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Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kroatien und Bayern angestrebt

Zagreb (27. April 2006) - Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber ist gestern zu einer zweitägigen Delegationsreise nach Zagreb aufgebrochen.

Ziel der Reise ist es, neue Potenziale für die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Kroatien sowie für die bayerische Wirtschaft auszuloten und die bereits bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen. 'Noch in diesem Jahr werden wir eine Repräsentanz Bayerns in Kroatien einrichten, die von dem Geschäftsführer der Deutsch-Kroatischen IHK Peter Presber geleitet werden wird', betonte Minister Huber vor dem Abflug. Auslandsrepräsentanzen seien für die bayerischen Unternehmen wichtige Anlaufstellen vor Ort. Sie vermittelten Kontakte möglichen Kooperationspartnern und stünden bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Durch die Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen im Herbst 2005 sieht Bayerns Wirtschaftsminister noch erhebliche Wachstumschancen für die Investitionen und Handelsbeziehungen zwischen dem Freistaat und Kroatien. Im Rahmen der Reise sind Gespräche mit dem stellvertretenden kroatischen Ministerpräsidenten Damir Polancec, Wirtschaftsminister Branko Vukelic, der Ministerin für Umwelt und Raumordnung Marina Matulovic Dropulic, Staatssekretären des Ministeriums für Meeresangelegenheiten, Tourismus, Verkehr und Entwicklung sowie der Staatssekretärin für Europäische Integration im Auswärtigen Amt geplant.

Zusammen mit dem Präsidenten der kroatischen Wirtschaftskammer Nadan Vidosevic, dem Deutschen Botschafter Jürgen Staks und Uwe Gregorius, dem Präsidenten der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer wird Huber das Wirtschaftsforum Bayern - Kroatien eröffnen. Für die bayerischen Firmen werden zur Geschäftspartnersuche Round-Table-Gespräche und Fachvorträge organisiert. Zum Abschluss besichtigt die Delegation die zentrale Abwasserkläranlage der Stadt Zagreb, die mit deutscher Beteiligung gebaut wurde und betrieben wird. Es handelt sich dabei um das derzeit wichtigste Umweltvorhaben in Süd-Ost-Europa.

Die Delegation umfasst 30 Teilnehmer. Die beteiligten Unternehmer kommen aus den Branchen Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Kfz Zulieferer, Metallbe- und -verarbeitung, Tourismus sowie Umwelttechnik. Huber: 'Umfang und Zusammensetzung unserer Delegation zeigen das große Interesse der bayerischen Wirtschaft am Ausbau von Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Unternehmen. Die Unternehmen aus Bayern präsentieren sich als leistungsstarke und zuverlässige Wirtschaftspartner.'

Zwischen Kroatien und Bayern haben sich nach der Unabhängigkeit Kroatiens rege politische und wirtschaftliche Beziehungen entwickelt. Es finden regelmäßig Regierungskommissionen und Delegationsreisen statt. Über 1.300 bayerische Unternehmen pflegen Geschäftsbeziehungen mit Kroatien. Das Handelsvolumen wuchs von rund 500 Mio. € im Jahr 2003 auf 615 Mio. € im Jahr 2005. Die Importe nach Bayern betrugen 2005 dabei rund 190 Mio. €, die Ausfuhren lagen bei 424 Mio. €. Damit gehört Kroatien zu den Top-Ten-Handelspartnern Bayerns der mittel-, ost- und südosteuropäischen Länder. Bayern ist mit über einem Fünftel am deutschen Außenhandel mit Kroatien beteiligt.