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Neues aus dem Bereich der Energieeffizienz-Kennzeichnung

Nürnberg/Brüssel (19.8.2015) - Das EU-Energielabel hat sich seit 1995 bewährt. 85 Prozent der europäischen Verbraucher verlassen sich beim Einkauf von Waschmaschine, Kühltruhe und anderen Produkten auf das bekannte Klebe-Etikett mit seiner Farb- und Buchstabenskala. Nun wird es für weitere Produktgruppen eingeführt.

Die Energieeffizienzkennzeichnung ist Quelle und Motivation für viele innovative Entwicklungen. Denn  ein niedriger Energieverbrauch ist ein starkes Argument  bei  der  Kaufentscheidung  für  ein bestimmtes Gerät. Von  Interesse sind dabei insbesondere solche Produkte, deren Umweltaspekte,  besonders im Hinblick auf Energieverbrauch und gefährlichen Abfall, verbessert werden können. Bedingung ist, dass sie im Betrieb Energie verbrauchen oder den Energieverbrauch beeinflussen.
 

Zu einer Vielzahl energiebetriebener Produkte sind bereits Verordnungen in Kraft oder aber momentan in Bearbeitung. Eine Übersicht mit Informationen zu diesen Produktgruppen, auch über den aktuellen Bearbeitungsstand, können auf der Seite der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unter dem folgenden Link abgerufen werden.

In Zukunft wird es die Energieeffizienzkennzeichnung auch für folgende Produktgruppen geben:

  • Einzelraumheizgeräte VO (EU) 2015/1186
  • Festbrennstoffkessel VO (EU) 2015/1187
  • gewerbliche Kühllagerschränke VO (EU) 2015/1094

Die  entsprechenden delegierten Verordnungen* wurden im Juli 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Deutschland beschließt nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen

Das deutsche Bundeskabinett hat darüber hinaus auch ein nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen beschlossen. Im August 2015 wurden hierfür die gesetzlichen Grundlagen geschaffen.

Das durchschnittliche Alter der Heizgeräte in Deutschland liegt bei 17,6 Jahren. Mehr als 70 Prozent der installierten Heizgeräte erreichen nur die Effizienzklasse C, D oder E. Da darüber hinaus derzeit lediglich rund drei Prozent der alten Heizgeräte ausgetauscht werden, soll die Motivation der Besitzer zum Austausch erhöht werden. Dies soll durch ein nationales Effizienzlabel und Hinweise auf bestehende  Beratungs- und  Förderprogramme geschehen.

Ab 2016 werden Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater berechtigt, ein Etikett auf alte Heizgeräte anzubringen. Ab 2017 sind die Bezirksschornsteinfeger verpflichtet, diejenigen Geräte, die noch kein Etikett haben, zu etikettieren. Näheres finden Sie unter diesem Link auf den Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums.

Neue Regelungen beim Internetverkauf

Die Europäische Kommission reagiert auf den zunehmenden Verkauf von Produkten über das Internet. Bisher konnte bei Verkauf und Angebot energieverbrauchsrelevanter Produkte über das Internet auf Energielabel und Datenblatt verzichtet werden. Dies schränkt  allerdings nach Ansicht der EU-Kommission den Endnutzer, der ein energiesparendes Modell sucht, bei der Entscheidungsfindung stark ein.

Mit der Änderungsverordnung (EU) Nr. 518/2014 müssen nachfolgende Gerätegruppen seit Anfang 2015 über EU-Energielabel und das Produktdatenblatt verfügen, wenn Sie über das Internet angeboten werden.

  • Haushaltsgeschirrspüler
  • Haushaltskühlgeräte
  • Haushaltswaschmaschinen
  • Fernsehgeräte
  • Luftkonditioniergeräte
  • Haushaltswäschetrockner
  • elektrische Lampen und Leuchten
  • Staubsauger
  • Raumheizgeräte
  • Warmwasserbereiter
     

Lieferanten müssen den Händlern für jedes Modell eines energieverbrauchsrelevanten Produkts Etikett und Datenblatt in elektronischer Form zur Verfügung stellen. Da für die Darstellung von Etikett und Datenblatt unmittelbar neben dem Produkt oft kein ausreichender Platz  vorhanden ist, dürfen diese Informationen auch in geschachtelter Anzeige verlinkt, dargestellt werden.

Für bereits existierende Modelle soll die Bereitstellung des elektronischen Etiketts und des elektronischen Datenblatts auf freiwilliger Basis erfolgen. Diese Verpflichtung gilt ebenso für die Verordnungen für neue Produktkategorien, die ab 2015 veröffentlicht werden. Hier wurde
sie direkt in die Verordnungen mit aufgenommen.

Mit der Energieverbrauchskennzeichnung im Internet befasst sich ein Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz und der Gewerbeaufsicht Bayern. Es kann auf der Seite des Ministeriums unter diesem Link heruntergeladen werden.

Darüber hinaus können Fragen rund um die Themen Energieeffizienzkennzeichnung und Ökodesign auch auf dem CE  Info-Tag von TÜV Rheinland Consulting GmbH am 6. Oktober in Nürnberg gestellt  werden.

(Quelle: TÜV Rheinland)