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Frankreich: Erschwerte Bedingungen für Entsendebetriebe

Nürnberg/Paris (19.10.2015) - Frankreich zieht für ausländische Betriebe die Daumenschraube an. Unternehmen, die der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht in Frankreich nicht nachkommen oder gegen arbeitsrechtliche Regelung verstoßen, müssen künftig mit empfindlichen Strafen rechnen.

Über die Neuerungen der Entsendemeldung informiert das Grenzüberschreitende Beratungsnetz (TransInfoNet):

Am 6.8.2015 ist in Frankreich das “Loi Macron” (Loi pour la croissance, l’activité et l’égalité des chances économiques) in Kraft getreten, das unter anderem die Regelungen für ausländische Betriebe, die Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, verschärft. Neu ist zum Beispiel Folgendes:

  • Wer die gesetzlich vorgeschriebene Entsendemeldung (“declaration de détachement”) unterlässt oder die Dokumente, die bei einer Kontrolle vorgelegt werden müssen, nicht einreicht, riskiert jetzt ein Bußgeld zwischen 2.000 und 500.000 Euro.  
  • Bei schweren Verstößen gegen bestimmte arbeitsrechtliche Regelungen (zum Beispiel Mindestlohnbestimmungen, Arbeitszeitregelungen, angemessene Unterbringung von Arbeitnehmern) und die im Arbeitsgesetz vorgesehenen Nachweispflichten kann die zuständige Behörde die Arbeiten von Entsendebetrieben unter gewissen Voraussetzungen bis zu einem Monat einstellen.  
  • Entsandte Mitarbeiter, die im Baubereich tätig sind, müssen in Zukunft einen Berufsausweis (“carte d’identité professionnelle”) in Frankreich beantragen. Welche Stellen für die Ausstellung solcher Ausweise zuständig sein werden, steht noch nicht fest. Die Einzelheiten wird eine Ausführungsverordnung regeln. 

(Quelle: Bayern Handwerk International/TransInfoNet)