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Branchenrisiken: Kluft wird größer

Mainz (23.04.2013) - In Europa findet sich keine Branche mit einem moderaten Kreditrisiko. Die Lage ist besonders angespannt in der Metallindustrie. Das ist das Ergebnis eines von Coface veröffentlichten Branchen-Panoramas.

Eine signifikante Kluft bei den Branchenrisiken zwischen den aufstrebenden Ländern in Asien sowie Nordamerika auf der einen Seite und der Europäischen Union (EU 15) auf der anderen Seite machen die Coface-Analysten in ihrem aktuellen Risiko-Index aus. Der Index basiert auf den Zahlungserfahrungen mit Unternehmen, die in der Risikoprüfung des Kreditversicherers betrachtet werden. Ausgewertet werden auch Veränderungen der Finanzdaten von über 6.000 börsennotierten Unternehmen in Asien, Nordamerika und den EU-15-Ländern. Parameter sind Umsatz, Renditekennzahlen, Schuldenquote, Cashflow sowie Zahlungsausfälle. Die Daten werden auf vier Risikokategorien heruntergebrochen: gering, mittel, hoch und sehr hoch.

In den asiatischen Schwellenländern ist das Branchenrisiko begrenzt. Drei Viertel der untersuchten Branchen liegen im geringen oder mittleren Risikobereich. Die Unternehmen in der Region verzeichnen ein konstantes Umsatzwachstum, je nach Branche zwischen vier und 16 Prozent.

Insgesamt zeigen die Branchen in Nordamerika ein mittleres Risiko - außer der Metallindustrie, in der das Risiko wegen der Importe großer Mengen billigen Stahls aus China hoch bleibt. Dagegen hat sich das Risiko im Energiesektor reduziert. Grund dafür sind niedrige Preise für Schiefergas. Die Automobilindustrie steigerte die Absatzzahlen im Februar 2013 um vier Prozent. Die Hersteller profitierten von der Erholung beim Konsum der privaten Haushalte. Coface sieht auch die Chemiebranche weiter wettbewerbsfähig, insbesondere wegen der historisch niedrigen Gaspreise.

In Europa findet sich keine Branche mit einem moderaten Kreditrisiko. Die Lage ist besonders angespannt in der Metallindustrie, die Überkapazitäten aufweist und von den Problemen der Hauptabnehmer betroffen ist: Automobil und Bau. Diese zwei Branchen müssen ebenfalls als kritisch angesehen werden. Sie bleiben sehr anfällig wegen der schwachen Inlandsnachfrage in Europa. Im Elektroniksektor steigen die Risiken. Dies zeigt sich vor allem im starken Absatzrückgang bei PCs.

Quelle: Coface