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Bayern - Russland: Eine Erfolgsgeschichte

Moskau (07.07.2009) - Bayern hat bereits vor 15 Jahren als erstes deutsches Bundesland eine eigene Repräsentanz in Moskau als Anlauf- und Beratungsstelle für bayerische Unternehmen eröffnet.

Mit der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens im April 1999 haben der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber und Oberbürgermeister Jury Michailowitsch Luschkow die intensive Zusammenarbeit des Bayerns mit der Stadt Moskau manifestiert. Seitdem haben die Bayerischen Wirtschaftsminister Wiesheu, Huber, Müller und jetzt Zeil die Partnerschaft erfolgreich ausgebaut. Von 2000 bis 2007 ist der bilaterale Warenaustausch um das 3,5-fache  auf 8,5 Mrd.€ angestiegen. Auch bis November 2008 sind die bayerischen Exporte nach Russland nach den beeindruckenden Wachstumsraten der Vorjahre wieder um über 20 Prozent gewachsen, die Importe stiegen sogar erneut um etwa 40 Prozent.

Damit hat Bayern auch im letzten Jahr mit rd. 11 Mrd. Euro wieder einen neuen Außenhandelsrekord erreicht. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise, von der auch Russland in besonderem Maße betroffen ist, sind die Zahlen sehr erfreulich. Allerdings dürfte sich dieser beeindruckende Wachstumskurs in 2009 angesichts der Weltwirtschaftslage nicht mehr in diesem Umfang  fortsetzen. Dennoch -  Bayerische Qualitätsprodukte aber auch die Beratungsleistungen bayerischer Firmen sind überdurchschnittlich gefragt.  Unterrnehmen wie Siemens, Knauf Gips, Audi, BMW, Rehau, Ehrmann, Hochland, Adidas, Allianz, Pfleiderer, Bosch-Siemens-Hausgeräte, Mawy oder Knorr-Bremse sind den Russen ein Begriff. Damit ist Russland – und hier insbesondere der Moskauer Raum – der bedeutendste Handelspartner Bayerns in Osteuropa.

Bayerische Produkte in Russland gefragt

Bayern ist ein zuverlässiger und in Russland hoch geschätzter Partner. Und Russland ist ein riesiger Markt, der zielstrebig erschlossen werden muss. Anfragen russischer Regionen, vor allem aus Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg oder Irkutsk nach gemeinsamen Wirtschaftsveranstaltungen mit Bayern nehmen gerade in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Doch Russland ist nicht nur wichtiger Exportmarkt für bayerische Firmen. Auch als Ziel für langfristige Investitionen ist Russland für die bayerische Wirtschaft interessant. Mindestens 1,5 Mrd. € haben bayerische Firmen bisher investiert und dabei herausragendes Technologie-Know-how eingebracht. Von den 4.980 in Russland registrierten deutschen Firmen – davon sind rd. 4.500 Mittelständler - kommt gut ein Drittel aus Bayern. Sie sind mit Niederlassungen, Betriebsstätten oder Beteiligungen an russischen Partnerunternehmen in zahlreichen Regionen zwischen Kaliningrad und Wladiwostok, zwischen Komi und dem Schwarzen Meer vertreten.

Allein im Großraum Moskau sind rd. 900 bayerische Unternehmen tätig. Bayern wird deshalb in Russland oft als Lokomotive der deutsch-russischen Zusammenarbeit angesehen.

Russische Unternehmen in Bayern

Zugleich heißen wir auch russische Investitionen in Bayern willkommen. Noch vor kurzem war der überwiegende Teil der Direktinvestitionen von West nach Ost gerichtet. Diese einstige „Einbahnstrasse“ wird heute zunehmend in beide Richtungen befahren. Etwa 30 russische Unternehmen sind heute in Bayern aktiv. Bekanntestes Beispiel ist die IT-Firma Kaspersky Lab. Im vergangenen Jahr hat Polet-Airlines, eine Fracht-Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Woronesh ihre neue Europazentrale am Münchner Flughafen eröffnet. Ferner ist ein Moskauer Business-Center in Unterschleißheim bei München geplant. Und die Anfragen russischer Unternehmen bezüglich einer Ansiedlung in Bayern nehmen kontinuierlich zu. Sowohl in der Repräsentanz in Moskau als auch bei „Invest in Bavaria (IB)“, der Stabstelle für  Ansiedlungspolitik und Standortmarketing des Bayerischen Wirtschaftsministeriums in München registriert man steigendes Interesse. Im April 2009 konnte IB im Rahmen des 9. Internationalen Forums „High-Tech of XXI“ in Moskau vor russischem Fachpublikum  den Standort Bayern in eindrucksvoller Weise präsentieren.  Und da die russische Wirtschaft immer mehr  in die Länder der Europäischen Union strebt, bietet der Standort Bayern auch ideale Voraussetzungen für ein Engagement in Europa.

Auch als Tourismusstandort profitiert Bayern  von den guten Beziehungen zu Russland. 2007 haben knapp 100.000 russische Geschäftsreisende und Touristen, vor allem im Gesundheits- und Wellnessbereich, Bayern besucht.

Hervorragende Perspektiven für bayerische Unternehmen

Die seit 1991 jährlich stattfindenden gegenseitigen Besuche hochrangiger  Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben inzwischen zu vielen kokreten Kooperationen und Einzelprojekten geführt. Besonders am Herzen liegt uns in Moskau die Realisierung so bedeutender Projekte wie die Erneuerung des Stadtviertels Lefortovo, die Rekontruktion des Flughafens Vnukovo, der Bau von zehn 3*- Hotels, die Nutzung des bayerischen Katastersystems für die Stadtentwicklung sowie die Einführung eines integrierten Verkehrsleit- und Sicherheitssystem für Stadt und Oblast Moskau. Auch der für beide Seiten so wichtige Technologie-Atlas wird weiter entwickelt und ausgebaut.

Gemeinsame Wirtschaftstage

Einen entscheidenden Beitrag zu dieser  erfreulichen Entwicklung leisten unsere gemeinsamen Wirtschaftstage. Bayerische Wirtschaftstage in Moskau finden 2009 bereits zum 12. Mal statt. Minister Martin Zeil wird dazu vom 08.-10. Juli mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Moskau reisen. Umgekehrt finden Moskauer Wirtschaftstage in Bayern statt. Dazu kommen weitere Aktivitäten, die insbesondere für die mittelständischen Unternehmen bei ihren Geschäften mit russischen Partnern hilfreich sind. Vom 16.- 20. Juni 2009 reiste eine Fachdelegation mit „Bayern Handwerk International“ zu Gesprächen nach Krasnodar und Sotschi. Und „Bayern International“ ist mit seinen Firmen-Gemeinschaftsständen regelmäßig auf wichtigen Messen in Russland vertreten:  2009 etwa auf der Baumesse „InterstroyExpo“ in St. Petersburg, auf der „Samara-Industrial-Show“, auf der Medizintechnikmesse „VolgazdravExpo“ in Kasan sowie auf der „GiftsExpo“ in Moskau. DieTeilnahme gibt den bayerischen Unternehmen die Möglichkeit, die Konkurrenzfähigkeit ihrer Produkte im russischen Markt zu testen und Aufträge zu aquirieren.

Im Programm „Bayern – Fit for Partnership“, bei dem sich ausländische Teilnehmer aus Wirtschaft und Verwaltung mit innovativen Produkten und Dienstleistungen bayerischer Unternehmen vertraut machen, haben seit dem Start in 2004 neun Projekte mit elf Delegationen aus Russland stattgefunden.  Mit „JASS“, der Joint Advanced Sudent’s Summerschool, unterstützt Bayern das Gemeinschaftsprojekt der TU München und der Universität St. Petersburg, das bayerischen und russischen Studenten ein gemeinsames internationales Vorlesungsprogramm bietet. Und nicht zuletzt leistet die bayerische Repräsentanz in Moskau seit nunmehr 15 Jahren täglich wertvollen Arbeit  zur Förderung der wechselseitigen Beziehungen  und steht Firmen beider Seiten mit Rat und Tat zur Seite.

(Verfasser: Bernd-Joachim Pantze, Chefrepräsentant des Freistaats Bayern in der Russischen Föderation)