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Steigende Handelshemmnisse kosten deutschen Unternehmen Milliarden

Berlin (05.08.2013) - Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) Volker Treier hat die bestehenden weltweiten Handelshemmnissen für den deutschen Außenhandel kritisiert.

IHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier: "Die IHKs stellen weiterhin eine fortgesetzte Zunahme von Barrieren und Hürden für die deutschen Exporteure fest. Allein der deutsche Export könnte bei Wegfall der attestierten Handelshemmnisse um mehr als 10 Milliarden Euro höher liegen. Die Ergebnisse unterstützen umso mehr die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA, um bald auch Handelserleichterungen zu erlangen."

 
Der Kanon der Barrieren reicht von neuen Kennzeichnungspflichten für Maschinen in Russland über „Local-Content“-Vorschriften in den verschiedensten Bereichen in China bis hin zu erschwerten Einfuhrverfahren für Textilien und Kleidung in Brasilien. Die Europäische Kommission ist gefordert, diesen Praktiken konsequent zu begegnen. Probleme sollten am Verhandlungstisch gelöst werden, um einen Wettlauf von Strafmaßnahmen zu vermeiden. Auch die Möglichkeiten von WTO-Streitbeilegungsverfahren, bei dem zunächst über Konsultationen Lösungen gesucht werden, sollten verstärkt genutzt werden. Allerdings befinden sich etliche Maßnahmen im protektionistischen Graubereich. Die Bundesregierung sollte daher bei ihren bilateralen Gesprächen das klare Wort suchen.
 
Erfreulich ist, dass die IHKs in den letzten beiden Jahren ein vermehrtes Interesse ausländischer Investoren an Deutschland wahrnehmen. Interessenten kommen vornehmlich aus Europa und den USA – es folgen Unternehmen aus Asien und dort im Wesentlichen aus China. Dies unterstreicht die derzeitige Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. De facto hat sich das Interesse aber noch nicht eins zu eins materialisiert. Deshalb gilt es umso mehr, die Standortbedingungen im Blick zu behalten und zu verbessern. Mit der Energiewende stehen zum Beispiel energieintensive Branchen vor großen Herausforderungen – schon heute liegen die Strompreise bis zu 50 Prozent höher als in anderen Industrieländern. Hierzu kommt der Zustand der Infrastruktur – hier sind dringend Investitionen nötig. Deutschland lebt viel zu sehr von der Substanz.