Aktuelles > Vorsicht bei Chinareisen aufgrund unvermittelter Lieferanfragen aus China

Hinweis:
Diese Meldung stammt aus dem Archiv. In archivierten Meldungen sind möglicherweise nicht mehr funktionierende Links zu anderen Websites enthalten. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Funktionalität der Links.

Vorsicht bei Chinareisen aufgrund unvermittelter Lieferanfragen aus China

Peking (21. Juni 2006) - Bereits im Herbst 2005 erhielten die AHK Büros in China Anfragen deutscher Unternehmen zu Lieferanfragen aus Südchina und dort insbesondere der Provinz Hainan.

Bereits im Herbst 2005 erhielten die AHK Büros in China Anfragen deutscher Unternehmen zu Lieferanfragen aus Südchina und dort insbesondere der Provinz Hainan. In letzter Zeit mehren sich nun erneut Anfragen, diesmal hauptsächlich über in der Provinz Henan ansässige Firmen, die unvermittelt Bestellungen großen Umfangs in Aussicht stellen.

In diesen Anfragen wird regelmäßig seitens der unter verschiedenen Firmennamen agierenden Absender eine konkrete Bestellung größeren Umfangs in Aussicht gestellt. Die Bestellung erfolgt in der Regel prompt nach Kontaktaufnahme und ohne nennenswerte Nachfragen oder Verhandlungen. Zur Besprechung und dem als wahrscheinlich dargestellten Abschluss eines entsprechenden Vertrages werden die deutschen Empfängerfirmen zugleich gebeten, kurzfristig nach China zu reisen.

Beispielsweise folgte in einem Fall ein deutsches Unternehmen dieser Aufforderung, woraufhin es dann auch zu einem Vertragsabschluss kam. Unmittelbar danach wurde dem deutschen Verkäufer von der chinesischen Seite nahegelegt, zur Feier der Vereinbarung in ein von der chinesischen Seite ausgesuchtes Restaurant zum Essen einzuladen. Die dabei angefallene und von der deutschen Seite beglichene Restaurantrechnung belief sich schließlich auf ca. zweitausend Euro, was weit über dem wahren Wert des Essen gelegen haben dürfte. Nach dem Essen ist es dem deutschen Unternehmen nicht mehr gelungen, Kontakt zu den vermeintlichen chinesischen Käufern aufzunehmen und der Vertrag wurde nicht umgesetzt. Der dem deutschen Unternehmer durch die Reise entstandene Schaden betrug mehrere tausend Euro.

In einem anderen Fall forderte der Vertreter des chinesischen Unternehmens vom deutschen Unternehmer, nachdem auch dieser der Einladung nach China gefolgt war,  eine Kommissionszahlung in Höhe von 3.000 Euro. Auch hier brach der Kontakt nach Zahlung des Betrages ab.

Glücklicher verlief ein anderer Fall, bei dem der deutsche Unternehmer bereits vor der Reise aufgefordert wurde, 5.000,- Euro für die zu erwartende Restaurantrechnung mitzubringen, woraufhin das deutsche Unternehmen von der Reise Abstand genommen hat.

Es wird von weiteren Fällen berichtet, in denen nicht Kommissionszahlungen oder  Restaurantrechnungen bezahlen werden sollten, stattdessen aber teure Gastgeschenke von den deutschen Unternehmern abgefordert wurden.

Wenngleich selbstverständlich der Großteil geschäftlicher Anfragen aus China seriös sind, ist zu befürchten, dass berufsmäßig agierende Gruppen versuchen, ausländische Firmen zu betrügen. Mehrere Anfragen deutscher Firmen im Herbst 2005 und im Frühjahr 2006 nannten identische Firmennamen oder Kontaktdaten, sodass die AHK-Büros in China dringend zur besonderen Vorsicht bei derartigen Anfragen raten.

Die AHK-Büros in China raten dringend zur besonderen Vorsicht, wenn

  1. ...es sich um einen Geschäftsabschluss mit hohem Auftragsvolumen auch im Verhältnis zu Ihrem Jahresumsatz handelt und die Anfrage überraschend kommt.
  2. ...Ihr Angebot sehr schnell und ohne nennenswerte Nachverhandlungen oder Forderungen nach Preisnachlass akzeptiert wurde.
  3. ...die Zahlungsbedingungen für Sie sehr günstig sind (Vorrauszahlung, frühe L/C Eröffnung).
  4. ...die chinesischen Ansprechpartner E-Mail-Adressen von 'Yahoo', 'Hotmail', '163.com', 'sohu.com' oder anderen kostenfreien Anbietern benutzen.
  5. ...auf eine schnelle Vertragsunterzeichnung in China gedrängt wird.
  6. ...Sie genaue Daten über die Bankverbindung des Geschäftspartners bzw. die einer Privatperson erhalten.
  7. ...die Kommunikation mit den chinesischen Ansprechpartnern im Wesentlichen über Internet, E-Mail, Fax und Mobiltelefonnummern (13...) verläuft.
  8. ...es Ihnen bisher NICHT gelungen ist, unter der von der chinesischen Seite angegebenen Festnetz-Nummer jemanden zu erreichen.
  9. ...das Unternehmen über KEINEN eigenen Internetauftritt bzw. KEINE englischsprachigen Seiten verfügt.
  10. ...KEINE technischen Details / Spezifikationen besprochen wurden.
  11. ...Sie KEINE Informationen zum genauen Verwendungszweck zw. dem Endkunden für Ihre Produkte erhalten haben.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass es sich um eine Anfrage mit betrügerischer Absicht handelt, so empfiehlt es sich, das betreffende Unternehmen auf seine Existenz überprüfen zu lassen. Dies ist allgemein bei neuen Geschäftskontakten zu noch nicht persönlich bekannten chinesischen Unternehmen empfehlenswert.

Das AHK-Netzwerk unterstützt Sie hierbei gerne.

Kontakt:

Für die Provinzen Beijing, Tianjing, Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Hebei und die Innere Mongolei: AHK Büro Beijing, Herr Florian Kessler (kessler.florian@bj.china.ahk.de)

Für die Provinzen Shanghai, Shandong, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Anhui, Zhejiang und Jianxi: AHK Büro Shanghai, Frau Katharina Burk und Frau Dr. Sun Jing (burk.katharina@sh.china.ahk.de, sun.jing@sh.china.ahk.de)

Für Hong Kong und die Provinzen Guandong, Fujian, Guangxi, Yunnan und Hainan: AHK Büro Guangzhou, Frau Sabine Florian (florian.sabine@gz.ahk.china.de)

Für alle übrigen Provinzen können Sie ein beliebiges Büro wählen.