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So war´s: Ostbayern im Osten unterwegs

Moldawien (07.07.2008) - Ein Dutzend Unternehmer aus Ostbayern besuchten Moldawien, das heute aus dem östlichen Teil Rumäniens und der Republik Moldau besteht.

So war´s: Ostbayern im Osten unterwegs

Diese aufstrebende Wirtschaftsregion an der östlichen Nahtstelle der EU gewinnt vermehrt die Funktion einer Drehscheibe in Südosteuropa.


Die Reise entstand auf vielfältigen Wunsch von Kammermitgliedern, besonders nach den positiven Eindrücken vorhergehender Unternehmerreisen. Die Reise wurde diesmal besonders Bauunternehmen und branchennahen Betrieben angeboten. Aber auch die Metall- und Landmaschinenbranche zeigte Interesse. Die Fahrt, initiiert durch die Handwerkskammer in Zusammenarbeit mit Bayern Handwerk International und der IHK für Niederbayern in Passau, konnte mit Fördermitteln der EU im Rahmen des Programms „Neue Wege-Neue Welten' des Bayerischen Wirtschaftsministeriums durchgeführt werden.

In der ersten Etappe führte die Reise in die östliche Großstadt Rumäniens nach Iasi, der früheren Hauptstadt des Fürstentums Moldau. Rumänien selbst, mit seinen 21,6 Millionen Bewohnern und einem Wirtschaftswachstum von real 7,5 Prozent bietet gerade für die bayerischen Betriebe vielfältige Möglichkeiten, was sich am deutsch-rumänischen Handelsaustausch von 10,6 Prozent ausdrückt oder einer Zunahme der Wertschöpfung im Bausektor von 30,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Reisegruppe erhielt sehr detaillierte Informationen aus erster Hand bei einer Präsentation der dortigen Wirtschaftskammer zusammen mit Vertretern örtlicher Bau- und Consultingfirmen.e Reisegruppe erhielt sehr detaillierte Informationen aus erster Hand bei einer Präsentation der dortigen Wirtschaftskammer zusammen mit Vertretern örtlicher Bau- und Consultingfirmen.

Aufschlussreich war auch ein Empfang bei der deutschen Niederlassung von E.ON, die im östlichen Teil Rumäniens flächendeckend aktiv ist. Sowohl der Aufbau neuer Organisations- und Vertriebsstrukturen, Versorgungs- und Abrechnungssysteme und vor allem die Modernisierung des maroden Stromnetzes und Zählermaterials bieten auf diesem Sektor enorme Chancen und Herausforderungen. Über 4.000 Mitarbeiter sind damit beschäftigt.

In Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau, gab es einen offiziellen Empfang in der dortigen Wirtschaftskammer, bei dem detaillierte Wirtschaftsdaten präsentiert wurden. Ein reges Interesse der lokalen Presse begleitete die Besuchergruppe. Außerdem wurde von der regionalen Kammer eine Kontaktbörse arrangiert, zu der über 50 moldauische Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen kamen.

Besuche bei Baufirmen, bzw. deren Baustellen standen ferner auf dem Programm. Die Bauunternehmer aus der Reisegruppe konnten zwar erhebliche Sicherheitsmängel auf den Baustellen erkennen, die Bauausführung, Qualität und professionelle Arbeitsweise überraschte positiv.
Die Reisegruppe hatte zudem die Möglichkeit die neuen Produktionsanlagen der Firma Steinel Electronic SRL in Chisinau zu besichtigen, die kürzlich mit der Herstellung und dem Zusammenbau elektronischer Bauteile begonnen hat. Der Produktionsleiter berichtete über die Erweiterungsabsichten, Arbeitszeiten und Löhne, die überraschend hoch sind, nämlich 200 Euro im Monat für die meist weiblichen Arbeitskräfte. Dieser Lohn soll die üblich rasche Fluktuation vermeiden, da eine intensive Anlernphase der Mitarbeiter notwendig ist. Ansonsten bewegen sich die durchschnittlichen Löhne bei westlichen Niederlassungen meist um die 100 bis 130 Euro, teils darunter.

Ein abendlicher Empfang auf Einladung der Handwerkskammer Niederbayern•Oberpfalz mit dem Botschafter Deutschlands Nikolaus Graf Lambsdorff, als Gastredner, ermöglichte interessante Kontakte zu moldauischen Geschäftsleuten. Das Ziel der Unternehmerreise der Geschäftsanbahnung durch Firmenbesuche, Kontaktbörsen, persönliche Gespräche mit Entscheidungsträgern und interessanten Kooperationspartnern wurde erreicht.

Moldawien hat aussichtsreiche Zukunftsperspektiven, vielfältige Kontakte nach Rumänien und Deutschland, also zur EU, aber auch zur Ukraine und nach Russland, einschließlich der boomenden Schwarzmeer-Region. Deutsche Produkte und Leistungen genießen dort ein hohes Ansehen. Die steigende Kaufkraft, hoher Nachholbedarf, die Privatisierung, leistungsbereite Arbeitskräfte bei günstigem Lohnniveau und Steuersätze bieten neben politischer Stabilität Investitionssicherheit.

Resümee ist, dass die Reiseteilnehmer aus Moldawien, das oft verkannt wird, mit überraschend positiven Eindrücken und neuen Kontakten zurückgekehrt sind. Dank der EU-Fördermittel im Rahmen des Programms „Neue Wege - Neue Welten' vom Bayerischen Staatsministerium konnten zwei europäische Märkte besucht werden, die für bayerische Betriebe vielfältige Möglichkeiten bieten.

Foto: Baustellenbesichtigung mit Reiseleiterin Dagmar Hübner. Foto: HWK)