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Schweiz: Arbeiten in der Schweiz

München (23.01.2014) - Informieren Sie sich über die Regelungen (inkl. Änderungen ab 1.4.2014) bei: Meldeverfahren, Lohnangaben,Sozialversicherungspflicht, neue Bemessungsgrundlage von Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Arbeitsbewilligungen.

Meldeverfahren für Arbeiten in der Schweiz geändert (Lohnangaben):

Ausländische Arbeitgeber müssen bei der Meldung ihrer Mitarbeiter für Arbeiten in der Schweiz die eingesetzten Mitarbeiter namentlich benennen. Ebenso muss der Zeitraum der Arbeiten für die gemeldeten Arbeitnehmer bei der Voranmeldung angegeben werden - und dies schon acht Tage vor Arbeitsbeginn. Seit Mai 2013 muss zusätzlich der gezahlte Lohn bei der Online-Anmeldung angegeben werden. Dies bedeutet, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt geprüft werden sollte, ob entsprechende Mindestlöhne nach den Gesamtarbeitsverträgen oder ortsüblichen Löhnen für die entsandten Mitarbeiter gezahlt werden müssen. Dieser Betrag ist dann bereits anzugeben.

Dabei ist ab dem 1. April 2014 neben dem Mindestlohn auch der Schweizer Auslagen- und Spesenersatz einzuhalten. Kann die Übernahme oder die Vergütung der Kosten für Reise und Verpflegung nicht oder nur teilweise nachgewiesen werden, werden diese Kosten vom deutschen Grundlohn (ganz oder teilweise) abgezogen.

Die Angabe des gezahlten Lohnes abzüglich nicht übernommener Auslagen wird bei einer Falschmeldung zwar nach Auskunft der SECO nicht sanktioniert und ist damit unverbindlich. Sie gilt aber für die prüfenden Behörden als Indiz für eine mögliche Mindestlohnunterschreitung. Deshalb sollte vorzeitig bei der Berechnung mögliche Wechselkursschwankungen und Ähnliches berücksichtigt werden. Dabei ist - unabhängig von der Dauer des Einsatzes - bei der Umrechnung zwischen Schweizer Franken und Euro ab April 2014 ausschließlich der Monatsmittelkurs der Eidgenössischen Steuerverwaltung maßgeblich.
 

Sozialversicherungspflicht:

Personen, die in Deutschland eine selbständige Tätigkeit und gleichzeitig in der Schweiz eine unselbständige Beschäftigung ausüben, werden mit ihrem gesamten (deutschen und schweizerischen) Erwerbseinkommen der Schweizer Sozialversicherung unterstellt.
Betroffen sind vor allem Personen, die in Deutschland von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit sind (z. B. als Geschäftsführer einer deutschen GmbH oder Vorstand einer deutschen AG) und in der Schweiz eine unselbständige Erwerbstätigkeit (z. B. als Verwaltungsrat einer Schweizer AG oder als Geschäftsführer einer Schweiz GmbH) aufnehmen. Dies führt zu einer erheblichen finanziellen Belastung für die betroffenen Personen.
Die Presseinformation der Deutsch-Schweizerischen Handelskammer (AHK) finden Sie nebenstehend.  

Neue Bemessungsgrundlage von Urlaubs- und Weihnachtsgeld:

Ab 1. April 2014 ändert sich auch die Bemessungsgrundlage bei der Berücksichtigung der Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie des 13. Monatslohns bzw. des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Dies führt dazu, dass Entsendebetriebe, die mit den deutschen Lohnzahlungen den Schweizer Mindestlohn nicht erreichen und eine Entschädigung oder eine Entsendezulage zu zahlen haben, einen höheren Lohnzuschlag für die Einsätze in der Schweiz einkalkulieren müssen.

 Schweiz begrenzt Zulassungen für Arbeitsbewilligungen:

Seit 01.06.2013 wird für ein Jahr die Anzahl der Zulassungen für Arbeitsbewilligungen der Schweiz begrenzt. Betroffen sind alle EU-Staaten. Dies soll die Zuwanderung drosseln, welche in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise in der EU stark angestiegen ist. Die Schweiz behauptet sich wegen der Finanz- und Schuldenkrise wirtschaftlich als „sicherer Hafen“ und das hohe Lohnniveau und die geringe Arbeitslosenquote ziehen zusätzlich viele Zuwanderer an. Der Schweiz wurde die Begrenzung im Rahmen der Freizügigkeits-Verträge mit der EU eingeräumt, sollte die Zuwanderung um mehr als 10 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Somit soll die für die Wirtschaft willkommene Zuwanderung auch gesellschaftsverträglich gestaltet werden. Aufgrund von Fachkräftemangel ist die Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.