unterschiede hinsichtlich der Haftung zwischen dem deutschen und dem in den nordischen Ländern geltenden Recht. Die Seehandelsgesetze von Dänemark, Norwegen und Finnland sind inhaltlich identisch. Aus nordischem Recht folgt, dass der Reeder in der Zeit von der Übernahme der Güter im Verladehafen bis zur Ablieferung an den Empfänger im Löschhafen für die Güter haftet.

Reeder haftet für Diebstahl im Löschhafen
Im Gegensatz zu deutschem Recht kann der Reeder die Haftung für die Güter nicht ausschließen, wenn sie sich im Abgangs- und Löschhafen befinden. Das entschied der oberste dänische Gerichtshof (OGH) am 27.Oktober 2010 (Az. 96/2009) in einem erst jetzt veröffentlichten Urteil. Der Reeder hatte nach Abschluss des Seetransports und Absprache mit dem Kunden, den mit Holzpfeilern beladenen Anhänger auf einem eingezäunten Gelände im Löschhafen abgestellt, von wo aus diese gestohlen wurden. Obwohl der Reeder den Anhänger in Kenntnis und im Einvernehmen des Kunden abgestellt hatte, endete nach Ansicht des OGHs die Obhut und Haftung des Seebeförderers zu dem Zeitpunkt nicht. Ferner kam der OGH zu dem Ergebnis, dass die Haftungsbeschränkung des Reeders keine eindeutige und ausdrückliche Vereinbarung darstellte.

Genaue Vereinbarungen zur Haftungsbeschränkung sind vertraglich festzulegen
Vor dem Hintergrund dieses Urteils ist zu empfehlen, dass Transportkunden, Beförderer und Logistikunternehmen ihre Transport- und Logistikverträge mit skandinavischen Bestimmungshäfen so gestalten, dass die Haftung dem Versicherungsschutz entspricht.

Schweden bildet Ausnahmefall
Im Unterschied zu den genannten skandinavischen Ländern gibt es im schwedischen Recht dahingehend keine Besonderheiten. Nach Aussage der Deutsch-Schwedischen Handelskammer wenden schwedische Reedereien meist internationale seerechtliche Regeln an.
Quelle und weitere Informationen finden Sie hier.

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(Quelle: IHK München)