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Deutsche Dentaltechnik für Chinas Mittelstand attraktiv

Berlin/Shanghai (2.12.2014) - Deutsche Anbieter von dentalmedizinischen und -technischen Produkten rechnen für die nächsten Jahre mit einem Zuwachs bis 20 Prozent auf dem chinesischen Markt. Zwar gleicht der Gang zum Zahnarzt in der VR China oft noch einem Abenteuer. Gleichzeitig aber bieten immer mehr spezialisierte Privatkliniken Spitzenleistungen an. Denn gesunde Zähne sind bei zahlungskräftigen Patienten gefragt.

Ein makelloses Gebiss und strahlend weiße Zähne gelten zunehmend als Gradmesser für den sozialen Status einer Person. Der Pool zahlungskräftiger Patienten wächst und mit ihm der Bedarf an moderner Zahnbehandlung und hochwertigem Zahnersatz. Dieses High-End-Segment bedienen neben einer Handvoll staatlicher Spitzenkliniken zunehmend spezialisierte Privatpraxen. Für die Versorgung ihrer Patienten greifen sie häufig auf importiertes Füllmaterial oder Implantate zurück. Auch in der Diagnostik werden importierte Röntgengeräte eingesetzt; die CAD/CAM-Technologie revolutioniert die Arbeitsabläufe zur Zahnrekonstruktion.

Geschäftschancen deutscher Hersteller nur durch lokale Firmen bedroht

Deutsche Firmen der Dentalmedizin und -technik sind seit Jahren gut im chinesischen Wachstumsmarkt vertreten, der noch längst nicht gesättigt ist. Die Konjunkturabschwächung haben sie bislang kaum gespürt, allerdings in einigen Sparten die wachsende inländische Konkurrenz. So sorgt diese beispielsweise für erheblichen Preisdruck auf Zahnfüllstoffe aus Gips. In diesem Segment gingen die Einfuhren aus Deutschland in den ersten drei Quartalen 2014 überdurchschnittlich um knapp über 15 Prozent zurück. Aber auch bei Zahnarztstühlen, Instrumenten, Füllmaterialien oder einfachen Röntgengeräten wächst das inländische Angebot. Exportiert werden bislang zwar vor allem Verbrauchsmaterialien, allerdings ist Chinas Ausfuhr von Dentaltechnik in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Seit Jahren bewegen sich die jährlichen Wachstumsraten im chinesischen Dentalmarkt zwischen 15 und 20 Prozent. Nur wenige deutsche Aussteller auf der "DenTech China International Exhibition for the Dental Industry Shanghai" zweifelten im Oktober 2014 daran, dass diese Zuwächse auch künftig erreicht werden können.

Allerdings ist mit steigenden Markteintrittsbarrieren zu rechnen. So sind beispielsweise von den seit Juni 2014 geltenden neuen Anforderungen für die Registrierung von medizinischen Produkten der Klasse III unter anderem auch Implantate betroffen. Je nach Produkt müssen nun klinische Tests unterschiedlichen Umfangs durchgeführt werden. Dauerte die Marktzulassung bereits zuvor zwei bis drei Jahre, so befürchten Branchenkenner nun, dass die Zeit auf vier bis sechs Jahre steigen wird. In einem schnell wachsenden Markt wie dem der Implantate, wirken sich derart zeit- und kostenintensive Zulassungsprozesse negativ auf den Wettbewerb aus.

Besonders CAD/CAM-Systeme hoch im Kurs

Während einige deutsche Anbieter bereits seit über 20 Jahren im chinesischen Markt aktiv sind, haben ihn Hersteller neuster CAD/CAM-Systeme erst deutlich kürzer im Visier. Etwa 20 Prozent des Zahnersatzes soll mit dieser digitalen Technologie bereits in Deutschland hergestellt werden. In China, so schätzen Branchenkenner, dürfte der Anteil noch im unteren einstelligen Bereich liegen. Doch bereits jetzt verändert CAD/CAM den Markt. Denn die Technologie ermöglicht es, erhebliche Teile des Fertigungsprozesses - Kennern zufolge bis zu 80 Prozent - maschinell auszuführen und den handwerklichen Anteil deutlich zu reduzieren. Davon profitieren vor allem Zahntechniklabore.

Um nicht nur im Binnenmarkt, sondern auch international wettbewerbsfähig zu bleiben, investieren daher einige der großen Labors in die neue Technologie. Diese steigende Nachfrage spüren auch deutsche Anbieter derartiger CAD/CAM-Maschinen für den Laborgebrauch. Andere Labors wiederum versuchen die Kosten zu reduzieren, indem sie in billigere Lohnfertigungsländer abwandern. Eine Marktkonsolidierung wird nicht ausbleiben.Hohe Zulassungsanforderungen können den Markteintritt verzögern. Aus- und Weiterbildung von Zahntechnikern an neuen Systemen sind unerlässlich. 

Auch die sogenannte CAD/CAM-Technologie direkt am Behandlungsstuhl (Chairside CAD/CAM) ist gefragt. Über die Hälfte des Marktes bedient nach eigener Einschätzung die deutsche Firma Sirona - lange einziger Anbieter dieser Technologie. Den Rest teilen sich die langsam aufschließenden Konkurrenten aus den USA, Finnland und vermutlich bald auch aus China. Noch dürften wohl weniger als 5 Prozent  der registrierten Zahnärzte diese Technologie einsetzen.

Importprodukte erreichen trotz der hohen Zuwächse bislang nur einen Bruchteil des Gesamtmarktes. Während manch ein Branchenkenner in den Zentren wie Beijing oder Shanghai bereits eine Überversorgung sieht, ist der Nachholbedarf außerhalb dieser Ballungsräume nach wie vor gewaltig. Schätzungen der CSA zufolge, waren die zahnmedizinischen Ausgaben in den USA im Jahr 2012 zwanzig Mal so hoch wie die in China. Pro Kopf beliefen sie sich gar auf das Hundertfache. Im Hinblick auf den immer größer werdenden Mittelstand in China ist das Wachstumspotenzial gewaltig.

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(Quelle: GTAI)