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Chemieprojekt in Malaysia bietet Chancen

Kuala Lumpur (21.4.2015) - Malaysias derzeit größtes Investitionsvorhaben, der Raffinerie- und Petrochemie-Komplex RAPID, kommt langsam in die Bauphase. Für das Projekt in zweistelliger Milliardenhöhe sind erste Aufträge vergeben, weitere dürften bald folgen. Dabei haben deutsche Ausrüstungen und Dienstleistungen gute Chancen, schätzen Analysten, wettbewerbsfähige Preise und Kooperationen vor Ort können dabei helfen.

Das Raffinerie- und Petrochemie-Vorhaben "Refinery And Petrochemicals Integrated Development Project" (RAPID) in Pengerang am Südzipfel der Halbinsel ist das derzeit größte Investitionsvorhaben und geht nun von der jahrelangen Planungs- in die Bauphase über. Dazu gehören erste Grundsteinlegungen für Kraftwerksanlagen, Vorbereitungen der Grundstücke und die Arbeitsaufnahme großer Teams. 

Wichtigster Project Management Contractor (PMC) ist das US-Unternehmen Fluor Daniel International in einem Joint Venture mit der französischen Technip, das bereits stark vertreten ist. Zusammen koordinieren und überwachen sie mehrere asiatische und europäische "Engineering, Procurement, Construction and Commissioning" (EPCC)-Kontraktoren. Diese wiederum sind für verschiedene Pakete des Projekts zuständig. Zusätzlich ist Fluor Daniel zusammen mit Technip in einem 50:50-Joint Venture und in Kooperation mit Petronas für Planung, Beschaffung und Bau der Versorgungsinfrastruktur und der Einrichtungen außerhalb des eigentlichen RAPID-Vorhabens verantwortlich.

Das Gesamtprojekt - von der Versorgungs- und Logistik-Infrastruktur bis zum Raffinerie-, Cracker- und Petrochemie-Komplex - bietet umfangreiche Liefermöglichkeiten. Davon dürfte ein beträchtlicher Teil an deutsche Firmen gehen, schätzen Insider. Einen ersten Auftrag hat Siemens an Land ziehen können und hierfür bereits den Grundstein gelegt. Es ist das 1.220-MW-Gaskraftwerk, das in Pengerang zur Versorgung des Vorhabens gebaut wird.

Der Bau der Versorgungsinfrastruktur ist bereits angelaufen. Dazu gehören neben Kraftwerken auch Wasser- und Gasversorgung sowie Hafeneinrichtungen. Zusammen mit RAPID bilden sie den Pengerang Integrated Complex, kurz PIC genannt. Bis zum 1. Quartal 2019 soll er fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten sind mit 27 Milliarden US-Dollar angesetzt.

Das Großvorhaben hat der Eigentümer Petronas nun in nahezu ein Dutzend Einzelpakete aufgeteilt, die dann wieder in kleinere Lots aufgebrochen werden. Die Beauftragungen hat der Konzern schon zum großen Teil an internationale EPCC-Contractors vergeben. Jeder von ihnen wird für die Beschaffung und die Installation von Maschinen und Anlagen im Wert von einer bis drei Milliarden Dollar verantwortlich sein. Dabei hat er weitgehend freie Hand.

Deutsche Zulieferer mit Chancen

In der Petrochemie-Anlage steckt viel hochentwickelte Technologie, so dass sie für deutsche Hersteller interessant sein dürfte. Im Hinblick auf die bisherigen Vergaben sollten sich diese am ehesten an den spanischen und den japanischen Kontraktor wenden. Von dem Gesamtkuchen können sich deutsche Unternehmen eine beträchtliche Scheibe abschneiden, wenn die Preise stimmen, schätzen Branchenkenner. Chancen sehen sie bei Pumpen und Kompressoren. Bei Hydrocarbon-Pumpen dürften japanische und deutsche Produkte vorne liegen.

In Konkurrenz zu US- und japanischen Firmen hat das "Made in Germany" auch im Hinblick auf Kontroll- und Steuerungssysteme Vorteile. Weitere Möglichkeiten bieten sich bei allen höherwertigen Fertigungsteilen. Im "High End"-Bereich, vor allem bei Nischen- und Spezialprodukten, haben deutsche Erzeugnisse am ehesten Chancen. Hierbei sind es aber nicht die großen Mengen, die angeschafft werden. Um den relativ teuren deutschen Produkten neue Wege zu öffnen, bieten sich erweiterte Angebote an. Dazu könnten hochwertige Ingenieur-Dienstleistungen, Anlagen- und Sicherheitsmanagement sowie Wartung und Ausbildung gehören.

Ein weiteres Aufgabenfeld ist die reibungslose Ersatzteilversorgung vor Ort. Kooperationen mit einheimischen oder anderen asiatischen Unternehmen könnten darüber hinaus helfen, die Kosten zu senken. Schließlich zielt das Vorhaben stark auf Kosteneffizienz, ohne jedoch Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen.

Petronas hat den EPCC-Kontraktoren seine Lieferantenliste zur Verfügung gestellt. Auf dieser befinden sich alle namhaften Ausrüster, und aus ihrem Kreis wählen die Kontraktoren die Zulieferer. Die Aufträge erteilen sie direkt. Dabei ist es ihnen freigestellt, über Ausschreibungen oder Direktplatzierungen zu gehen.

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(Quelle: GTAI)