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Investitionsbereitschaft in Mittel- und Osteuropa leicht verbessert

Nürnberg (16.6.2015) - Mittel- und Osteuropa (MOE) ist nicht nur als Investitionsziel, sondern auch als Handelspartner immer bedeutender für die deutsche Wirtschaft. Auch deshalb sind die Ergebnisse der zehnten AHK-Konjunkturumfrage MOE eine wichtige Orientierungshilfe für deutsche Unternehmen, die sich in der Region engagieren wollen.

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im eigenen Land hat sich im Durchschnitt der Region gegenüber dem Vorjahr erneut verbes-sert und damit den besten Wert seit der letzten „Vor-Krisen-Umfrage“ 2008 erreicht. Bezüglich der eigenen Geschäftslage und der Aussichten für die Konjunktur und das eigene Geschäft ergab die Umfrage ähnliche Ergebnisse wie 2014, in fast allen Bereichen überwiegen positive Antworten deutlich.

Insgesamt zeigt sich in der Einschätzung der Konjunktur erneut ein gewisses Nord-Süd-Gefälle.
Im regionalen Durchschnitt hat die Investitionsbereitschaft gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht zugenommen, und auch bei den Beschäftigungsabsichten zeigte sich eine Verbesserung gegenüber 2014.

Standortbedingungen
In nahezu allen untersuchten Bereichen der Standortqualität verbesserte sich – im Durchschnitt der Region – die Einschätzung der Investoren.

Erneut wurden die Bedingungen an den Arbeitsmärkten überwiegend positiv eingeschätzt, das vorhandene Arbeitspotential als Kombination aus Qualität, Verfügbarkeit und Kosten bleibt damit einer der wichtigsten Vorteile der Region im internationalen Wettbewerb. Im Vergleich zum Vorjahr waren vor allem im Bereich Berufsbildung und Hochschulsystem Verbesserungen zu verzeichnen.

Beim operativen Geschäftsumfeld waren tendenziell ebenfalls Verbesserungen zu verzeichnen, es entspricht weitgehend den Erwar-tungen. Deutliche Verbesserungen gab es in diesem Bereich zum Beispiel hinsichtlich der Zahlungsdisziplin.

Ebenfalls leicht verbessert hat sich die Beurteilung des wirtschafts-politischen Umfelds, allerdings bleiben auch so die Rahmenbedingungen oft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Besonders kritisch wird in den meisten Ländern – trotz einiger Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr – die Lage hinsichtlich der Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik, der Transparenz des Vergabesystems und der Korruption gesehen.

Standortalternativen
Auch wenn die Investoren Mängel in bestimmten Teilbereichen des Investitionsumfeldes sehen, so werden die Standortbedingungen in ihrer Gesamtheit dennoch als günstig beurteilt. Dies widerspiegelt sich deutlich darin, dass eine sehr große Mehrheit der befragten Unternehmen – im Durchschnitt der Region 84 Prozent – seine Investition auch heute am jeweiligen Standort wiederholen würde, nur 17 Prozent würden alternative Standorte bevorzugen.

Bei der Beurteilung der Attraktivität einzelner Länder als Investitionsstandort haben sich erneut Polen, Tschechien und Estland auf den ersten drei Plätzen behaupten können. Auch die Platzierungen der anderen Länder haben sich maximal um 1-2 Ränge verschoben. Ausnahmen waren nur Russland und die Ukraine, die um fünf bzw. drei Positionen abrutschten.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage stehen kostenlos auf der Homepage der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer zum Download bereit.

(Quellen: iXPOS/AHK)