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Deutschland ist Spaniens wichtigstes Bezugsland

Madrid (19.3.2015) - Im ersten Wachstumsjahr nach fünf Jahren Rezession in Spanien hat der auflebende Binnenkonsum den Einfuhren zu einem spürbaren Aufschwung verholfen. Deutsche Unternehmen konnten die wachsenden Geschäftschancen sehr gut nutzen.

 Die Ausrichtung der Nachfrage auf Ausrüstungsgüter und langlebige Konsumgüter beförderte die Entwicklung. Für 2015 bleiben die Perspektiven gut, da die Wirtschaftsdynamik weiter anziehen und die Ausrüstungsinvestitionen ein hohes Tempo behalten sollen.

Einige deutsche Unternehmen müssen den spanischen Aufschwung 2014 in ihren Büchern gespürt haben. Deutschland lieferte nach vorläufigen Angaben des spanischen Wirtschaftsministeriums Waren im Wert von fast 32 Milliarden Euro an Spanien - mehr als in jedem der fünf Jahre zuvor. Der nominale Zuwachs gegenüber 2013 war mit 13,2 Prozent  zweistellig und lag deutlich über dem Durchschnitt. In den wichtigsten Produktgruppen Kfz, Maschinen- und Anlagen, chemische Erzeugnisse steht Deutschland an der Spitze. Insgesamt stiegen die Wareneinfuhren Spaniens um 4,8 Prozent auf 264,5 Milliarden Euro.

Während die spanischen Einfuhren ihren Vorkrisenstand erst noch erreichen müssen, haben die Ausfuhren diesen schon 2011 klar überflügelt. Die Krise und der Einbruch des Binnenmarktes haben immer mehr spanische Unternehmen auf das Exportgleis gestellt. Nach Deutschland lieferten sie 2014 Waren im Wert von 24,9 Milliarden Euro.

Die bedeutendste Einfuhrgruppe stellen Maschinen und Fahrzeuge mit 27 Prozent des Gesamtwertes, gefolgt von Brennstoffen und Schmiermitteln (vor allem Erdöl) mit einem Fünftel, chemischen Erzeugnissen (14 Prozent), verschiedenen Fertigwaren (12 Prozent), Vorerzeugnissen und bearbeiteten Waren (10 Prozent) sowie Nahrungsmitteln (8 Prozent). Mit Ausnahme der Brennstoffe stiegen 2014 in allen Bereichen die Importwerte gegenüber dem Vorjahr an. Die Einfuhren aus Deutschland folgten dieser positiven Entwicklung zum Teil überdurchschnittlich.

Enge Beziehungen in der Automobilbranche

Spanien ist zweitgrößter Kraftfahrzeughersteller nach Deutschland in der EU und liegt bei den Nutzfahrzeugen sogar an erster Stelle. Insgesamt produzieren 9 internationale Hersteller in 17 Werken in Spanien. Die Handelsbeziehungen in dieser Branche sind traditionell eng, da VW und Mercedes-Benz Werke in Spanien haben und VW-Tochter Seat der produktionsstärkste spanische Hersteller ist. Viele deutsche Zulieferer fertigen in dem iberischen Land. Große spanische Komponentenhersteller wiederum haben auch in Deutschland Niederlassungen.

Im Jahr 2014 erlebte Spaniens Neuwagenmarkt den kräftigsten Nachfrageschub in 15 Jahren, dank der wirtschaftlichen Erholung, Unternehmensinvestitionen und Kaufanreizprogrammen. Die Importzahlen aus Deutschland schossen um 48 Prozent in die Höhe, wodurch der Marktanteil auf 38 Prozent stieg. Unter Hinzunahme anderer Kraftfahrzeuge, Kfz-Komponenten, -teile und Motoren waren es 10,5 Milliarden Euro, ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2013. Pkw made in Spain wiederum waren in Deutschland gefragt: Der Wert ihrer Ausfuhr stieg um fast 16 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Insgesamt erwirtschaftet Spanien im Außenhandel mit Kfz und Kfz-Teilen (SITC 78, 778, 773, 713) seit 2008 Handelsüberschüsse, die 2014 nach vorläufigen Angaben bei rund 9,0 Mrd. Euro lagen.

Neuer Höchstwert bei chemischen Erzeugnissen aus Deutschland

Auch andere wichtige deutsche Exportbranchen treffen im Zuge der Erholungsprozesse in Spanien auf wachsende Nachfrage. So nahmen die Einfuhren von chemischen Erzeugnissen um 1,6 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zu. Den höchsten Wert liefert Deutschland; 2014 waren es über 5,9 Milliarden Euro, ein Zuwachs um 8, Prozent. Als Absatzmarkt für chemische Erzeugnisse steht Deutschland für Spanien nach Frankreich an zweiter Stelle, dicht gefolgt von Italien.

(Quelle: GTAI)