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Erneuerbare Energien in Thailand und Indonesien

Berlin (13.02.2012) - Die Exportinitiative Erneuerbare Energien bietet Informationen und Unterstützung zur Markterschließung Thailands und Indonesiens an.

Thailand: Zukunftsmarkt für Bioenergie

In Südostasien gilt Thailand als Vorzeigeland für die Förderung Erneuerbarer Energien und als zentraler Wirtschaftsstandort in der Region. Insbesondere im Bereich Bioenergie bieten sich aussichtsreiche Möglichkeiten für deutsche Unternehmen. Ein Großteil der Wirtschaftsleistung basiert auf Landwirtschaft und der Verarbeitung von Agrarprodukten. Dementsprechend ist das Potenzial für die Energieproduktion aus Biomasse und Biogas enorm. Es wird derzeit auf 4.900 MW zur Stromerzeugung und 10.000 MW zur Wärmegewinnung geschätzt. Im Bereich der festen Biomasse wird neben der Nutzung von Abfällen aus der Reis-, Palmöl-, Kautschuk-, Stärke-, Papier- und Zuckerindustrie vermehrt auf kommunale Projekte sowie auf den Anbau von Energiepflanzen gesetzt.

Zurzeit basiert Thailands Energiemix primär auf importierten fossilen Energieträgern. Das Ausbauziel des nationalen Entwicklungsplans für erneuerbare Energien wurde daher kürzlich von 20% auf 25% erhöht. Bis 2022 soll so ein Viertel der Energieversorgung aus regenerativen Energiequellen stammen, von denen Biomasse das höchste Potenzial zugeschrieben wird. Ein gültiger Einspeisetarif mit dem Ziel von 4.000 MW installierter Leistung aus Biomasse steigert die Nachfrage nach effizienten Qualitätsprodukten in diesem Bereich und macht die Entwicklung derartiger Anlagen für ausländische Investoren immer attraktiver.

Allerdings stellen technologische Hürden lokale Betreiber, Investoren und Banken vor große Heraus-forderungen. Hier sind deutsche Technologien und Dienstleistungen wie Projektentwicklung, Anlagenbau und Komponentenlieferungen sowie Ko-Investitionen gefragt. In Thailand gibt es großes Interesse an moderner und umweltfreundlicher Technologie „made in Germany“. Die Nachfrage nach Qualität, Effizienz und ertragsorientierten Projekten nimmt aufgrund der bisherigen Erfahrungen und steigender Biomassepreise stetig zu.

Weitere gezielte Fördermaßnahmen wie Mehrwertsteuer- und Einfuhrzollbefreiung für Motoren, Maschinenteile und Materialien des Anlagenbaus komplettieren das Bild Thailands als attraktiven Markt für deutsche Unternehmen.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit bietet am 05. März 2012 den Informationsworkshop "Energie aus fester Biomasse in Thailand: Potenziale für deutsche Unternehmen" in Berlin. Weitere Informationen und Hintergründen finden Sie rechts im Flyer.

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Indonesien: Hohe Potentiale für die Anwendung von Photovoltaik

Die Nutzung regenerativer Energie gewinnt in Indonesien rasch an Bedeutung. Die Wirtschaft wächst kontinuierlich und ein Ausbau der Stromversorgung ist dringend notwendig. Pro Jahr steigt der Elektrizitätsbedarf um 9,5 Prozent, was einer Leistung von 7.800 MW entspricht. Die Ziele der Regierung, bis 2020 die CO2-Emissionen um ein Viertel zu verringern und gleichzeitig die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern zu reduzieren, veranschaulichen die Bedeutung erneuerbarer Energien. Insgesamt sollen bis 2020 17 Prozent der Energieerzeugung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Hinzu kommt, dass eine signifikante Steigerung der Elektrifizierungsrate angestrebt wird. Aufgrund der begrenzten Reichweite des Elektrizitätsnetzes, welches derzeit lediglich 56 Prozent der Bevölkerung erreicht, sowie aufgrund der geographischen Rahmenbedingungen Indonesiens als Archipel mit mehr als 17.000 Inseln werden vor allem dezentrale Lösungen dringend benötigt. Neben alleinstehenden Off-Grid Anwendungen schließt dies auch Inselnetze und Hybrid-Lösungen ein.

Die umfangreiche Nutzung der Photovoltaik spielt eine wichtige Rolle für die Erreichung der Ausbauziele für erneuerbare Energien der Regierung. Mit einer durchschnittlichen Sonneneinsstrahlung von knapp 5 kWh/m² pro Tag sind in Indonesien sehr gute Voraussetzungen dafür vorhanden. So plant die Regierung, auf über 100 Inseln kommunale Solarkraftanlagen zu installieren und 340.000 Haushalte mit Solar Home Systems für Beleuchtung zu versorgen. Neben dem staatlich gelenkten Vorhaben zum Ausbau von Solarenergie ist jedoch auch privat-wirtschaftliches Engagement notwendig. Um den Privatsektor stärker einzubinden, wurden vielfältige Anreizsysteme geschaffen. Mit einer garantierten Einspeisevergütung des staatlichen Energieversorgers für unabhängige Energieproduzenten mit einer Kapazität von bis zu 10 MW wird die Entwicklung derartiger Anlagen für ausländische Investoren attraktiv. Weitere gezielte Fördermaßnahmen wie Mehrwertsteuer- und Einfuhrzollbefreiung für Komponenten im Anlagenbau im Bereich erneuerbarer Energien komplettieren das Bild Indonesiens als Zukunftsmarkt für deutsche Unternehmen.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit bietet am 07. März 2012 den Informationsworkshop "Solarenergie (PV) in Indonesien: Potentiale für deutsche Unternehmen" in Berlin. Weitere Informationen und Hintergründen finden Sie rechts im Flyer.