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Myanmar: Ein nennenswerter und entwicklungsfähiger Markt in Asien

München - (18.12.2014) - Myanmar ist als Delegiertenbüro der jüngste Standort des weltweiten Netzwerkes der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in 90 Ländern. Nach Ende der Militärherrschaft im Februar 2011 wird Myanmar auch für deutsche Unternehmen wieder attraktiv. Monika Stärk, Delegierte der Deutschen Wirtschaft in Myanmar, zeigt im Interview die aktuellen Geschäftschancen auf.

Frau Dr. Stärk, mit dem Delegiertenbüro eröffnete Deutschland zügig nach dem Ende der Sanktionen eine Vertretung für Wirtschaftsförderung in Myanmar. Was sind die größten Herausforderungen?
 
Wir fangen nicht bei null an, denn Myanmar war nicht völlig isoliert. Die EU-Sanktionen haben ab 2008 die Geschäfte zwar sehr beschränkt, Aktivitäten aber in kleinem Rahmen zugelassen. Trotzdem hat Deutschland massiv Marktanteile verloren: China und andere asiatische Länder haben sich breit aufgestellt, Japan hat sich ab 2008 wieder engagiert. Die Nachbarstaaten haben einen großen Vorsprung. Doch durch die frühe Eröffnung des Delegiertenbüros haben wir die Chance, deutsche Unternehmen beim Markteintritt zu unterstützen. Asien hat die Nase vorn, aber wir können aufholen.
 
Wenn deren Positionen aber so gefestigt sind: Wie können deutsche Unternehmen überhaupt konkurrieren?
 
Die Wertschätzung für deutsche Technologien ist sehr hoch. Myanmar hat darauf gewartet, dass der Partner Deutschland zurückkommt. Aber: Wir müssen diesen Vertrauensvorschuss jetzt nutzen und die Erwartungen erfüllen. In zwei, drei Jahren ist das vielleicht zu spät.
 
Gibt es Branchen, in denen es Unternehmen leichter oder schwerer haben?
 
Das Spannungsfeld zwischen Wertschätzung hoher Qualität und einem preissensitiven Markt zieht sich durch alle Segmente. Für deutsche Unternehmen zentral sind natürlich Zulieferungen bei Investitionsgütern. Hier ist der Ausbau der Industrieproduktion spannend, die im Finanzjahr 2013/14 für die Hälfte der Investitionszuflüsse sorgte. Aktuell haben wir wieder ein starkes Gewicht im Bereich Öl und Gas, sowie im Telekommunikationssektor. Auch der Aufbau des Mobilfunknetzes erfolgt übrigens mit deutscher Zulieferung. Und die Konsumgüternachfrage steigt - wenn auch von niedrigem Niveau.
 
Das heißt, Sie schauen optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft?
 
Absolut. Wir haben hier die einzigartige Situation einer nachholenden Wirtschaftsentwicklung: Myanmar hat den strategischen Anspruch formuliert, aus den Fehlern anderer Länder zu lernen. Hier können nachhaltige und energieeffiziente Produkte und Technologien aus Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Unterschätzen sollten wir dabei auch die Rolle deutscher Importe nicht. Durch sie erschließt sich Deutschland nicht nur einen neuen wichtigen Liefermarkt, sondern sie bringen Standards ins Land, die Nachfrage nach deutschen Technologien und Dienstleistungen schaffen.
 
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in einige Regionen. Wie sicher sind Unternehmen und ihre Investitionen?
 
Es gibt Konfliktgebiete, die für Ausländer gesperrt sind. Dort liegen zum Teil auch beträchtliche Rohstoffvorkommen. Die für deutsche Unternehmen wichtigen unternehmerischen Aktivitäten finden dort aber nicht statt. Die wirtschaftlichen Zentren sind sicher.
 
Beenden Sie bitte abschließend den Satz: Der Außenhandel mit Myanmar lohnt sich ..., 

weil dieses Land der letzte nennenswerte und entwicklungsfähige Markt in Asien ist und sich für deutsche Unternehmen exzellente Möglichkeiten ergeben, wenn man etwas Geduld mitbringt. 
 
Daten zu Myanmar und AHK:
BIP pro Kopf*: 868,7 US-Dollar
Wirtschaftswachstum*: 7,5 Prozent
Beziehungen zu Deutschland:
- Dt. Einfuhren*, in Millionen EURO: 55,8
- Dt. Ausfuhren*, in Millionen EURO: 126,6
Hermes Länderkategorie: 7
Ease of Doing Business Ranking: 182 von 189 Ländern
Quelle: GTAI 2014, *2013
 
AHK Myanmar:
Gründungsjahr: 2013
Standort: Yangon
Kontakt: Dr. Monika Stärk,
E-Mail: monika.staerk@myanmar.ahk.de
Tel. +95 (0) 1 230 1823
 

(Quelle: IHK München)