Dialog über Grenzen hinweg: Marienbader Gespräche
Regensburg/Marienbad (25.10.2011) - Vierte Marienbader Gespräche: Vertreter aus Ostbayern, Tschechien und Österreich diskutieren über gemeinsamen Wirtschaftsraum. Die Dolmetscherinnen werden bei den „Marienbader Gesprächen“ wieder viel zu tun haben.
Simultan übersetzen sie die Beiträge deutscher, tschechischer und österreichischer Teilnehmer in den Arbeitskreisen. Diskutiert wird über eine gemeinsame Wirtschaftsregion im Grenzraum. Rund 150 Vertreter von Behörden, Institutionen und Unternehmen haben sich für die Veranstaltung am 10. November im tschechischen Marienbad angekündigt.
"Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist es, den grenzübergreifenden Wirtschafts- und Lebensraum zwischen den Metropolregionen München, Nürnberg, Prag und Wien weiter zu entwickeln und besser zu positionieren", so Organisator Ludwig Rechenmacher, Leiter der Handwerkskammer-Abteilung Außenwirtschaft.
Dafür kommen bei den „Marienbader Gesprächen“ Experten aus den verschiedenen Fachbereichen zusammen. Darunter sind Firmenchefs, Behördenleiter und Kammer-Vertreter, die bereits seit Jahren die grenzübergreifende Zusammenarbeit mitgestalten und praktische Erfahrungen in den Gedankenaustausch einbringen können. In drei Arbeitskreisen diskutieren sie in Marienbad über die grenzübergreifende Ausbildung und Arbeit, die gemeinsame Wirtschaftsregion und den Hemmnis-Abbau für grenzübergreifende Wirtschaftsaktivitäten. Ausgewählte Teilnehmer präsentieren dabei aktuelle Projekte und legen die jeweiligen Ziele der tschechischen, österreichischen und bayerischen Grenzregionen dar.
In den vergangenen drei Jahren sind aus den „Marienbader Gesprächen“ bereits etliche grenzübergreifende Kooperationen hervorgegangen, darunter beispielsweise ein Austausch von deutschen Lehrlingen und tschechischen Berufsschülern. „Wir sehen es als großen Erfolg, dass jetzt Institutionen und Gruppen zusammenarbeiten, die sich erst in Marienbad kennengelernt haben“, sagt Organisator Rechenmacher.
Heuer steht eine ganze Reihe aktueller Themen auf dem Programm der „Marienbader Gespräche“. Entsteht infolge der seit Mai dieses Jahres für Tschechien geltenden vollen Arbeitnehmer-Freizügigkeit ein funktionierender grenzübergreifender Arbeits- und Ausbildungsmarkt? Wie kann die Organisation der Europaregion Donau-Moldau in der Praxis aussehen? Welche Hemmnisse behindern immer noch grenzüberschreitende wirtschaftliche Aktivitäten der Unternehmen, und wie kann man sie abbauen? Über diese Fragen wollen die Grenzraum-Akteure in Marienbad unter anderem diskutieren.
Vor allem aber soll die Veranstaltung Kontakte zwischen den verschiedenen schon bestehenden Netzwerken schaffen. Denn ein Ergebnis der letztjährigen „Marienbader Gespräche“ lautete: Grenzübergreifende Projekte laufen bereits in großer Anzahl und durchaus erfolgreich. Nun gilt es, die verschiedenen Akteure besser zu vernetzen und die einzelnen Initiativen noch effektiver zu bündeln. Die Veranstaltung will verdeutlichen, wo welche Kompetenzen bereits vorliegen – und verhindern, dass Projekte zueinander in Konkurrenz treten.
Die „Marienbader Gespräche“ finden am Donnerstag, 10. November, von 12 bis 19 Uhr im Gesellschaftshaus „Casino“ im tschechischen Marienbad statt. Ansprechpartnerin der Handwerkskammer ist Ingrid Schneider, erreichbar unter der Telefonnummer 0941/7965218 oder per Email an ingrid.schneider@hwkno.de.
(Bildunterschrift: Wie im vergangenen Jahr werden auch heuer wieder rund 150 Teilnehmer im tschechischen Marienbad die Zusammenarbeit im Grenzraum erörtern.)

