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Rückblick: Putin in München

München (19. Oktober 2006) - Eine Woche ist es her: Putin zu Gast bei der IHK München.

Rückblick: Putin in München

Deutschland und Russland sind nach den Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin 'natürliche Partner'. Dies betonte er auf Einladung der IHK vor rund 300 Unternehmern. Er lobte den Mittelstand als Grundlage für eine stabile Wirtschaft und als treibende Kraft und rief die Unternehmen auf, die Angst vor russischen Investitionen in Deutschland abzulegen. Die Beteiligungen russischer Unternehmen in Deutschland belaufen sich laut Putin mit 400 Millionen Dollar nur auf einen Bruchteil der deutschen Investitionen in Russland. Bei den Unternehmen, die nach Deutschland kommen, handele es sich nicht um die Rote Armee. 'Es sind genauso Kapitalisten wie Sie', rief Putin den Unternehmen zu.

Putin bemühte sich, die Furcht vor der Abhängigkeit russischer Energieträger zu zerstreuen. Russland werde Deutschland niemals im Stich lassen. Allerdings müsse Russland als gleichberechtigter Partner behandelt werden. Zudem zwinge das Gerede über die Abhängigkeit dazu, über andere Abnehmer nachzudenken.

Deutsche Investoren sind laut Putin in Russland überall willkommen. 'Wir wollen ausländische Investoren überall sehen.' Zu Beschränkungen sei man dort gezwungen, wo es um die nationale Sicherheit gehe.

Stürmische Entwicklung

In seiner Begrüßung des Gastes betonte IHK-Präsident Erich Greipl, dass Deutschland und Russland sich heute näher stehen würden als jemals zuvor. Dies zeige die zunehmende Handelsverflechtung. Der deutsch-russiche Außenhandel hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt und bewegt sich dieses Jahr auf ein Volumen von fast 50 Milliarden Euro zu. „Alle Anzeichen sprechen dafür, dass diese stürmische Entwicklung anhalten wird“, sagte Greipl in seiner Begrüßungsrede. So sei das russische Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2006 um 6,5 Prozent gewachsen. „Aufgrund dieses anhaltenden Aufschwungs rechnen wir damit, dass der deutsche Export nach Russland in 2006 und 2007 um rund 30 Prozent zunehmen wird“, so Greipl.

Nach einer aktuellen Umfrage der IHK-Organisation sehen die deutschen Un­ternehmen in Russland nach der Volksrepublik China aber noch vor Indien die besten Geschäftsperspektiven. Für kleine und mittlere Unternehmen rangiert Russland unter den europäischen Wachstumsmärkten mit großem Abstand sogar auf Rang eins.

(Bild: Der russische Staatspräsident Wladimir Putin sprach vor 300 Unternehmern. V.l. Klaus Mangold, Wladimir Putin, Edmund Stoiber, Erich Greipl. Quelle: IHK/ Andrea Schneider-Leichsenring)