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Achtung: Gefälschte Zahlungsanweisungen aus China im Umlauf

Nürnberg (18.09.2012) - Die Betrugsversuche haben gemeinsam, dass bei den Banken beleghafte - also schriftliche - Zahlungsaufträge aus China eingegangen sind. Die Geschäftsanfragen hingegen kamen aus Uganda.

Bei Banken in Deutschland gehen derzeit verstärkt gefälschte Zahlungsaufträge im Außenwirtschaftsverkehr aus China ein, die Zahlungen von Firmenkonten in Höhe von mehreren zehntausend Euro auf chinesische Bankkonten transferieren sollen. Alle diese Betrugsversuche haben gemeinsam, dass bei den Banken beleghafte - also schriftliche - Zahlungsaufträge eingegangen sind. Den uns bekannten Fällen waren jeweils seriös erscheinende Geschäftsanfragen aus Uganda vorausgegangen.

Aktuell sind uns mehrere Fälle aus Bayern bekannt, bei denen IHK-Mitgliedsunternehmen um ein Haar um Beträge zwischen 40.000 und 80.000 EUR geprellt worden wären. Nur das umsichtige Verhalten der Geschäftsbanken konnte Schlimmeres verhindern.

Die Fälle spielten sich wie folgt ab: Die Firmen erhielten jeweils Kaufanfragen aus Uganda mit vergleichsweise handelsüblichen Beträgen und Warenmengen, die die bayerischen Firmen mit einem konkreten Angebot beantworteten. Der vermeintliche Kunde forderte daraufhin eine Proforma-Rechnung an, wie sie im internationalen Geschäftsverkehr üblich ist. Auf dieser wurden zusätzlich jedoch die Unterschrift des Geschäftsführers sowie die Kontodaten abgefragt. Wenig später erreichte die Hausbank der bayerischen Unternehmen eine schriftliche Zahlungsaufforderung, auf der die Unterschrift des Geschäftsführers täuschend echt imitiert worden war.

Der Betrug flog auf, weil Mitarbeiter der Geschäftsbanken aufgrund der heutzutage im internationalen Geschäftsverkehr eher seltenen beleghaften Zahlungsaufforderung stutzig wurden und die Kunden kontaktierten.

Die Betrugsfälle verhalten sich identisch. Es ist davon auszugehen, dass weitere Firmen in das Visier der Betrüger geraten könnten.

Die IHK rät in diesem Zusammenhang zu erhöhter Wachsamkeit bei Neugeschäften mit Anfragen aus Uganda und empfiehlt den Unternehmen, bei ihren Hausbanken zu veranlassen, dass keine - bzw. nur auf Rückfrage - beleghaften Überweisungen ausgeführt werden. Betroffene Firmen bitten wir, sich mit ihrer IHK in Verbindung zu setzen. Ausdrücklich gewarnt wird vor der Weitergabe eingescannter Unterschriften zeichnungsberechtigter Firmenvertreter. Für die strafrechtliche Bearbeitung dieser Fälle wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Polizeidienststelle.