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Handwerkskammer gibt Leitfaden für Tschechien und Slowakei heraus

Regensburg (15. März 2006) - Mit einem Unternehmerleitfaden für die Tschechische und die Slowakische Republik gibt die Handwerksammer Niederbayern·Oberpfalz Unternehmen, die Export-Aktivitäten planen, praktische Hilfen an die Hand.

Erfolgs-Story 'EU-Erweiterung' ist Realität

Der Außenwirtschaftsberater der Handwerkskammer Ludwig Rechenmacher sagte in der Kammer in Regensburg, dass die grenzüberschreitende gemeinsame Wirtschaftsregion von einer Vision zu einer Realität geworden sei. Der Markteintritt in Tschechien und die Slowakei sei harte Arbeit, koste Geld und viel Zeit und sei eine Investition nicht ohne Risiko.

Rechenmacher erklärte, dass sich der Leitfaden zunächst an die Unternehmen wende, die mit ersten Lieferungen oder Leistungen am Anfang ihrer Aktivitäten in Tschechien oder der Slowakei stünden. Der Leitfaden gebe klare und einfache Auskunft darüber, was konkret zu tun sei. So ließen sich erste Aufträge richtig abschätzen und beim ersten Mal teure Fehler vermeiden. Insbesondere für längerfristige Aktivitäten im benachbarten Ausland sei ein Unternehmer gefordert, sich intensiv kundig zu machen. Auch hier leistet der neue Leitfaden umfassende Hilfestellung. Noch weiterreichende rechtliche und wirtschaftliche Kenntnisse seien erforderlich, wenn ein ostbayerisches Handwerksunternehmen eine Niederlassungsgründung im Nachbarland beabsichtige. Der Unternehmer, der mit seinem tschechischen Unternehmen eine effiziente Zusammenarbeit und Kommunikation sicherstellen wolle, sei gefordert, mit bestehenden Mentalitätsunterschieden fertig zu werden. Auch hier bietet der Leitfaden eine Reihe praktischer Tipps, die nicht nur den Umgang mit Geschäftspartnern und Kunden betreffen, sondern auch helfen, die unterschiedliche Logik in Verwaltungsabläufen oder Regelwerken zu verstehen.

Ein anschauliches Beispiel dafür seien die unterschiedlichen Systeme der Vergabe von Aufträgen. Das tschechische Vergabesystem unterscheide sich grundlegend vom deutschen. Der Leitfaden empfiehlt daher den ostbayerischen Unternehmern, regional vor Ort den persönlichen Kontakt zu den Vergabestellen zu suchen und zu pflegen.

Rechenmacher wies darauf hin, dass der Markteintritt in Tschechien und der Slowakei eine umfassende Investition sei. Erfolg sei kurzfristig nicht zu erwarten. Unternehmen, die nicht wirklich wettbewerbsfähig seien, sollten besser die Finger vom Auslandsmarkt lassen. Die Handwerkskammer hat diesen Unternehmerleitfaden im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie erstellt.

Der Außenwirtschaftsberater von Bayern Handwerk International (BHI), der Exportförderungsgesellschaft des bayerischen Handwerks, Hermann Schmidberger, stellte den Besuchern der Veranstaltung den Tschechischen Markt vor und berichtete über Erfahrungen aus dem BHI-Büro in Pilsen.

Regierungsvizepräsident Johann Peißl erklärte, dass dieser Leitfaden Teil der Maßnahmen der Staatsregierung zur Förderung von Ostbayern sei. In die Oberpfalz seien 2005 insgesamt zirka 30 Millionen Euro Zuwendungen für Handwerk, Industrie und Dienstleistung geflossen. Diese Zuwendungen hätten ein Investitionsvolumen von zirka 133 Millionen Euro mobilisiert. Damit seien 4.500 Arbeitsplätze gesichert und 320 neue geschaffen worden. Die Entwicklung für Ostbayern seit der EU-Osterweiterung bewertete er positiv. Die Handwerkskammer Niederbayern·Oberpfalz sei ein 'Motor der Entwicklung'.

Hier können Sie die Schriften herunterladen:

Lieferungen und Handwerksleistungen in der Slowakei und Tschechien