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Ecuador: Erhöhung der Zollsätze

Nürnberg/Wien (30.4.2015) Die ecuadorianische Regierung beschloss Anfang März 2015 einen Rettungsschirm für die Zahlungsbilanz, der einen auf 15 Monate befristeten Zollaufschlag, je nach Produktkategorie, von fünf bis 45 Prozent vorsieht. So sind 32 Prozent aller Importgüter davon betroffen, unter anderem Konsumgüter, Industrievormaterialien und Kapitalgüter wie Maschinen und Fahrzeuge.

Vom Präsidium der ecuadorianischen Handelskammer wurden diese Schritte jedoch scharf kritisiert, denn man wünscht sich eine Politik der wirtschaftlichen Öffnung, die die wirtschaftlichen Vorteile des Landes gegenüber ausländischen Konkurrenten hervorstreicht und Fördermaßnahmen, die ausländische Investoren verstärkt in den produktiven Sektor des Landes investieren lassen; damit sollen Importe substituiert und das Exportangebot des Landes bereichert werden. Die Regierung hofft jedoch mit ihrer Politik, die Gesamtimporte um 2,2 Milliarden US-Dollar drosseln zu können. Diese Schritte finden auch bei internationalen Ratingagenturen positiven Widerhall; so stuft Moody´s Investors Service das Land Ecuador mit B3 ein und auch die ecuadorianische Bevölkerung scheint den Sparkurs mitzutragen, denn die Popularitätswerte des Präsidenten liegen nach wie vor bei 61 Prozent!

Ecuadorianische Rechtsexperten sind auch der Auffassung, dass diese vorübergehenden Zollanhebungen nicht gegen internationale Freihandelsverträge verstoßen; Ecuador informierte auch den Internationalen Währungsfonds, die Welthandelsorganisation und die Europäische Union über die gesetzten Maßnahmen der Zollanhebung. Das Freihandelsabkommen mit der EU wird aller Voraussicht nach Mitte 2016 in Kraft treten.

(Quelle:WKÖ)