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Malaysias Stahldrahtindustrie benötigt Modernisierung

Berlin/Kuala Lumpur (19.1.2015) - Malaysias Stahldrahtindustrie zieht es zunehmend auf Auslandsmärkte, ein Trend, der sich fortsetzen muss. Denn der heimische Markt wird angesichts der Kapazitätserweiterungen enger. Trotzdem sind mehr ausländische Investitionen willkommen. Von ihnen erhofft sich der Verband der Stahldrahthersteller modernere Produktionstechniken und höherwertigere Produkte. Auch dürften die Auslandsinvestoren den Weg zu vermehrten Exporten, der bereits eingeschlagen ist, weiter ebnen.

Für Malaysias Stahldrahthersteller wird der heimische Markt langsam zu klein. Mit Überangebot und Überkapazitäten befrachtet müssen sie stärker in den Export gehen. Dieses erfordert Modernisierungen der Industrie und entsprechende Investitionen, erklärte Ernest Koay Chin Oon, Präsident der Steel Wire Association of Malaysia, im Gespräch mit Germany Trade & Invest. Dabei heißt er explizit Investitionen ausländischer Stahldrahthersteller willkommen. Schließlich bringen diese neue Produktionstechniken und höherwertige Drahterzeugnisse ins Land.

Die heimische Stahldrahtindustrie ist dabei, ihre Kapazitäten zu erhöhen. Wenn sie aber nicht gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigert und zunehmend auf Auslandsmärkte geht, werden sich die Firmen auf dem begrenzten Binnenmarkt gegenseitig Anteile wegnehmen. Diese Warnung gibt der Verband und sieht Hoffnung in dem bereits steigenden Exportanteil. Nachdem Malaysias Hersteller 2013 von ihrem 1,5 bis 1,6 Millionen Tonnen produzierten Stahldraht rund 40 Prozent ausgeführt hatten, dürfte der Anteil 2014 auf 50 Prozent gestiegen sein. 2015 soll er gar auf 60 Prozent zulegen, schätzt der Verband. Zusätzlichen Auftrieb erhält die Ausfuhrmenge dadurch, dass die gesamte Produktion steigt.  Mittelfristig sieht Verbandspräsident Koay ein Produktionswachstum von rund 10 Prozent.

Um die anvisierte Steigerung der Exporte zu erreichen, muss die lokale Industrie zunehmend in die Herstellung höherwertiger Produkte investieren. Bislang werden jedes Jahr rund 300 bis 500 Millionen malaysische Ringgit (RM; rund 70 bis 120 Millionen Euro; 1 RM = 0,24 Euro) in der Branche aufgewendet. Dabei nehmen die Investitionen jährlich um ungefähr 5 Prozent zu. Die Maschinen für die neuen Vorhaben werden überwiegend importiert. Neben Taiwan, der VR China und Japan kommen sie auch aus Europa, nicht zuletzt aus Deutschland und Skandinavien. Bei den technischen Anforderungen geht es um Geschwindigkeit und Effizienz, erläuterte Verbandspräsident Koay, der selbst produzierender Unternehmer ist. Auch weist der Trend angesichts steigender Energiekosten zu energieeffizienteren Produktionsmitteln. Ebenso ist infolge des höheren Lohndrucks Automatisierung zunehmend gefragt.

Ausländische Investoren sind gesucht

Bislang agiert die lokale Drahtseilindustrie jedoch noch nicht hoch automatisiert, konstatiert Koay. Auch ist die Produktpalette nicht so weit gefächert wie in einem Industrieland. Zu den im Land gefertigten Erzeugnissen zählen Stachel-, Schweiß- und Hartstahldraht, polierte Stiele, Bolzen- und Schraubenelektroden, Stahlseile, Nägel, sowie hartgezogene Drähte und Drahtgewebe. Investitionen ausländischer Hersteller sind willkommen, um die Produktpalette zu erweitern. Vor allem kohlenstoffreiche Stahlprodukte, bei denen die lokale Industrie erst schwach vertreten ist, sind gefragt. Auch dürften internationale Hersteller modernere Produktionsverfahren ins Land bringen. Neue Investoren sehe man weniger als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung, erläuterte Verbandspräsident Koay.

Ausländische Unternehmen stellen bislang erst rund ein Drittel der 57 Mitgliedsfirmen der Steel Wire Association of Malaysia, die zusammen 75% der Stahldrahtproduktion in Malaysia ausmachen. Internationale Firmen kommen aus Korea (Rep.), Taiwan, der VR China, Japan und Singapur sowie im Fall der Firma Bekaert Southern Wire Sdn Bhd aus Belgien. Dank ihrer Massenproduktionsvorteile bringen die ausländischen Investoren mehr als ein Drittel des Verband-Outputs auf die Waage. Auch zeigen sich die Ausländer bei Investitionen offensiver als ihre nationalen Konkurrenten.

Auf dem Binnenmarkt finden die lokal hergestellten Stahldrahtprodukte im Wert von rund 3,4 Mrd. RM vor allem Absatz in der Baubranche sowie im Automobil- und Maschinenbau. Auch Ausrüstungen für die Öl- und Gasindustrie benötigen diese Erzeugnisse und stellen besonders hohe Qualitätsanforderungen. Neben der Baubranche, für die Verbandspräsident Koay eher moderates Wachstum diagnostiziert, sieht er zunehmendes Absatzpotenzial für Anwendungen in der Kfz-Industrie, im Maschinenbau und in der Möbelbranche.

(Quelle: GTAI)