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Ostbayern der große Gewinner der EU-Osterweiterung

Regensburg (17. August 2006) - Vor zwei Jahren rief das Thema EU-Osterweiterung bei den Menschen in Ostbayern noch Angst hervor, doch jetzt ist diese Region der große Gewinner.

Es kam nicht zu dem befürchteten Andrang von Billig-Arbeitskräften und die Entlassung in den heimischen Betrieben aufgrund billigerer Werke in Tschechien, Polen oder Ungarn sind eine Seltenheit. Vielmehr wachsen die Wirtschaftsräume Ostbayern und Westböhmen immer enger zusammen. Rund 1000 kleine und mittelständische Unternehmen aus Ostbayern engagieren sich in Tschechien und es werden jeden Monat mehr. Das Erfolgsrezept ist die Mischkalkulation: die bayerischen Firmen verlagern Teile der Arbeit nach Tschechien und bleiben so auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig.

Ein Beispiel für den Erfolg von Mischkalkulationen ist die Firma BHS Corrugated, ein weltweit tätiger Maschinen- und Anlagenbauer aus Weiherhammer in der Oberpfalz. Innerhalb von 10 Jahren hat BHS rund 230 Arbeitsplätze bei einem Tochterunternehmen in Tschechien geschaffen und gleichzeitig die Zahl der Arbeitnehmer im Standort Weiherhammer verdoppelt.

Auch die regionalen Wirtschaftskammern erkennen den entscheidenden Standortvorteil für Ostbayern. Für viele Unternehmen seien Niederlassungen in Tschechien zum wichtigen Teil der eigenen Existenz geworden, so Ludwig Rechenmacher von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Es kommen auch immer mehr Tschechen nach Deutschland, die Zahl der tschechischen Gäste in Restaurants, Kaufhäusern und Freizeiteinrichtungen steigen immer mehr. Zugleich stiegen auch die Exporte aus dem Freistaat nach Tschechien, in den letzten fünf Jahren um rund 30% auf 3,5 Mrd. Euro. Nur der Import stagnierte in den letzten Jahren und lag 2005 bei rund 4,7 Mrd. Euro.

(Quelle: Bayerische Staatszeitung; 16. Juni 2006)