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Niederlande bieten Potenziale bei der Offshore-Windenergieerzeugung

Den Haag (16.7.15) - Der Anteil der regenerativen Quellen am Energieverbrauch ist in den Niederlanden 2014 auf 5,6 Prozent gestiegen. Der geplante Anteil von 14 Prozent bis 2020 ist wohl trotzdem nicht realisierbar. Bei der Offshore-Windenergieerzeugung bestehen Potentiale für eine Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen.

Die EU-Klima- und Energieschutzziele verpflichten die Niederlande 14 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs 2020 aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für erneuerbare Energien (SER Energieakkord) strebt das Land zusätzlich an, den Anteil bis 2023 auf 16 Prozent zu erhöhen. Nach derzeitigem Entwicklungsstand werden diese Ziele laut einem Bericht des Rechnungshofes über Subventionsrichtlinien des Wirtschaftsministeriums nicht erreicht. Zurzeit würden rund 13 Milliarden Euro für Projekte fehlen. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass Anteile von 12 und 15 Prozent in den Jahren 2020 und 2023 realistischer sind.

Das wichtigste Förderinstrument für den Ausbau regenerativer Energieerzeugung ist SDE+. Das Programm bietet Produzenten von Alternativenergien eine langjährige Absicherung ihrer Projekte. Hierfür wurde ein System entwickelt, das einen Teil der Kostendifferenz zwischen fossilen und erneuerbaren Energien vergütet. Das Budget für 2014 betrug 3,5 Milliarden Euro. Eingereicht wurden 4.014 Anträge mit einem,  Zuschüsse bekamen 3.174 Projekte. Die gesamten geplanten Investitionen für den Zeitraum 2011 bis 2023 betragen 58,9 Mrilliarden Euro. Laut Angaben des Rechnungshofes müsste der Investitionstopf um 12,8 Milliarden Euro für Offshore-Windenergie aufgestockt werden. Eine weitere Alternative, um die Ziele zu erreichen, wäre, SDE+ so anzupassen, dass auch ausländische Projekte gefördert werden.

Chancen für deutsche Unternehmen im Windsegment

Laut der nationalen Energieprognose 2014 (nationale energieverkenning 2014) des PBL (Planbureau voor de Leefomgeving) soll das Wachstum bei den erneuerbaren Energien bis 2020 von Strom (hier insbesondere von Windenergie und Photovoltaik) und Wärme (insbesondere von Biomasse) ausgehen.

Für Bewegung auf dem Energiemarkt könnte auch das sogenannte Teilungsgesetz (splitsingswet) sorgen. Das Gesetz verpflichtet Energieunternehmen, Netzbetreiber und Energieversoger zu trennen. Der Oberste Gerichtshof gab im Juni 2015 bekannt, dass das Gesetz aus dem Jahr 2008 mit dem Europäischen Recht vereinbar sei. Laut Pressemittelungen will Wirtschaftsminister Kamp die Trennung von Delta und Eneco nun durchsetzen. Eneco gab bekannt, dass sie ihre Mitarbeit an der Ausführung des nationalen Energieplans (SER Energieakkord) dadurch beenden müssten. Eneco sähe sich durch die Aufteilung des Unternehmens gezwungen, die nachhaltigen Investitionen um 400 Millionen Euro zu kürzen.

Chancen für die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen bietet besonders die Windenergie. Laut einer Studie der ING Bank kann Offshore-Windenergie in Nordeuropa nur dynamisch wachsen, wenn deutsche und niederländische Parteien stärker zusammenarbeiten. Die Ausgangspunkte für eine intensivere Kooperation stehen gut. Deutschland ist globaler Marktführer von Offshore-Turbinen, die Niederlande von maritimen Nassbaggern. "Wenn wir die Investitionskosten pro Megawatt Offshorestrom senken wollen, muss die Zusammenarbeit intensiviert werden." so Gerben Hieminga, Senior-Ökonom des Energiesektors bei ING.

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(Quelle: GTAI)