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Dänemark spielt in der europäischen Topliga für Biotech

Kopenhagen (19.2.2015) - Das nordische Königreich ist ein Hotspot der Forschung im Kampf gegen Krebs, Demenz und Infektionskrankheiten. Das Biotech-Cluster Medicon Valley ist dabei führend, doch auch in anderen Regionen Dänemarks gibt es einschlägige Branchen-Cluster. Deutsche Unternehmen sind bisher jedoch noch wenig vertreten, eine Ausnahme ist Bavarian Nordic.

Ein Beitrag im Kampf gegen die Ebolafieberepidemie in Westafrika könnte auch aus Kvistgaard nördlich von Kopenhagen kommen. Hier hat Bavarian Nordic, der weltweit aktive deutsch-dänische Spezialist für Impfstoffe, seinen Hauptsitz. Angesichts der kritischen Lage hat das Unternehmen angekündigt, die Entwicklung seines Ebolaimpfstoffes zu beschleunigen. Bereits 2015 sollen die ersten Tests mit einem Präparat gegen das Zaire-Ebolavirus an Menschen durchgeführt werden. Die Entwicklung des Impfstoffs ist ein Gemeinschaftsprojekt, in Zusammenarbeit mit dem U. S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Teil der U. S. National Institutes of Health, und der niederländischen Firma Crucell.

Bavarian Nordic ist ein Beispiel dafür, dass Dänemark in der Biotechnologie zu den Spitzenstandorten weltweit avanciert ist. Keimzelle dieser Entwicklung ist das Medicon Valley, das sich über die ganze Öresundregion von der Insel Seeland hinüber in die südschwedische Region Skane erstreckt. Rund vier Fünftel aller Biotechfirmen in Dänemark sind hier aktiv. Damit ist das Medicon Valley der wichtigste Biotech-Cluster im Land. In Europa zählt es zu den führenden Lifesciences-Clustern. Ein weiteres Unternehmen, das von der Nähe zu Forschungsinstituten und anderen Biotechfirmen profitiert, ist der dänische Konzern Lundbeck. Mit der japanischen Firma Otsuka entwickelt es einen Impfstoff gegen Alzheimer. Auch Novozymes, ein Spezialist für die industrielle Biotechnologie, sowie der Antikörperspezialist Genmab forschen und arbeiten im Medicon Valley.

Die Region am Öresund ist nicht die einzige, die für die Biotechbranche attraktiv ist. Im östlichen Jütland hat sich rund um die Universität von Aarhus ein weiterer Biotech-Cluster entwickelt. Langfristig soll auch um das Forschungszentrum BioPro bei Kalundborg ein weiterer Cluster entstehen. Gründe für die Attraktivität Dänemarks in der Biotechnologie gibt es viele: gut ausgebildete Biotechspezialisten und die enge Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern sowie Unternehmen. Hinzu kommt die befürwortende Haltung der Dänen gegenüber Themen wie embryonaler Stammzellenforschung, aber auch die politische Unterstützung der Branche.

Besonders schätzen Branchenfirmen am Standort Dänemark die steuerliche Begünstigung von Forschungs- und Entwicklungs-(F & E-)Investitionen. Wenn es sich um Grundlagenforschung handelt, können F & E-Ausgaben sogar sofort zu 100 Prozent abgeschrieben werden. Deshalb investieren auch private Firmen hohe Summen in die Grundlagenforschung: Neben Biotechunternehmen sind hier Pharmakonzerne wie Novo Nordisk, einer der größten Hersteller von Insulin, Leo Pharma und Lundbeck aktiv.

Im internationalen Ranking der Standorte zur Entwicklung von Biotechnologie der Zeitschrift Scientific American belegt Dänemark den zweiten Platz nach den USA. EY (vormals: Ernst & Young) zählt das Königreich zu den sechs Spitzenreitern in Europa. Die Marktkapitalisierung der Unternehmen in der Biotechbranche lag 2013 bei umgerechnet knapp 11,9 Milliarden Euro - der zweithöchste Wert im Europa-Ranking.

(Quelle: GTAI)