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Coface-Länderrating: Geschäfte in EU-Ländern relativ sicher

Paris/Mainz (23. Januar 2006)

Weltweit hat sich der Länderrating-Risikoindex der Coface im letzten Quartal 2005 um zwei Prozent verbessert. Das teilte jetzt der weltweit agierende Kreditversicherer Coface Deutschland mit. Der Wert liegt nun bei 101, das heißt fast genau so hoch wie im Jahr 2000 (Indexwert: 100). Relativ sicher sind Geschäfte für Unternehmen in den Ländern der Europäischen Union, die zusammen genommen auf den Wert 81 kommen. Deutlich am höchsten sind die Durchschnittswerte für Afrika (288), Lateinamerika (269) und den Nahen und Mittleren Osten (246), auch wenn es hier jeweils leichte Verbesserungen gab. Für Mittel- und Osteuropa liegt der Risikowert mit 183 noch mehr als doppelt so hoch wie für die EU. Die Emerging Countries liegen bei 214.

Deutschland ist im Länderrating der Coface wieder in die höchste Bewertungsstufe A1 aufgenommen worden. Hauptgründe für die Heraufstufung sind eine insgesamt positive Wirtschaftsprognose für 2006 mit einer sich abzeichnenden Verbesserung der Finanzsituation deutscher Unternehmen.

Als Einzelfaktoren für das verbesserte Rating sieht die Coface die abgeschwächte Entwicklung bei den Insolvenzen und die zufriedenstellende Zahlungsfähigkeit der Unternehmen. Der Zahlungsindex ist ein besonderer Faktor in den Coface-Länderratings. In die Bewertungen fließen die konkreten Zahlungserfahrungen der Coface-Kunden überall auf der Welt ein. Das jeweilige Länderrating beschreibt im Besonderen die Fähigkeit der Unternehmen eines Landes, den Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachzukommen und ist damit ein wichtiger Indikator für Lieferanten und Dienstleister.

Zwar sehen die Risikoexperten Verbesserungen primär bei exportorientierten Unternehmen und solchen mit Produktionsstätten im Ausland. Auf den inländischen Markt fokussierte Unternehmen hätten dagegen mehr mit der noch schleppenden öffentlichen und privaten Nachfrage zu kämpfen. Insgesamt gesehen seien aber die Wachstumsaussichten besser als noch vor Jahresfrist.

Neben Deutschland wurde in Europa noch Rumänien – von B (positive Watchlist) in A4 – aufgewertet. Positive Veränderungen gab es auch für Algerien von B (positive Watchlist) in A4. Im weiter sehr riskanten Umfeld wurden Sambia und die Mongolei jeweils von D in C hochgestuft. In B kamen die Philippinen auf die positive und Sri Lanka auf die negative Beobachtungsliste. Kamerun blieb ebenfalls in B, wurde aber von der negativen Watchlist genommen.

Grafik:

 

Region

Wert Januar 2006

Veränderung in den letzten drei Monatenten (in Prozent)

Welt

101

-2,0

Industrialisierte Länder

67

-3,4

EU

81

-7,8

Emerging Countries      

214

-0,4

Lateinamerika  

269

0,0

Emerging Countries Asien

163

-0,3

Zentraleuropa

183

-1,9

Naher und Mittlerer Osten

246

-0,7

Afrika

288

-0,6

Regionaler Risiko-Index der Coface

(Basis 100: Weltdurchschnitt im Jahr 2000)