Aktuelles > Island: Antrag auf EU-Beitritt zurückgezogen

Hinweis:
Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Island: Antrag auf EU-Beitritt zurückgezogen

Reykjavík (01.04.2015) Mit einem Brief vom 12.03.2015 an den lettischen Ratspräsidenten sowie an die EU-Kommission hat Island offiziell seinen Antrag auf einen EU-Beitritt zurückgezogen. Nach der Parlamentswahl 2013 hat die neue isländische Regierung die seit 2009 laufenden Verhandlungen zum EU-Beitritt ausgesetzt.

Islands Interessen seien am besten außerhalb der Europäischen Union zu wahren, so der Hauptgrund der isländischen Regierung. Streitpunkt in den Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Island waren insbesondere die Fischfangquoten.

Gleichzeitig teilte die isländische Regierung mit, dass sie sich in Zukunft auf eine intensivere Zusammenarbeit im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) konzentrieren möchte. Der EWR besteht aus den 28 EU-Mitgliedsstaaten, Island, Norwegen und Liechtenstein. Das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum trat zum 01.01.1994 in Kraft und dehnt den einheitlichen europäischen Markt auf die Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein aus.

Die europapolitische Position der isländischen Regierung hebt die Wichtigkeit des EWRs für Islands Wirtschaft hervor. Das Abkommen ermöglicht einen freien Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr für isländische Produkte und stellt eine wichtige Säule in der isländischen Exportwirtschaft dar. Ferner eröffnet das Abkommen den Isländern das Recht, sich überall in der EU niederzulassen.

Zu den isländisch-europäischen Beziehungen finden Sie hier einen Fragen- und Antwortenkatalog der isländischen Regierung in englischer Sprache.

(Quelle: IHK Aschaffenburg)