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Geschäftschancen für bayerische Unternehmen in Peru

Lima (26.2.2015) - Besonders bekannt ist Peru für die Ruinen der Inkastadt Machu Picchu, eines der neuen Weltwunder und jährlich von etwa 600.000 Touristen besucht. Jedoch hat Peru nicht nur touristisch gesehen viel zu bieten, sondern auch für ausländische Unternehmen gewinnt das Land zunehmend an Attraktivität. Peru besitzt eine exzellente geographische Lage als Ausgangspunkt für die ganze Andenregion und ist ein interessantes Einstiegsland für größere Märkte mit höheren Markteintrittsbarrieren wie Brasilien und Argentinien.

Laut Forbes wurde Peru im Jahr 2013 auf Platz drei in Lateinamerika der besten Länder für wirtschaftliche Aktivitäten nach Chile und Uruguay gewählt. Das OECD-Mitglied Peru hat in den letzten Jahrzehnten einen starken Wandel hin zu  wirtschaftlicher Stabilität erlebt. Peru verzeichnete in den letzten 10 Jahren ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von über 6,6 Prozent, eines der größten im lateinamerikanischen Raum. Für 2015 erwartet das peruanische Finanzministerium ein Wachstum von knapp 5 Prozent.

Seit März 2013 hat das Andenland ein Freihandelsabkommen mit der EU, eines seiner wichtigsten Handelspartner. Außerdem ist Peru Mitglied des neu gegründeten Handelsbündnisses „Pazifik-Allianz“. Deutschland hält seit 2013 den Beobachterstatus inne.Außerdem ist Peru Mitglied der Andengemeinschaft mit Bolivien, Ecuador und Kolumbien.  Der Standort Peru bietet den Vorteil eines leichten Zugangs zu weiteren Märkten aufgrund der hohen Integration durch viele Handelsbündnisse.

Geplante Investitionsprojekte

Peru hat noch einen hohen Investitionsbedarf speziell in den Bereichen Wasserent- und versorgung, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, und Sicherheit. Um das Investitionsklima zu beleben, sind Gesetze zu Steuererleichterungen, eine Verringerung von Abgaben und Zöllen sowie ein Abbau der Bürokratie bei Investitionen beabsichtigt. Darüber hinaus sind auch von staatlicher Seite bedeutende Investitionsprojekte geplant.

Ein wichtiges Projekt im infrastrukturellen Bereich ist der Bau einer U-Bahn in Lima, wobei deutsches Knowhow eine wertvolle Unterstützung bietet. Weitere Ausschreibungen von Metro-Linien sind bereits angekündigt. Ebenfalls sollen die Häfen des Landes erweitert werden. Im Zentrum des Landes ist ein Trans-Anden-Tunnel geplant. Die Ausschreibung ist auch für deutsche Unternehmen zugänglich.

In Peru wird zudem eine Eisenbahnlinie zwischen Huancayo und Huancavelica im Andenvorland geplant. 2013 wurde das Projekt bereits in München auf der Konferenz „Zukunft Bahn“ vorgestellt. Zur Realisierung wird sicherlich die deutsche Technologie im Bereich Schienenverkehr benötigt und bietet eine gute Chance zur Beteiligung an dem infrastrukturellen Ausbau Perus. 

Neues Rohstoffabkommen zwischen Deutschland und Peru

Peru ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Im Juli 2014 unterzeichnete die deutsche Bundesregierung ein Rohstoffabkommen mit Peru, welches unter anderem die umweltgerechte Stilllegung von Bergwerken sowie die Rekultivierung und Umsetzung von internationalen Umwelt- und Sozialstandards umfasst. Das Potenzial für deutsche Unternehmen liegt besonders im Angebot innovativer Lösungen in den Bereichen Umwelt- und Wassermanagement, Ressourceneffizienz oder bei der Rekultivierung stillgelegter Bergwerke.

Im Bereich Energie wird die große Herausforderung für das Land sein, die Stromproduktion weiter auszubauen und zu diversifizieren. Es gibt ein hohes Potenzial für Photovoltaik und Geothermie besonders im Hochland, das Windpotenzial an den peruanischen Küsten wird auf 22 GW geschätzt und die Kalkulationen für Biomasse und Biogas liegen bei 117 MW sowie 51MW.  Gesetzlich ist schon seit einigen Jahren die Förderung erneuerbarer Energien (RER) verankert und in diesem Rechtsrahmen wurden bereits 19 Projekte erneuerbarer Energien verwirklicht.

Für deutsche Unternehmen liegen die Chancen besonders im Bereich kleinerer Windkraft und Solaranlagen für abgeschiedene Gebiete und zum Eigenverbrauch, wie beispielsweise für Schulen und Hotels. 

Im Umweltbereich bietet Peru mehrere Geschäftsmöglichkeiten, besonders in der Abwasserbehandlung. Weitere geplante Umweltprojekte sind die Optimierung der Bewässerung im Agrarsektor mit einem Investitionsvolumen von etwa 15,6 Millionen US-Dollar  in den nächsten Jahren und die Wärmedämmung von 8.000 Wohnungen in den Hochanden bis 2015 im Wert von 67 Millionen US-Dollar. 

Chancen für Bayrische Unternehmen

Deutsche Unternehmen genießen in Peru ein hohes Ansehen und der Imagevorteil der Marke „Made in Germany“ erleichtert den Markteinstieg. Hohe Qualität spielt zunehmend einen wichtigen Faktor in Investitionsentscheidung der Peruaner. 

Die deutschen Exportgüter sind zum großen Teil hochwertige Kapitalgüter wie Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Kfz und pharmazeutische Produkte. Außerdem sind deutsche Technologien und Ingenieurleistungen beliebt bei dem Bau von Hochspannungsleitungen, neuen Gaskraftwerken, Gasverteilernetzen und Wasserkraftwerken, der Modernisierung von Raffinerien sowie Projekte im Bereich erneuerbare Energien, vor allem Windkraft und Solaranlagen.  Die staatliche Investitionsförderagentur ProInversión plant 2015 sechs internationale Ausschreibungen für infrastrukturelle Projekte.

Chancen für deutsche KMU liegen besonders in Ressourceneffizienz, erneuerbaren Energien und der Wasserbehandlung, Umweltschutz, Landwirtschaft und Ausbau der Wertschöpfungskette im Allgemeinen. Zudem ist der Export von deutschen medizinischen Geräten im September 2014 im Vergleich zu den vorherigen 12 Monaten um 14 Prozent gestiegen speziell bildgebende Diagnostik und Dentalprodukte. Erfolgreich in Peru hat sich bereits das Nürnberger Unternehmen „Faber-Castell“ im Markt positioniert. Die Besonderheit ist, dass Faber-Castell ein unternehmenseigenes duales Ausbildungsprogramm etabliert hat, um dem Problem des Fachkräftemangels in Peru zuvorzukommen. 

Eine der am häufigsten gewählten Markteintrittsstrategien von deutschen Unternehmen in Lateinamerika ist durch einen lokalen Handelspartner. Die Deutsch-Peruanische Handelskammer bietet als Dienstleistung die Suche eines geeigneten Partners an und erleichtert damit den Zugang zum nationalen Markt. Darüber hinaus berät die Bayrische Repräsentanz für Südamerika bayerische Unternehmen, die sich in Peru niederlassen wollen.

Verfasserin: Pamela Valdivia, Bayerische Repräsentantin für Südamerika, Santiago, Chile 

 

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(Quelle: Bayern International)