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Risikoanlayse: Coface mit neuen Branchenbewertungen

Nürnberg (19.10.2015) - Im Umfeld eines global verlangsamten Wirtschaftswachstums variiert die Branchenaktivität weltweit stark. Im dritten Quartal hat Coface ihre Bewertungen von drei Branchen aktualisiert: Automobil in den aufstrebenden Ländern Asiens, Energie in den drei untersuchten Regionen Asien, Westeuropa und Nordamerika sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) in Westeuropa. Trotz der Schwierigkeiten der Öl-Industrie bleibt Nordamerika wegen der weiter starken Wirtschaftsaktivität die insgesamt am wenigsten riskante Region.

Wegen des erneuten Preisrückgangs für Öl hat Coface die Energiebranche in allen drei definierten Regionen in „hohes Risiko“ herabgestuft. Die führenden Ölgesellschaften reduzieren ihre Investitionen und schwächen damit auch die in der Produktionskette nachfolgenden Serviceunternehmen.

  • Von den Regionen ist Nordamerika, das bereits im April dieses Jahres in der Branchenbewertung für Energie um eine Note herabgestuft worden war, am stärksten von den fallenden Ölpreisen betroffen. Trotzdem wuchs die Wirtschaft dort auch im zweiten Quartal. Insgesamt rechnet Coface mit einem Wachstum in diesem und im nächsten Jahr um jeweils 2,5 Prozent. Neben den drastischen Investitionskürzungen müssen die Öl-fördernden und –produzierenden Unternehmen hohe Schulden und Abwärtsdruck auf die Preise verkraften.
  • In Westeuropa wurde die Branche in einigen Ländern von den Problemen mit der schleppenden Entwicklung der Schiefergasindustrie und vom Einbruch des Ölpreises getroffen. Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Investitionen zu reduzieren.
  • In den aufstrebenden Ländern Asiens, die die gebremste Dynamik in China allgemein spüren, halten sich die Auswirkungen der Ölproblematik in Grenzen. Denn die großen Ölgesellschaften sind staatlich kontrolliert und werden entsprechend gestützt. Allerdings dürfte es auch hier Nachwirkungen geben, etwa beim Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.

Automobil in Asien in “mittleres Risiko” abgestuft

Die Automobilindustrie durchläuft derzeit einige Veränderungen. In Nordamerika läuft es gut, vor allem auch wegen der steigenden Verkaufszahlen bei Luxusautos. In Westeuropa ist die Branche nach vielen strukturellen, auf Kostenreduktion zielenden Anpassungen wieder auf Wachstumskurs. Allerdings könnte der VW-Skandal das Bild trüben, besonders in Deutschland und Mittel- und Osteuropa, wo die Volkswagen-Gruppe große Marktanteile hat.

Schwieriger ist die Situation in den aufstrebenden Ländern Asiens. Dort hat Coface die Branche auf „mittleres Risiko“ herabgestuft. In China legte der Absatz in den ersten acht Monaten nur um 2,6 Prozent zu. Die allgemeine Verlangsamung des chinesischen Wachstums und zunehmender Wettbewerb wirken sich auf die Hersteller aus. Sie müssen sich auf neue Wachstumsdimensionen einstellen, weit unterhalb der gewohnten zweistelligen Raten.

Niedrigeres Risiko für Informations- und Kommunikationstechnologie

Die Bewertung des ICT-Sektors ist mit der Einstufung „mittleres Risiko“ in Westeuropa nun gleich für alle drei von Coface definierten und betrachteten Regionen. Geringere Kosten und die Entwicklung neuer Video-Plattformen treffen auf eine steigende Nachfrage. Nicht zuletzt haben auch die Fortschritte bei Speicher-Services für Endverbraucher zur positiven Entwicklung beigetragen. Den Anbietern bleiben sogar noch Möglichkeiten für weitere Markanteile.

Obwohl sie eine gewisse Sättigung erreicht haben, können die Unternehmen in Asien auf neue Entwicklungen wie 4G setzen. In Nordamerika stehen die Unternehmen der Telekommunikation in hartem Wettbewerb mit „neuen“ Konkurrenten wie Facebook und Google.
Metall und Holz/Papier unter Beobachtung

  • Wie der Energiesektor erlebt die Metallbranche einen globalen Fall der Preise, vor allem in Nordamerika. Hinzu kommen die Auswirkungen der Überkapazitäten in Asien.
  • Auch die Branche Holz und Papier kämpft mit Überkapazitäten und zudem mit der Konkurrenz der elektronischen Medien. Allerdings wird die Branche in Asien getrieben von der steigenden Produktion für den Export.

(Quelle: Coface)