Aktuelles > Umsetzung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie in Österreich

Hinweis:
Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Umsetzung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie in Österreich

Wien (24.04.2008) - Wer im Ausland arbeitet, muss sich fragen, ob die Qualifikation, die er in seinem Heimatland erworben hat, auch in dem EU-Staat gleichwertig anerkannt wird, in dem er tätig werden will.

Durch die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie wird ein einheitlicher Rahmen geschaffen, in dem die Voraussetzung für die Anerkennung von Berufsqualifikationen in den einzelnen EU-Ländern  einheitlich festgelegt wird. Die EU-Anerkennungsrichtlinie musste von allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.Österreich hat die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie Ende Februar in nationales Recht umgesetzt.

Für Betriebe, die vorübergehend und gelegentlich grenzüberschreitende  Dienstleistungen in Österreich erbringen, haben sich dadurch Erleichterungen ergeben.

Soweit nur eine gelegentliche und vorübergehende Dienstleistung  erbracht wird, kann die Dienstleistungserbringung im Regelfall ohne die Nachprüfung einer Berufsqualifikation auf Gleichwertigkeit erfolgen. Österreich sieht aber ein Meldeverfahren vor, d.h. beim Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Wien muss vor Beginn der Arbeitsaufnahme eine Dienstleistungsanzeige erfolgen.

Sofern der Beruf im Herkunftsstaat des Dienstleisters nicht reglementiert, d.h. nicht an bestimmte Voraussetzung bei der Ausbildung oder Berufsqualifikation geknüpft  ist, und er dort auch keine staatlich geregelte Ausbildung in dem betreffenden Beruf durchlaufen hat, kann der aufnehmende Mitgliedstaat zusätzlich den Nachweis einer zweijährigen Berufserfahrung als Selbständiger oder Betriebsverantwortlicher verlangen. Nur in Einzelfällen ist, soweit die öffentliche Gesundheit oder Sicherheit berührt ist, auch bei der reinen Dienstleistungserbringung eine Nachprüfung der Berufsqualifikation möglich.

Anders zu beurteilen ist jedoch die Gründung einer Niederlassung, für die das Anerkennungsverfahren anwendbar ist. Soweit eine Person in einem anderen EU-Staat eine Niederlassung gründen oder dort dauerhaft abhängig beschäftigt arbeiten will, muss die Anerkennung der Berufsqualifikation nachgewiesen werden, soweit die betreffende Tätigkeit im Aufnahmemitgliedstaat reglementiert ist.

Grundsätzlich kann dies entweder durch eine langjährige praktische Berufserfahrung oder durch eine nachgewiesene Ausbildung erfolgen. Die praktische Berufserfahrung muss durch eine Bescheinigung der zuständigen Stelle im Herkunftsstaat des Unternehmens nachgewiesen werden. In Deutschland stellen die Handwerkskammern hierfür EU-Bescheinigungen für die Handwerksbetriebe aus.

Im Bereich der Gesundheitshandwerke ist der Nachweis der praktischen Berufserfahrung nicht ausreichend, insoweit ist nur die Anerkennung von Ausbildungsnachweisen möglich.

Jeder EU-Staat hat eine Kontaktstelle benannt, die über alle wichtigen Fragen mit der Anerkennung von Berufsqualifikationen  nach der EU-Berufanerkennungsrichtlinie informiert. Für Österreich ist dies das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (Abteilung I/7, Stubenring 1, A-1010 Wien). Ansprechpartner ist Herr Stefan Trojer (Tel.: +43 (1) 71100-5782, Fax: +43 (1) 7110093 5782.