Transparency stellt Korruptionswahrnehmungsindex 2011 vor
Berlin (01.12.2011) – Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat heute den Corruption Perception Index (CPI, Korruptionswahrnehmungsindex) veröffentlicht.
Für den CPI 2011 wurden 183 Länder nach der im öffentlichen Sektor - bei Beamten und Politikern - wahrgenommenen Korruption bewertet. Angeführt wird der CPI 2011 von Neuseeland (9,5), Dänemark (9,4), Finnland (9,4), Schweden (9,3) und Singapur (9,2). Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen.
Zwei Drittel der gelisteten Länder erreichten weniger als 5,0 von 10,0 Punkten. Auf den untersten Plätzen des CPI 2011 finden sich rohstoffreiche Länder wie Turkmenistan und Usbekistan (1,6) und von dauerhaften innenpolitischen Konflikten gezeichnete Länder wie Afghanistan und Myanmar (1,5). Weltweite Schlusslichter sind Somalia (1,0) und Nordkorea (1,0) auf Platz 182. Nordkorea erscheint zum ersten Mal im CPI.
Das Länder-Ranking des CPI setzt sich aus verschiedenen Indizes zusammen, für die Experten und Manager befragt wurden. Die Länder werden auf einer Skala von null (hoher Grad wahrgenommener Korruption) bis zehn Punkten gelistet (keine wahrgenommene Korruption).
International betrachtet belegt Deutschland mit 8,0 Punkten (2010: 7,9, 2009: 8,0) einen vergleichsweise guten 14. Platz. Deutschland liegt jedoch weiterhin im europäischen Mittelfeld – ohne den Abstand zu den europäischen Spitzenreitern Dänemark, Finnland und Schweden zu verringern. Neun der 27 EU-Mitgliedstaaten rangieren unter der Fünf-Punktemarke. Bulgarien ist Schlusslicht in der Europäischen Union und befindet sich mit 3,3 Punkten auf Platz 86.
Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Die Bundesregierung übernimmt derzeit in vielen europäischen und internationalen Verhandlungen eine Führungsrolle. Die Bekämpfung von Korruption sollte dabei stets mit auf der Agenda stehen, denn sie ist für die Lösung der dringendsten Probleme der heutigen Zeit wie den Klimawandel und die Finanzmarktkrise eine entscheidende Voraussetzung. Gleichzeitig darf die Bundesregierung ihre eigenen Transparenz- und Antikorruptionsbemühungen wie die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption nicht vernachlässigen."
Parteisponsoring muss endlich klar geregelt werden
Transparency kritisiert die fortgesetzte Geheimhaltung der durch Sponsoring erzielten Einnahmen der Parteien. Der Unterschied zwischen Parteispenden und Parteisponsoring besteht darin, dass bei Parteispenden Gegenleistungen verboten sind, während bei Parteisponsoring gerade adäquate Gegenleistungen erbracht werden müssen. Beispielsweise spielt das Parteisponsoring bei der Finanzierung von Parteitagen eine bedeutende Rolle. Während für Parteispenden inzwischen detaillierte Transparenzregeln gelten, ist dies beim Parteisponsoring nicht der Fall.
Weiterführende Informationen zum CPI finden Sie hier.

