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Indien – Absatzmarkt mit Superlativen

Bangalore (5.11.2015) - Indien will unter Premierminister Narendra Modi die wirtschaftliche Entwicklung weiter vorantreiben und erhält von der Weltbank beeindruckende Prognosen der Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes 2015: 7,5 Prozent, 2017: 8,0 Prozent. Fünf Fragen an Bernhard Steinrücke, Hauptgeschäftsführer der AHK Indien über das neue Indien und die Chancen deutscher Unternehmen.

Unter dem Slogan "Make in India" wirbt Indien um ausländische Investitionen. Hat sich das Investitionsklima tatsächlich verbessert?

Steinrücke: Indien ist ein Jahr nach dem Antritt der neuen Regierung kaum wiederzuerkennen. Das Investitionsklima hat sich in der Tat spürbar verbessert, genauso wie die ausländischen Direktinvestitionen rasant angestiegen sind. Indien ist nach Jahren der Schwäche inzwischen unter den BRICS-Ländern – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – das Land mit dem größten prognostizierten Wachstum.
 
Das zeigt sich auch in den positiven Wirtschaftsdaten. Welche Faktoren machen die indische Wirtschaft so stark?
 
Indien ist seit dem Antritt von Premierminister Modi wieder in den Fokus der Weltwirtschaft gerückt. Die Regierung hat Indien weltweit mit Kampagnen als attraktiven Investitionsmarkt positioniert und die Potenziale des Landes deutlich gemacht. Die günstigen Lohnkosten und eine junge Bevölkerung sind sicher wichtige Faktoren, aber es sind eben auch die politischen Rahmenbedingungen, mit denen Investitionen und Ansiedlungen unterstützt werden. 
 
Jim O'Neill, ehemaliger Chefvolkswirt von Goldman Sachs, vergleicht das Absatzpotenzial deutscher Unternehmen in Indien mit dem in China. Wurden die Marktgelegenheiten in Indien bisher richtig wahrgenommen?
 
China wurde circa 15 Jahre vor Indien liberalisiert. Indien hat erst 1991 damit begonnen, seine Wirtschaft zu öffnen. Wenn man die Kurven von China und Indien nach der Öffnung miteinander vergleicht, dann sieht man, dass diese parallel verlaufen. Indien wächst heute sogar schneller. Deutsche Firmen haben in Indien derzeit genau so gute Chancen wie in China, das aber bei weniger Risiken, höherer Rechtssicherheit und besseren Ertragschancen. Das sieht man auch an den Zahlen: Der Anteil deutscher Autos am Luxussegment beträgt in Indien 90 Prozent; einer der wichtigsten Versorger mit der größten Raffinerie der Welt in Jamnagar ist Linde; die noch junge Airline IndiGo ist der weltweit größte Kunde von Airbus und hat gerade 250 neue Flugzeuge geordert, die in Hamburg produziert werden; Marktführer im Versicherungsbereich ist ein Joint Venture der Allianz Versicherung.
 
Indien ist die größte Demokratie der Welt. Doch Ungleichheit, Korruption und die Unterdrückung religiöser Minderheiten spalten die Gesellschaft. Sehen Sie darin eine Gefahr für deutsche Investitionen?
 
Nein, das einzelne Unternehmen ist von der politischen Situation nicht betroffen, die Wirtschaft ist weitestgehend unabhängig von den politischen Gegebenheiten. Der Mittelständler braucht seinen Markt, seine Standorte, seine Cluster und klare Investitionsbedingungen. Die sind in Indien stabil. Innergesellschaftliche Probleme, bei denen es ja auch Entwicklungen gibt, haben keinen wirtschaftlichen Einfluss.
 
Sie bieten deutschen Firmen an, Firmen zu gründen. Wie funktioniert das?
 
In einem Markt von der Größe Europas eine Firma zu gründen, ist recht komplex. Als größte AHK mit den meisten Standorten und Mitgliedern bieten wir daher als Teil unserer DEinternational-Dienstleistungen Firmengründungen an, pro Jahr sind das 10 bis 30 neue Unternehmen. Wir beginnen mit Marktinformationen und Marktstudien, Wettbewerbs-, Preis- und Produktanalysen. Anschließend gründen wir die Firma, oftmals mit unseren eigenen Mitarbeitern und mit unseren Standorten als Gründungsadressen. Wir helfen bei der Suche nach Personal, einem Büro oder einem Grundstück samt Bauunternehmen. Durch die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten ist die Gründung auch rechtlich und steuerlich abgesichert. So können wir eine Firmengründung innerhalb weniger Monate garantieren.
 
Beenden Sie bitte den folgenden Satz: „Indien ist ein attraktiver Investitions- und Exportmarkt, weil...
 
 … es das Land in der Welt mit den meisten Menschen im arbeitsfähigen Alter ist und bald das bevölkerungsreichste sein wird und darüber hinaus ein demokratischer, wirtschaftsfreundlicher und funktionierender Rechtsstaat.

Zur AHK
Gründungsjahr: 1956
Standorte: Mumbai, Bangalore, Kolkata, Chennai, Neu Delhi, Pune
Verbindungsbüro: Düsseldorf
Bernhard Steinrücke
Tel. +91(0)22 6665 2122
 
Zur Person
Bernhard Steinrücke ist seit 2003 Hauptgeschäftsführer der AHK Indien. Zuvor arbeitete der Volljurist unter anderem als Direktor der Deutschen Bank in Colombo und Bombay sowie als Geschäftsführender Gesellschafter der ABC Privatkunden-Bank in Berlin.

 
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(Quelle: AHK)