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Trotz weltwirtschaftlicher Abkühlung: Bayerische Exporte auf Rekordkurs

München (22.12.2008) - Die bayerische Exportwirtschaft hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres trotz Finanzmarktkrise und nachlassender weltwirtschaftlicher Dynamik gut behauptet.

Die Ausfuhren haben von Januar bis September 2008 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent zugelegt. Selbst wenn die Exporte im vierten Quartal insgesamt stagnieren sollten, steht dem 15. bayerischen Exportrekord in Folge nichts mehr im Wege. Der Gegenwind wird allerdings stärker“, kommentiert Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil die nunmehr vorliegenden bayerischen Außenhandelszahlen für die ersten drei Quartale 2008.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland seien zuletzt allerdings stark eingebrochen. Damit sei für 2009 mit einem merklichen Dämpfer im Exportgeschäft zu rechnen. Zeil: „Der globale Konjunktureinbruch trifft die über-durchschnittlich exportorientierte bayerische Wirtschaft empfindlich. Andererseits ist unsere Wirtschaft breit aufgestellt, hochinnovativ und international wettbewerbsfähig. Das macht den Freistaat vergleichsweise robust.“ Die Staatsregierung werde die bayerischen Unternehmen auf ihrem Weg ins Ausland weiter nach Kräften unterstützen, durch Initiativen für mittelständische Exportneueinsteiger, durch eine verstärkte Förderung der Internationalisierung von Dienstleistungsunternehmen sowie durch eine Stärkung der bayerischen Messebeteiligungsprogramme. „Wenn die Konkurrenz um die globalen Kunden auf den Märkten bei sinkender Nachfrage härter wird, müssen wir unseren Unternehmen helfen, noch wettbewerbsfähiger zu werden“, so der Minister.

Die bayerischen Exporte sind in den ersten neuen Monaten 2008 auf 119,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Exportquote der Industrie belief sich auf 49,4 Prozent. Damit hänge laut Zeil in diesem Sektor inzwischen jeder zweite Arbeitsplatz vom Auslandsgeschäft ab. Die Einfuhren nahmen im gleichen Zeitraum um 7,8 Prozent auf 98,1 Milliarden Euro zu. Dabei legten vor allem die Rohstoffimporte, getrieben von starken Preissteigerungen, kräftig um 52,4 Prozent zu. Der Exportüberschuss erreichte 21,2 Milliarden Euro.

Bei insgesamt steigendem Exportvolumen zeigte sich in den ersten neun Monaten des Jahres ein differenziertes Bild. So gingen die Lieferungen in die USA um 7,7 Prozent auf knapp 11,4 Milliarden Euro zurück. Auch die Ausfuhren in einige europäische Länder sanken oder behaupteten sich nur knapp: Spanien - 6,4 Prozent; Großbritannien - 2,2 Prozent; Italien + 0,5 Prozent. Da wichtige Abnehmerländer wie Österreich (+ 4,3 Prozent), Frankreich (+ 3,5 Prozent) oder die Niederlande (+3,5 Prozent) im gleichen Zeitraum deutlich mehr Waren aus Bayern bezogen, hat der Export in die Länder der Eurozone mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent dennoch per saldo leicht zugelegt. Österreich festigte dabei Platz 2 unter den weltweit wich-tigsten Abnehmerländern bayerischer Produkte nach den USA und vor Italien.

Zeil: „Die recht verhaltene Entwicklung innerhalb der Euro-Zone wurde durch einen anhaltend dynamischen Handel mit den aufstrebenden Volks-wirtschaften in Mittel- und Osteuropa aufgefangen.“ Besonders stark sind die bayerischen Lieferungen nach Tschechien (+10,6 Prozent), Polen (+ 17,8 Prozent) und nach Rumänien (+ 29,4 Prozent) gestiegen. Noch kräfti-ger konnten die bayerischen Exporte in die BRIC-Staaten zulegen: Brasilien + 25,3 Prozent; Russland + 25,5 Prozent; China + 24,7 Prozent; Indien + 29,1 Prozent. Auch die Ausfuhren in die OPEC-Staaten und nach Lateinamerika haben sich mit einem Plus von 18,5 und 15,2 Prozent expansiv entwickelt.

Bayerische Exportschlager blieben unverändert Fahrzeuge und Maschinen, deren Ausfuhren um 1,2 Prozent bzw. um 6,8 Prozent wuchsen. Die Exporte von elektrotechnischen Erzeugnissen legten um 5,4 Prozent zu, die der chemischen Erzeugnisse um 8,0 Prozent. Allein diese vier Gütergruppen erreichten einen Exportwert von knapp 87 Milliarden Euro, rund drei Viertel der bayerischen Gesamtausfuhren. Spitzenreiter beim Wachstum war die Ernährungswirtschaft. Sie konnte ihre Ausfuhren in den ersten neun Monaten des Jahres um 18,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro steigern.