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Betriebe machten bislang gute Erfahrungen mit Migranten

Berlin (28.09.2015) Menschen mit Migrationshintergrund sind in deutschen Unternehmen überwiegend gut integriert. Das belegt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) unter rund 1.900 Betrieben, die aus dem Ausland stammende Mitarbeiter beschäftigen.

Betriebe machten bislang gute Erfahrungen mit Migranten

"Die Unternehmen berichten uns: Je höher die Qualifikation, desto besser gelingt die Integration in die Betriebe", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Diese Erfahrungen könnten in der aktuellen Situation sicherlich dazu beitragen, dass Unternehmen auch Flüchtlingen die Integration in Ausbildung und Beschäftigung erleichterten, meinte er.

Die Analyse "Ankommen und Dazugehören – Betriebe gestalten Integration: Das IHK-Unternehmensbarometer 2015 zur Integration" zeigt, dass fast 90 Prozent der Betriebe ihre Erfahrungen mit Zuwanderern mit mittlerer und höherer Qualifikation als "gelungen" oder "in aller Regel gelungen" bewerten. Bei ausländischen Mitarbeitern mit geringer Qualifikation sagen dies rund zwei Drittel der Befragten, nur 9 Prozent halten ihre Integration für "eher problematisch".

Insgesamt führten größere Unternehmen mehr gezielte Fördermaßnahmen durch als kleinere. Das liege vor allem an der meist höheren Anzahl von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund sowie der besseren Ausstattung mit personellen und finanziellen Ressourcen, heißt es in der Umfrage. Dennoch stellten immerhin 37 Prozent der kleinen Betriebe mit bis zu 19 Beschäftigten berufliche Weiterbildungen zur Verfügung. Insgesamt machten 46 Prozent der Unternehmen solche Angebote – doppelt so viele als noch vier Jahre zuvor.

Sprachbarriere ein Problem

"Allerdings hapert es bei den jetzt zu uns kommenden Flüchtlingen fast immer an den notwendigen Deutschkenntnissen", berichtete Schweitzer der "FAZ". "Daher ist eine frühzeitige Vermittlung der deutschen Sprache das A und O." Möglichkeiten der Sprachförderung müssten deshalb rasch und massiv ausgebaut werden.

"Zudem sind viele Flüchtlinge kaum oder gar nicht qualifiziert." Daher sei es wichtig, möglichst schon beim Stellen des Asylantrags die Kompetenzen und Fähigkeiten der Menschen zu erfassen, um sie schnell passend weiter qualifizieren oder in Praktika, Ausbildung und Beschäftigung bringen zu können.

Außerdem benötigten sowohl Unternehmen als auch junge Flüchtlinge mit Bleibeperspektive Planungssicherheit, forderte der DIHK-Präsident. "Wer in Ausbildung ist, darf daher nicht abgeschoben werden." Nach der Ausbildung sollten die jungen Fachkräfte mindestens weitere zwei Jahre beschäftigt werden dürfen.

 (Quelle: DIHK)