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Schiefergasbranche in den USA benötigt Umwelttechnik

Berlin/New York (1.12.2014) - Die USA sind der weltweit größte Schiefergasproduzent. Seit 2007 boomt die Branche, die Ankündigungen von Großinvestitionen reißen nicht ab. Der Markt für Technologien zur Abwasseraufbereitung in den USA dürfte kräftig wachsen.

Seit 2007 boomt die Schiefergasproduktion in den USA, die Ankündigungen von Großinvestitionen reißen nicht ab. Prognosen der US-Energieinformationsbehörde Energy Information Administration (EIA) deuten auf eine Fortsetzung dieses Trends hin. Lag die jährliche Fördermenge 2012 noch bei 295 Milliarden Kubikmetern, soll sie laut EIA bis 2035 auf 560 Milliarden Kubikmeter steigen.

Im Gleichschritt mit dem Erfolg der Schiefergasbranche hat die Kritik am Förderverfahren zugenommen. Frackingwasser wird zur hydraulischen Rissbildung mit zahlreichen Chemikalien angereichert und weist eine hohe Konzentration an Salzen auf. Diese Flüssigkeit tritt mit Schwermetallen und teilweise radioaktiven Substanzen angereichertem Lagerstättenwasser nach der Bohrung an die Oberfläche. Da US-Behörden wenig Erfahrung mit den ökologischen Auswirkungen des Frackings haben, ist die Regulierung noch wenig ausgereift.

Branchenfirmen müssen sich auf strengere Vorschriften einstellen

Je nach deren Vorgaben haben die Förderunternehmen ihre Abwässer bisher in tief liegende wasserdichte Gesteinsschichten oder ehemalige Lagerstätten gepumpt und dort gelagert. Die meisten Unternehmen entsorgen ihre Abwässer über kommunale Kläranlagen beziehungsweise Industrieabwasseranlagen. Für diese Entsorgungswege haben sich die rechtlichen Vorgaben in vielen Bundesstaaten tendenziell verschärft. Marktexperten erwarten für die kommenden Jahre eine strengere staatliche Regulierung.

Die Schiefergasindustrie versucht zunehmend, den hohen Wasserbedarf und die Transportkosten zu den Kläranlagen zu reduzieren. Sie konzentriert sich dabei darauf, das Abwasser im Frackingprozess wiederzuverwenden. Wie das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan berichtet, sind mobile Lösungen, zum Beispiel Aufbereitungscontainer, stark gefragt, die eine effiziente Reinigung von Abwässern mit einem hohen Salzgehalt bieten. Dabei wünscht sich die Schiefergasindustrie flexible und kosteneffiziente Lösungen, mit denen die Aufbereitung an den spezifischen Frackingvorgang und die eingesetzten Chemikalien angepasst werden kann.

Neue Technologien sind hochwillkommen

Die Branchenunternehmen begrüßen neue Technologien, um das jeweils optimale Produkt für verschiedene Verschmutzungsgrade zu finden. Unternehmen aus der Gasbranche zeigen zudem großes Interesse an Technologien, die eine Förderung ohne den Einsatz von Wasser ermöglichen. Ein Grund ist, dass die Trinkwasserknappheit im trockenen Süden den Wasserverbrauch für das Fracking kostenintensiv und unpopulär macht.

Einen Hotspot für Wasseraufbereitung stellt das größtenteils in den Bundesstaaten New York und Pennsylvania gelegene Marcellus-Feld dar. Die Investmentbank Boenning & Scattergood sieht in der Region um das Marcellus-Feld für die Abwasserbehandlung und -entsorgung ein Marktpotenzial von etwa 3 Mrd. US-Dollar. Neben der zunehmenden Fördermenge sorgt auch die dichte Besiedlung im Nordosten der USA für hohe Anforderungen an die Wasseraufbereitung. Der Bundesstaat Pennsylvania hat schon 2011 den Druck erhöht und strenge Regeln für die Aufbereitung von Abwässern in öffentlichen Kläranlagen sowie Industrieabwasseranlagen erlassen.

"Diese Regularien können als Türöffner für anspruchsvolle Abwassertechnologien verstanden werden", meint Marktexperte David Yoxtheimer vom Marcellus Center for Outreach and Research der Pennsylvania State University. Betreiber von Aufbereitungsanlagen rüsten ihre Anlagen zunehmend mit neuer und auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnittener Technologie aus. Verstärkt werden neue Industrieabwasseranlagen in der Nähe von Bohrfeldern errichtet, verbunden mit erheblichen Investitionen in die thermische Aufbereitungstechnik.

Wasserentsorgung in Frackingregionen schwierig

"Auch die geologischen Gegebenheiten im Marcellus-Areal spielen Anbietern moderner Abwassertechnik in die Karten", erklärt Yoxtheimer. In Pennsylvania sind kaum Möglichkeiten für eine unterirdische Einlagerung der Abwässer in tief liegenden, wasserdichten Gesteinsschichten oder in Versenkbohrungen gegeben.

Aufgrund des hohen Salzgehaltes in den tiefen Gesteinsschichten in der Marcellus-Region sind die kostengünstigsten Aufbereitungsmethoden nicht immer ausreichend. Zusätzliche Technologien und die Kombination verschiedener Verfahren sind nötig, um den Frackingboom in der Region aufrechterhalten zu können. Gerade kleine, hoch spezialisierte Technologieunternehmen haben nach Ansicht der US-Wasserconsulting-Firma The Arthemis Project hier besonders gute Absatzchancen.

Quelle: "markets - Das Magazin für Märkte und Chancen", Ausgabe 5/2014 (01.10.2014). Nähere Informationen zum Heft und zur Abo-Bestellmöglichkeit unter http://www.gtai.de/markets. Ein kostenloses Probeheft kann per E-Mail an markets@gtai.de angefordert werden.