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Indien setzt auf ausländische Technologie

Bangalore (13.10.2015) - Unser Ziel ist es, den Anteil der Industrie am Bruttosozialprodukt in den nächsten Jahren sukzessive auf 25 Prozent zu steigern", erklärte der indische Premierminister Narendra Modi in Bangalore anlässlich des Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin in Indien. Derzeit beträgt dieser Anteil nur rund 16 Prozent. Daher hat die neue indische Regierung ihre "Make in India" Kampagne gestartet, um insbesondere technologisch starke Unternehmen ins Land zu holen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte Deutschlands Bereitschaft, Indien auf diesem anspruchsvollen Weg zu begleiten und verkündete den Ausbau der Technologiepartnerschaft mit Indien. Sie versprach weitere KfW-Kredite für die nachhaltige Entwicklung in Indien in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass Indien seine Rahmenbedingungen weiter an internationalen Standards ausrichten muss, um beispielsweise die Gleichbehandlung von ausländisch investierten und lokalen Unternehmen zu gewährleisten. Auch der Abschluss eines Freihandelsabkommens der EU mit Indien sei für den Ausbau der Wirtschaftspartnerschaft von hoher Bedeutung.

Bürokratieabbau oberstes Gebot

Immer wieder beklagen sich Unternehmen über die überbordende Bürokratie in Indien, die Geschäftsabwicklungen auch innerhalb des Landes erschwert. Die Einführung der GST (goods and services tax) ist ein wichtiger Baustein, um ein Wirtschaftsumfeld zu erzeugen, das es Unternehmen leicht machen soll, in Indien tätig zu sein. „Ich bin optimistisch, dass wir diese Reform im Laufe des Jahres 2016 umsetzen können“, erklärte Modi hierzu den Zuhörern aus der Industrie.

Deutscher Maschinenbau wieder optimistisch

Nach drei Jahren rückläufiger Exporte ist der deutsche Maschinenbau in Bezug auf Indien wieder optimistischer gestimmt. So legten die Lieferungen von Januar bis Juli 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 30 Prozent zu. "Erfreulich hierbei ist, dass sich die Nachfrage aus Indien nicht nur auf wenige Fachzweige begrenzt, sondern die Breite des Maschinenbaus erfasst hat. Eine Fortsetzung dieses positiven Trends wird von den meisten lokalen Niederlassungen unserer Mitglieder bestätigt", erklärt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

(Quelle: VDMA/iXPOS)