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Kfz-Teileindustrie in Mexiko treibt Nachfrage nach Werkzeugmaschinen an

Mexiko-Stadt (12.3.2015) - Anbieter von Werkzeugmaschinen haben in Mexiko in den kommenden Jahren beste Absatzaussichten. Mit dem Bau neuer Kfz-Fabriken kommen zahlreiche Zulieferer ins Land. Außerdem etablieren sich neue Absatzbranchen wie die Luftfahrtindustrie und die Öl- und Gasförderung. Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller präsentieren sich 2016 auf einer Leistungsschau in León. Deutschland ist nach Japan und den USA das drittwichtigste Lieferland.

Mexiko importiert nahezu seinen gesamten Bedarf an Werkzeugmaschinen. Im Land gibt es nur wenige Unternehmen, die Werkzeuge herstellen und Maschinen montieren. Als Absatzmarkt ist Mexiko aber in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Nach Informationen des Marktforschungsunternehmens Gardner Research lag das Land 2013 als Markt für Werkzeugmaschinen weltweit an sechster Stelle und dürfte diese Position 2014 gehalten haben.

Für 2015 erwartet der General Manager des Verbands der Maschinenhändler AMDM (Asociación Mexicana de Distribuidores de Maquinaria), Enrique Aguilar, ein Absatzplus bei Werkzeugmaschinen von 15 Prozent. Die Importe von Werkzeugmaschinen und Teilen davon (HS-Positionen 8456 bis 8463, 8466.93 und 8466.94) haben sich nach einem Einbruch infolge der Weltwirtschaftskrise seit 2009 kräftig erholt.

Japan ist in Mexiko das führende Lieferland vor den USA, Deutschland und Italien. Dies hängt mit der starken Stellung japanischer Kfz-Zulieferer zusammen sowie mit der langen Präsenz japanischer Anbieter im mexikanischen Markt. Der wichtigste Markt für Werkzeugmaschinen ist die Kfz-Teileindustrie, gefolgt von der Metallverarbeitung und dem Ölsektor sowie in wachsendem Maße die Luftfahrtindustrie.

Deutsche Anbieter halten Marktanteil stabil

Deutschland hat seinen Anteil von etwa 15 Prozent (2014) an den Einfuhren von Werkzeugmaschinen in den vergangenen Jahren stabil halten können.  Deutsche Anbieter haben als bevorzugte Partner deutscher Hersteller exzellente Aussichten. In den kommenden Jahren eröffnen neue Fabriken von Audi (2016), Daimler (gemeinsam mit Nissan, 2017) und BMW (2019) mit einer Gesamtkapazität von mehr als 400.000 Fahrzeugen.

Mexiko dürfte 2014 mit einem Produktionswert an Kfz-Teilen von etwa 82 Mrd. US-Dollar auf die weltweit fünfte Position vorgerückt und Korea (Rep.) hinter sich gelassen haben. Bis 2019 könnte der Wert nach Prognosen des Verbandes INA auf 98 Mrd. US-Dollar ansteigen. Danach wird der Zuwachs voraussichtlich abflachen, weil dann nahezu alle Kfz-Hersteller Fabriken in Mexiko haben werden. Gleichzeitig weiten die Automobilhersteller allerdings die Fertigungstiefe in Mexiko aus. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Motorenwerke hinzugekommen und die Stahlindustrie investiert kräftig, um den Kfz-Zulieferern bessere Stähle anbieten zu können.

Erdöl- und Flugzeugindustrie bieten Absatzchancen

Den Anbietern von Werkzeugmaschinen bieten aber auch die Sektoren Öl und Gas sowie die Luftfahrt interessante Perspektiven. Im Rahmen der Energiereform wird seit Ende 2013 ein neuer Rechtsrahmen für die Öl- und Gasförderung geschaffen, der das Monopol der staatlichen Gesellschaft Petróleos Mexicanos (Pemex) aufbricht. Ende 2014 sind erste Ölfelder für private Firmen ausgeschrieben worden. Diese müssen schrittweise die Einbindung lokaler Zulieferungen ausweiten - bis zu einem Anteil von 35 Prozent.

Die Luftfahrtindustrie in Mexiko wächst stark und wird nach Aussagen von Jörg Wagner, General Manager der Firma Grob in Mexiko, ein immer interessanterer Abnehmer von Werkzeugmaschinen. Die Komplexität der Teileherstellung in Mexiko steige und mit ihr auch die Ansprüche an Maschinen und Anbieter.

Fachkräftemangel stellt besondere Anforderungen an Maschinen

Nach Aussagen von Enrique Aguilar fragt die Luftfahrtbranche in Mexiko hochautomatisierte Bearbeitungszentren nach, die von einer Person betrieben oder überwacht werden können. Hintergrund ist die schlechte Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Technikern. Nach Aussagen von Bernd Sonnenstuhl von der Firma Prometal, die japanische und schweizer Marken vertritt, ist es mit der Ansiedlung von immer mehr Kfz-Zulieferern zunehmend schwierig, qualifiziertes Personal zu finden und zu halten.

Gleiches gilt für das Servicepersonal. Der Kundendienst ist in Mexiko ein wichtiges Verkaufsargument und erlaubt den deutschen Anbietern, sich von der aufstrebenden chinesischen Konkurrenz abzusetzen. Die Suche nach einem motivierten und verlässlichen Vertreter in Mexiko gilt als schwierig. Nach schlechten Erfahrungen gehen mehr Firmen dazu über, eigene Niederlassungen zu gründen. Unternehmer auf der wichtigsten Werkzeugmaschinenmesse des Landes, der Tecma, begründen diesen Schritt auch mit der wachsenden Marktgröße sowie den steigenden Kundenansprüchen (vor allem an den Service).

Deutsche Leistungsschau auf der Messe Expomaq

Im Jahr 2016 wird die Messe Expomaq (dann erstmals in León) im Rahmen des Deutschlandjahres in Mexiko (2016/2017) einen großen Gemeinschaftsstand deutscher Unternehmen umfassen. León ist die größte Stadt des Bundesstaates Guanajuato und liegt im Zentrum der Bajío-Region, die in den vergangenen Jahren den Großteil neuer Fabrikansiedlungen ausländischer Kfz-Zulieferer angezogen hat.

Die Messe wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW, Kontaktperson: Christoph Miller) unterstützt. Organisiert wird die deutsche Leistungsschau von der Messe Hannover (Kontaktperson: Tobias Zwingmann). Anmeldeschluss ist der 1.10.15. Weitere Branchenmessen sind die Tecma in Mexiko-Stadt (Fokus auf spanende Werkzeuge) sowie die Fabtech in Mexiko-Stadt und in Monterrey (Fokus auf umformende Werkzeuge sowie Schweißtechnik).

Die komplette Mitteilung inklusive Tabelle und zahlreicher Links finden Sie hier.

(Quelle: GTAI)