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USA: Gute Stimmung bei deutschen Unternehmern

Washington D.C. (23.11.2009) - Eine Konjunkturumfrage unter deutschen Unternehmen in den USA ergibt ein positives Stimmungsbild. 81 Prozent planen keine weiteren Entlassungen.

Während 43% der deutschen Unternehmen im Jahre 2009 Personalkürzungen vornehmen mussten, planen  81% für 2010 keine weiteren Entlassungen. Ein erstes Anzeichen dafür, dass die Entlassungswelle vorüber sein könnte. Fast drei Viertel der Firmen sind positiv gestimmt und erwarten für das kommende Jahr moderates Wachstum. Insbesondere innovative Industriesparten wie Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Infrastruktur stellen künftig das größte Wachstumspotential für deutsche Unternehmen in den USA dar.    

Der “German American Business Outlook” ist eine neue Konjunkturumfrage der Deutsch- Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) in Zusammenarbeit mit dem Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Washington (RGIT) und Roland Berger Strategy Consultants. Die Umfrage richtete sich an über 1.600 Hauptniederlassungen deutscher Unternehmen in den USA, um eine Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage vorzunehmen.  Die Rücklaufquote betrug 10% und drei Viertel der Antworten kamen aus dem ‚klassischen Mittelstand’ mit bis zu 250 Beschäftigten.

Die Firmen nutzten die Krise vor allem, um ihre Produktion zu rationalisieren und sehen sich nun in der Lage, Innovationen wie z.B. neue Produktlinien auf den Markt zu bringen, oder neue Märkte zu testen. „Die Diversifikation unseres Angebots ist in der momentanen Lage der Schlüssel zu unserem Erfolg“ sagt Dennis Wagner, Hauptgeschäftsführer von BESTAR LLC, ein Tochterunternehmen der Bestar Stahlhandelsgesell­schaft Remscheid mbH, Lieferant für die Messer- und Schneideindustrie. Ein weiterer positiver Indikator offenbart sich bei den Marketingausgaben: Während 2009 noch 20% ihre Marketingausgaben gekürzt haben, so planen dies für das kommende Jahr nur noch 9%.

Die Kreditvergabe bildete ebenfalls keine massive Hürde; die Firmen berichten von relativ stabilen Finanzierungsbedingungen. Um sich gegen Wechselkursschwankungen zu schützen, verwenden deutsche Unternehmen Finanzinstrumente wie ‚Natural Hedging’. Das Wechselkursrisiko stellt dennoch einen Grund zur Besorgnis dar, mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unter­nehmen erwarten eine weitere Schwächung des Dollars gegenüber dem Euro. Robert Wild, Geschäftsführer von Niehoff-Endex North America, Inc.  bestätigt: „Wir produzieren auch hier vor Ort in den USA, von daher gleichen sich die Wechselkursschwankungen für uns ein wenig aus“. 25% der befragten Firmen sehen Gefahren einer protektionistischen Handelspolitik.

Von den an der Befragung teilnehmenden Unternehmen haben 10% Möglichkeiten der verschiedenen Stimulus-Programme wahrnehmen können. Ebenfalls 10% haben negative Effekte von „Buy-American“ – Regeln gespürt. Es wird über anhaltende Unsicherheit berichtet, da endgültige Umsetzungsregeln auch auf Ebene der Bundesstaaten noch nicht erlassen wurden. Die Gesamtinvestitionen deutscher Unternehmen in den USA erreichten zum Ende des Jahres 2008 ca. 212 Milliarden USD. Die Firmen beschäftigen rund 664.000 Arbeitnehmer, davon allein 240.000 im produzierenden Gewerbe.

(Quelle: AHK USA)