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China: Abwertung der Währung

Peking (08.09.2015) Dass Regierungen und Zentralbanken versuchen den heimischen Firmen mit einer künstlichen Verbilligung der eigenen Währung Vorteile im globalen Wettbewerb zu verschaffen, ist kein neues Phänomen.

Chinesische Waren wurden in letzter Zeit in Europa immer teurer. Dies spiegelt sich in den Konjunkturdaten der VR China wieder. Die Wirtschaftsdaten der VR China legen sogar einen anhaltenden Abwärtstrend nahe. Denn die Exporte Chinas sind zuletzt eingebrochen, Industrieproduktion und Investitionen weit geringer gewachsen als erwartet.

Nach Einschätzung des DIHK wird die Abwertung der chinesischen Währung den Druck für deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt erhöhen. Gerade Technologieprodukte werden vor allem über die Qualität verkauft. Hier ist Deutschland ein hervorragender Handelspartner. Dabei spielt allerdings nicht nur in China immer mehr der Preis eine Rolle.

Durch die Abwertung der chinesischen Währung kommen die chinesischen Exporteure in eine vorteilhaftere Lage. Auf den internationalen Märkten bekommen nun Abnehmer von chinesischen Produkten oder Dienstleistungen mehr für ihr Geld. Dies wird den Wettbewerbsdruck auf die Exporteure mit Chinaengagement erhöhen.

Laut DIHK ist in den letzten Jahren der Marktanteil chinesischer Unternehmen weltweit gestiegen. So sei das Land beispielsweise inzwischen der größte Lieferant Indiens im Maschinenbau.

Das „Who is Who der mainfränkischen Wirtschaft“, knapp 165 Firmen exportieren in die VR China. Dabei handelt es sich vorwiegend um Firmen aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der Baubranche, der Medizintechnik, dem Umweltbereich und dem Bereich Automotive. Knapp unter 20 Firmen aus dem IHK-Bezirk Mainfranken haben eine Produktionsstätte bzw. Niederlassung in der VR China. Für diese Unternehmen stellt sich die derzeitige Situation der Währungsabwertung nach Einschätzung der IHK negativ aber auch positiv dar. Einersteils produzieren diese Firmen für den Binnenmarkt China und u. U. auch für den chinesischen Export bestimmten Warenfluss. Andererseits verschlechtert sich deren Situation dadurch, wenn sie Rohstoffe, Vormaterialien etc. bedingt durch die Abwärtung der chinesischen Währung teurer einkaufen müssen.

Problematisch könnte sein, dass die umliegenden und von den Warenströmen mit China abhängigen Märkte der Region zukünftig im Sog der chinesischen Währungsabwertung hineingezogen werden. Dies lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht prognostizieren.

Von den Währungsturbolenzen rund um die Abwertung des Yuan sind in Europa die Deutschen am stärksten betroffen. In keinem Land der Eurozone ist der Anteil Chinas an den Exporten so hoch.

Die IHK sieht die gegenwärtige Situation rund um die Währungsabwertung in China als zwar eindeutig negativ belastend für die im Chinageschäft engagierten Unternehmen aus Mainfranken. Allerdings ist die Situation in den allermeisten Fällen wohl eher nicht existenzgefährdend. Mainfränkische Unternehmen sichern ihre Geschäfte gegen Schwankungen der Hauptwährungen oftmals ab. Die mainfränkischen exportorientierten Firmen sind in der Regel hinsichtlich ihrer Absatzmärkte diversifiziert und nicht ausschließlich von China als Absatzmarkt abhängig. Einige Firmen profitieren derzeit vom für Sie günstigen Euro/US Dollar-Währungsverhältnis und machen dadurch entsprechend gute Geschäfte mit den Vereinigten Staaten. Auch Großbritannien, dass sich genauso wie die USA sich in einer Reindustrialisierungsphase befindet, investiert derzeit bspw. in die Erneuerung der Maschinen und Anlagen. Allerdings gibt es im Kammerbezirk auch Unternehmen, die sowohl mit China, als auch mit Russland Geschäftsbeziehungen unterhalten. Diese sind in einer Konsequenz stärker betroffen. Gerade der exportorientierte Maschinenbau ließ in letzter Zeit auf dem russischen Markt kräftig Federn.

Ansprechpartner:
Kurt Treumann
Bereichsleiter International
kurt.treumann@wuerzburg.ihk.de
Tel.: 0931/4194-353


(Quelle: IHK Würzburg)